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Ein harter Sieg„Heute war es ein richtig hart umkämpfter Sieg“, so Toni Kröger. „Obwohl: wenn Robert im Finale mit dabei gewesen wäre, wäre es wohl anders ausgegangen“, fügte er noch hinzu. Kröger fuhr das erste Mal in Osnabrück und hatte sowohl im Training als auch im 1. Heat Schwierigkeiten mit der ehemaligen Startkurve. Er stürzte hier nämlich und hatte Glück, dass er zum einen wieder aufspringen und dem Feld hinterher fahren konnte und zum anderen, dass jeweils der Lauf abgebrochen werden musste. Nach dem Sturz von Andreas Kielkämper im Auftaktheat hätte es dabei noch mehr Sturzopfer geben können. Nachdem sich Kielkämper selber ins Innenfeld retten konnte, lag sein Bike noch immer auf der Strecke und der Lauf ging weiter. Kröger hatte sein Malheur mit dem Sturz in der anderen Ecke wieder gut machen wollen und kam mit hohem Speed aufs Hindernis und 2 weiteren etwas langsameren Akteuren zu. Wie auch immer ging alles gut und erst jetzt wurde der Lauf abgebrochen. Kielkämper wurde versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Und obwohl er mit einem Daumenbruch wieder zurück Stadion kommen konnte, musste er am Abend wieder eingeliefert werden. Er brach zusammen und man vermutete noch weitere Verletzungen. (Was genau die 2. Untersuchung ergeben hat, ist mir nicht bekannt.) Gute Besserung Im Rerun zum Auftaktmatch fighteten die beiden vom Papier her stärksten Akteure dann um die Führung. Kröger schlug am Ende Baumann und beide mussten auch im 2. Durchgang gegeneinander antreten. Diesmal hatte der Bahnpokalsieger die Nase vorn. Weit vorne sogar, als ihm Höhe Fahrerlagertor mit einem lauten Rasseln der Motor fast um die Ohren flog. Der von hinten anstürmende Kröger kam Baumann immer dichter. „Ich habe die gehobene Hand von Robert einfach zu spät gesehen“, so Toni, der grad noch im letzten Moment nach innen ziehen konnte und somit einen bösen Crash verhinderte. Für Robert war das Rennen vorbei, denn mit nur 4 Punkten schaffte er den Einzug ins Finale nicht mehr. Tonis 10 Punkte hingegen waren schon ein Schritt aufs Podest, auf das sich auch Jens Buchberger machte. Der Hemmoorer unterlag in seinem Auftaktheat dem Briten Darren Pugh und konnte – da die 2 Durchgänge mit gleichen Starterfeldern gestartet wurden – nach einem 2-Runden Fight um die Führung am Ende des 2. Laufes als Sieger das Ziel erreichen. Allerdings stürzte Pugh in der Zielkurve der 2. Runde und ging diesmal ohne Punkte aus dem Match. Sein Landsmann Deyfud Evans sicherte sich vor dem Finale 7 Punkte und stand wie Wolfgang Berger, der 2 sichere 3. Plätze ins Ziel brachte, sowie Marc Hansen und eben Pugh noch im Finale. Für Sven Mannott war dieses Rennen ein Satz mit x – nämlich nix. „Das war heute nichts“, sagte Mannott nach seinen 2 Stürzen in seinen Läufen. Aber zum Glück blieb er unverletzt und konnte sich das Finale seiner Kollegen am späten Abend in aller Ruhe ansehen. Das FinaleKröger kam äußerst schlecht aus den Bändern und fand sich nur auf Position 5 wieder. Doch er hatte 4 Runden Zeit und arbeitete sich peu à peu durchs Fahrerfeld. Pugh wollte aber nicht zulassen, dass Kröger diesen Finalsieg für sich verbucht und hielt bis zur Linie dagegen, doch Kröger hatte am Ende nicht nur im Finish die Nase vorn, sondern stand auch ungeschlagen ganz oben auf dem Podium. Klar, dass er dann von sich behauptet: „Heute war es ein richtig umkämpfter Sieg.“ Buchberger, der trotz des 2. Platzes von Pugh im Endlauf nicht mehr vom 2. Podestplatz geschupst werden konnte, fuhr sicher auf Rang 3 ins Ziel vor Evans, Hansen und Berger. UnglaublichIn 30 Jahren Bahnsport habe ich persönlich noch nicht gesehen, wie der Fahrer eines Gespannes hinter seinem Bike und dem Co-Piloten, der zum Lenker wurde, ins Ziel hinterher stolpert. So gesehen und geschehen im 1. Heat der nationalen Seitenwagenklasse. Maik Domscheit und Kristoffer Loch führen unangefochten bis zum Kurvenausgang der letzten Ecke. Die zuvor schlecht gestarteten Patric Metzger und Jörg Levihn kämpften sich durchs Feld und waren kurz vor der Linie auf gleicher Höhe mit den Lüdinghausern. Auf einmal kullert ein in rot gekleideter Akteur auf der Bahn und nimmt die Beine in die Hand, um vor den nachfolgenden Teams nun hinter Patric und Jörg das Ziel zu Fuss zu erreichen. Fahrer Maik purzelte nämlich zuvor aus dem Gespann und Kristoffer griff geistesgegenwärtig zum Lenker und brachte das Gespann weit im Innenfeld zum stehen. Zunächst disqualifizierte man Metzger / Levihn dafür, doch Maik stellte die Sachlage gleich klar. „Die beiden hatten keine Schuld daran, ich bin von ganz alleine aus dem Gespann gefallen“, so Maik, der dadurch für eine neue Wertung sorgte. Denn anstatt der ihnen zugesprochenen 5 Punkte nahmen sie nun ihre 4 Punkte und sorgten dafür, dass die Süddeutschen anstelle eines D wie Disqualifikation nun die 5 Punkte für den Laufsieg in den Programmheften stehen hatten. Für diese überaus ehrliche und faire Geste wollten sich Patric und Jörg auf alle Fälle bedanken und hofften, dass Maik und Kristoffer am Abend mit auf dem Podest stehen würden. Doch daraus wurde nichts. Gleich im Anschluss ging es zunächst zwar noch in den 2. Heat, doch wurde die Zeit bis zum Finale durchs Maiks Absage unterbrochen. „Weißt du eigentlich, wie fies es war, die Kupplung im 2. Heat zu ziehen“, so Maik am nächsten Tag am Telefon, der sich bei dem Crash den linken kleinen Finger und am rechten Fuss einen Zeh brach und etliche Prellungen einstecken musste. Je länger die Nacht hereinbrach um so mehr Schmerzen verspürte der Lüdinghauser und nahm vernünftiger Weise den Weg ins Krankenhaus auf sich. Gute Besserung Maik Patric und Jörg hielten aber Wort und stifteten den beiden ihre Siegerkränze, obwohl sie die in Silber eingepackten Reifen selber hätten gebrauchen können. „Wir wünschen Maik eine schnelle Genesung und sagen noch einmal Danke für diese Ehrlichkeit und Fairness“, so Jörg Levihn, dem es auch im Namen von Patric ein Bedürfnis war, Maik auf diesem Wege auch noch einmal alles Gute zu wünschen. Mit Maik und Kristoffer fielen also 2 Podestanwärter weg, doch damit hatten Patric und Jörg noch lange kein leichtes Spiel. Imanuel Schramm und Corinna Günthör nämlich machten ihnen das Siegen verdammt schwer. So wie im 2. Heat, als der Shorttrack-Fahrer Schramm vor den SBM-Siegern fuhr. Doch am Ende sprach dann alles für einen Maximumsieg für Metzger/Levihn, während das gemischte Doppel mit 11 Punkten am Ende ebenfalls ungefährdet auf dem 2. Platz rangierte. Thomas Grabowski und Günter Schaper nutzen die Gunst der Stunde und konnten nach dem Verzicht der Lüdinghauser mit einem Punkt Vorsprung noch den 3. Podiumsplatz erklimmen, auch wenn sie im letzten Lauf Klaus Gerlach und Eugen Helfrich vor sich hatten. Die mit Abstand ältesten Akteure landeten am Ende auf Rang 5 vor den Debütanten Albert Till und Christian Schlake. Das Schwarmer Clubteam kam mit sehr guten Starts aus den Bändern, doch sahen ihre Kurvenfahrten noch reichlich merkwürdig aus. Egal, sie kamen durch und wurden leider im 2. Lauf durch einen Motorschaden gebremst. Für den letzten Lauf erhielten sie ein Gespann ein Arne Friskovec und Jan Martin Wagner, mit dem sie dann noch einen - ihren zweiten – Punkt holten. StartverbotFriskovec / Wagner sowie die Dänen Tim Larsen und Lars Plesner durften an den Rennen nicht teilnehmen. Der Grund: Sie fahren mit einer dänischen Lizenz und hatten keine Freigabe von der dänischen Förderation erhalten. Die DMU aber sagte, dass man für die nationalen Klassen keine Freigabe benötige und so reisten die „Dänen“ in Osnabrück an. Eine Freigabe für das Rennen in Osnabrück bekamen sie nicht mehr, doch wurde ihnen zumindest die Freigabe für das Speedwayrennen am folgenden Tag in Brokstedt gefaxt. Das letzte RennenSeriensieger Jürgen Schmidt erklärte nach seinem x-ten Saisonsieg nun den Rücktritt aus der 250ccm-Klasse. Er schließt zwar nicht aus, irgendwann wieder einmal ans Band zu fahren, doch wird dies nicht in 2007 sein. Und mit einem Tagesieg bei einem Punkt unter Maximum sagen auch wir vorerst bye bye Jürgen. Danke für die tollen Rennen Jörg Dau klaute ihm in seinem Rennen im vorletzten Heat einen Zähler und kam somit klar auf Rang 2. Nach 9 Punkten aus 2 Heats wurde es spannend um den Tagessieg, denn auch Schmidt hatte 9 Zähler. Während dieser aber einen Laufsieg nach einem wirklich guten Zweikampf mit Udo Diekhoff hinzauberte, fuhr sich Dau im Mittelfeld fest. Erst hinter Schmidt, Diekhoff, und Klaus Dieter Schmidt, der im 2. Heat den Bahnbelag testete, kam Dau erst ins Ziel. Somit schrieb er 11 Punkte und es reichte immer noch für den 2. Rang vor Diekhoff, der sich von Lauf zu Lauf steigerte und am Ende 9 Punkte schrieb. Mit 5 Punkten ging dann Ingo Allert in die Wertung vor Klaus Dieter Schmidt (4), Jörg David (2) und Rainer Schmidt(0) Kruse ganz vornBei den Rennen der Schülerklasse A standen viele Überholmanöver in der Spitzentruppe auf dem Plan. Am besten durchs Fahrerfeld arbeitete sich André Kruse, der nach dem Rennen in Vechta, wo er am Ende des Feldes zu finden war, kaum wieder zu erkennen war. Nur einen Laufsieg musste Kruse an Lukas Fienhage abgeben und stand mit einem Punkt unter Maximum ganz oben. Vechta-Sieger Fienhage begann mit einem 2. Platz hinter Kruse und lag im 2. Heat an der Spitze, doch musste er Kruse und auch Jonathan Gast ziehen lassen. Die Revanche folgte prompt im letzten Lauf, wo er seinen Mitstreitern das Hinterrad zeigte. Dies reichte ihm dann auch zum 2. Gesamtplatz vor Gast, der einen 2. und zwei 3. Plätze ins Ziel brachte. Auf den Plätzen 4, 5 und 6 gab es keine Veränderungen und so standen Dirk Meyer (15), Christina Sophie Köhn (12) und der kleinste und traurigste Teilnehmer Justin Rehberg (9) auch bei der Siegerehrung so neben dem Podest, denn gab es von der AMG auch für sie einen Pokal und eine Tüte mit einer Überraschung. Das war mal BahnsportMit unüberhörbaren Aggregaten auf der Bahn wurde die Erinnerung an die vergangenen Zeiten des Bahnsports wieder eingeläutet. Ob mit einer LCS Jap, Jawa, Pavarotti Jap, Hagon Jawa, Wildcat Jawa, Hagon Jap oder Douglas - diese Maschinen waren mindestens genauso alt, wie die Akteure aus England und Deutschland. Nostalgie pur und unter der Leitung von Lou Coffin gingen diese 13 Stahlschuhcowboys auf ihre Demorunden. |