Das Drumherum in Schwarme
28.-30.07.2006

28.07.2006 18:42:25
Na guck, den kennen wir doch
Dirk Fabriek nahm am Mofarennen teil
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Das Mofarennen am Freitag

Preisfrage: Wo gibt es Motorengeräusche und Benzingeruch im Festzelt?
Richtig – in Schwarme!!!

Mit der 4. Auflage des mittlerweile bekannten Mofarennens fiel auch 2006 der Startschuss wieder zu diesem 3-Tage-Event. Und wie schon im letzten Jahr angekündigt, ging ein kleiner Teil des Parcours durch das Festzelt.

29 Teams meldeten sich und anders wie in den letzten Jahren wurden nun die gefahrenen Runden durch einen Transponder ermittelt. Allerdings fiel 2 mal der Strom zusammen und die Akteure mussten eine willkommene Verschnaufpause einlegen. Abgefallene Auspuffe oder Bahnverlassen waren geduldet, doch musste sich Grasbahn-Vize-Europameister Dirk Fabriek mit seinem Team vorzeitig vom Rennen wegen Ausschluss verabschieden: Schon nach wenigen Runden gab der Vergaser an der Mofa vom Team Fabriek auf und man wechselte das Aggregat und den Transponder. Doch leider war dieses bei der Abnahme nicht vorstellig geworden und da dieses Bike eh nicht mal mehr mit „Augen-zu-drücken“ in die sonst so locker gesehene „Mofa-Kategorie“ passte, wurde das Team vom weiteren Rennverlauf ausgeschlossen, was wiederum beim Team auf Ärgernis stieß.

So blieben aus der Bahnsportszene nur noch die Vertreter des Onzo-Junior-Teams mit Gespannfahrer Maik Domscheit, Jens Klein-Mechaniker Jens Benecker und sein Bruder Janni. Allerdings waren sie mit ihrer reinen Mofa natürlich unterlegen und kamen am Ende „nur“ auf den 22. Rang.

Ein weiteres Team aus der Coesfelder Ecke, das auf Rang 23 gewertet wurde, erhielt einen Ehrenpreis für das museumsreifste Gefährt. Auch ein Einzelkämpfer, der 131 Runden in der gesamten Zeit absolvierte und damit Rang 8 (!) belegte, wurde mit einem Ehrenapplaus bedacht. 147 Runden fuhr das Siegerteam ein und stand wie die Zweit- und Drittplatzierten dann auf dem Siegerpodest.

Der Samstag

Am Samstagmorgen fand man schon ein umgebautes Festzelt vor, vor dem unzählige Gleichmäßigkeitsfahrer wieder zu ihrer Ausfahrt antraten. Auf der Erlebnismeile bauten sich nach und nach die Attraktionen auf. Die Trampolinattraktion, Sandburgen bauen, sich als Baggerfahrer beweisen, die Schwarmer Fanboutique oder die kneippsche Bierkur u.v.m. – alles war nun möglich, ehe die Shorttrackfahrer ihre Trainingseinheit zum 2. Lauf der EM absolvierten und natürlich die 250ccm B-Lizenz ihre 4 Läufe um die Tagesswertung ausfuhren.

Oh oh, nicht schon wieder...

Nach dem Training und den ersten Läufen zur Shorttrack EM zog dann eine Regenfront über den Niedersachsenring herüber, die nach einer guten dreiviertel Stunde mit einem großen Donnerschlag beendet war. Zum Glück blieb es dann weitestgehend trocken und die Bahn war am Sonntagmorgen zwar zunächst etwas matschig, doch blieb es am gesamten Renntag trocken und es dauerte auch nicht lange, bis es anfing zu stauben.

Zum Rennen der B-Lizenz 250ccm

Der erst 17-jährige Malte Zyweck erstaunte dabei nicht nur die Fachwelt, sondern vor allem den eigentlichen Seriensieger Jürgen Schmidt. Mit großem Vorsprung fuhr Zyweck 4 klare Laufsiege ein und Doppelstarter Schmidt, der als einziger deutscher Vertreter auch bei der Shorttrack EM teilnahm, erklärte bei der späteren Siegerehrung im Festzelt: „Diesen Sieg habe ich Malte nicht geschenkt. Ich habe schon alles getan, um ihm es so schwer wie möglich zu machen.“

Während Schmidt sich aber vor allem mit Ingo Allert um die Plätze 2 und 3 stritt, kam keiner logischer Weise auch nur annähernd an Zyweck heran. Am Ende war der 2. Platz für Schmidt dann aber auch eine klare Sache, da Allert im alles entscheidenden letzten Lauf nach der 1. Runde ausfiel. Auf Rang 3 kam somit Allert. Mit Rang 4 und einem Pokal ging dann Klaus Dieter Schmidt nahtlos in die Feierlaune im Festzelt über. Jörg David kam auf Rang 5 und rundete die am Abend bei der Siegerehrung das Procedere ab, da Jörg Dau, der auf Rang 6 kam, sich entschuldigen liess - er musste Babysitten, so Klaus Witt.

Das Ergebnis

Happy Birthday Enrico Janoschka

Probestehen auf dem Siegerpodest durfte auch schon einmal Enrico Janoschka, der am Samstag noch seinen 31. Geburtstag feierte und von seinem Club herzlichst beglückwünscht wurde. - Danke noch einmal für das Geburtstagessen !!! und den Schirm :-)

Bei einer guten Stimmung im Festzelt ging es dann für die meisten feucht-fröhlich bis in die frühen Morgenstunden weiter. (Zum Glück konnte ich mich rechtzeitig abseilen, da noch etwas Arbeit zuhause auf mich wartete.)

Der Sonntag

Die Shorttrack EM

Neben dem Training der Bahnfahrer wurden auch die nächsten Läufe zur Shorttrack EM gefahren. Hier kam es zu einem schlimmen Sturz von Eric Schuurman, der von einem nachfolgenden Fahrer noch getroffen wurde. Für ihn musste ein Rettungshubschrauber geordert werden und es dauerte ziemlich lange, bis man ihn abtransportieren konnte.

Noch ist mir immer nicht bekannt, welche Verletzungen er davon getragen hat, doch sei sein Zustand sehr ernst.

Drücken wir ihm die Daumen, dass er sich schnell wieder erholen kann. – Gute Besserung.

Mit den vielen weiteren Vorläufen und Finals, die allesamt über 6 Runden gingen, wurden die Rennen zu diesem Prädikat weiter gefahren. Am Ende siegte Raymon Woortmann, der sich im alles entscheidenden A-Finale durchsetzten konnte. Bert Dijkstra und der Sieger des 1. Laufes in Joure Sytze Hiliger kamen auf Rang 2 und 3, vor dem Bruder von Dirk Fabriek Andries.

Aus deutscher Sicht war 250ccm-Pilot Jürgen Schmidt mit von der Partie, der sich erstmals auch in dieser Klasse bewies. Er war zwar mit seiner 500ccm 2-Takter klar unterlegen, doch wurde der Funfaktor bei ihm sehr groß geschrieben – er kam auf Rang 15. „Ich habe mich auch breit schlagen lassen, in Scheessel, wo der 3. Lauf zu dieser EM ausgetragen wird, teilzunehmen.“, so Schmidt nach dem Rennen.

Aus der Bahnsport-Szene bekannt ist auch Ilona Wolgen, die sich ebenfalls auf diesem schweren Gerät auf die Bahn begab. Die Freundin von Dirk Fabriek wurde allerdings 17. und blieb damit einen Rang vor der 2. Amazone Jacqueline Mulder.

Die Oldies

Wie schon in den letzten Jahren kamen auch wieder etliche Oldie-Fahrer aus England sowie Ex-MSC-Fahrer Hans von Weyhe, der es in den Demorunden besonders krachen liess. Lou Coffin war wieder einmal Mit-Initiator dieser Klasse und man fragte sich Teil schon, wer nun mehr Jahre auf dem Buckel hat – der Mann oder die Maschine...

Das Schwarme-Fazit

Positiv:

Das Wetter hat gehalten und viele Fans konnten sonnengerötet die Heimreise antreten.

Die 3-Tage-Power der MSC-Leute war einzigartig. Schlafwandlerisch gabelte ich z.b. die Schwester von Volker Striepe am Sonntagmorgen im Fahrerlager auf, doch nach nur einer Dusche fand auch sie ihre Power zurück und bewältigte ihren Aufgabenbereich wieder mit einer enormen Energie. (Und das war nur ein Beispiel!!!)

BrennholzManni – bekannt als Organisator verrückter Ideen – brachte die Fans allein mit seinen Schrifttafeln zum Schmunzeln.

Viele Attraktionen wurden angeboten, gerade für die Kids wurde auf der Erlebnismeile sehr viel getan. Man konnte immer wieder neue Ideen mit Witz und Charme entdecken.

Ein Kompliment auch an Heinz Wollering, der sich als MSC-Mitglied um die Fahrerfelder kümmerte. „Er hat eben die guten Kontakte“, so Hans Göbel. Gerade das Fahrerfeld der Gespannklasse war extra-klasse und bot schon einmal einen Vorgeschmack auf das am kommenden Wochenende stattfindende Gespann EM-Finale in Melsungen.

Es wurden ausnahmslos in allen Klassen spannende Rennen und packende Fights sowie Überholvorgänge geboten. Vor allem Bernd Diener war der Fighter des Tages.

Kompliment auch an Jannick de Jong, der noch am Abend in Wiener Neustadt beim Speedway EM-Semifinale am Band stand. Gegen 11.00 Uhr traf das Team in Schwarme ein.

Negativ:

Das Training der Shorttrack-Klasse fand am Samstag noch auf der im Innenring neu errichteten Bahn statt, doch da man keine Startmaschine dafür hatte, wurden die Rennen dann doch auf der großen Außenbahn ausgetragen.

Es waren etwas zu viele und zu lange Pausen, in denen nichts passierte.

Etwas mehr Wasser gegen die immer stärker werdende Staubentwicklung wäre nicht schlecht gewesen.

Mein neues großes Objektiv (2 Monate alt) hat das Rennen leider nicht überlebt.