|
|
Im VorfeldMan war gut daran getan, ein Unterhöschen mehr eingepackt zu
haben. Denn der Auftakt zur WM-Finalrunde in St.Macaire wurde durch höhere
Gewalt zur 2-Tage-Veranstaltung. Doch diese Turbolenzen begannen für
einen Fahrer ganz anders.
Im Hause van Weele klingelte am Freitagnachmittag das Telefon. René wurde als Dritter der Substitute List nun kurzfristig nach Südfrankreich für den Last Chance Heat beordert, da Hurry verletzungsbedingt absagte. (Aus welchem Grund Marius Rokeberg, der noch vor van Weele in dieser Liste steht, nicht kam, wurde nicht erwähnt. Aber evtl. war diese kurzfristige Anreise aus Norwegen doch allein aus zeitlichen Gründen schon gar nicht mehr zu schaffen.) Während der Niederländer also kurzfristig Mechaniker und eine weitere Person zum Autofahren aktivieren musste, trafen die ersten Piloten bereits in St.Macaire ein. Nach einer kurzen Nacht auf dem Campingplatz wurde das Quartier im Fahrerlager bezogen. Das sonst offene Fahrerlager wurde für die WM-Akteure zu einer abgesperrten Zone erklärt. Der Veranstalter bemühte sich um eine Boxengasse mit Licht für die Nacht in jeder einzelnen Box und sorgte sogar dafür, dass für die Stromanschlüsse Adapter vorhanden waren. Der SamstagBei schwülwarmen bis heißen Temperaturen sah man der Maschinenabnahme gegen Mittag entgegen, während die Akteure der französischen Meisterschaft in ihren Klassen ihr Training absolvierten. Doch bis zum Training der WM vergingen dann wieder einige Stunden und man bekam schon per Telefon die Nachricht, dass es in Bordeaux bereits regnen würde. Die französischen Wetterpropheten wussten: das zieht auch nach St.Macaire rüber. Vor dem Beginn des 2x20 Minuten freien Trainings kam dann auch ein kurzes Gewitter rüber, doch machte dieser Regen der Bahn jetzt noch nichts. Die Akteure konnten also pünktlich um 15.00 Uhr auf die Strecke. Mit den letzten Minuten setzte der Regen wieder ein und es war erschreckend schockierend, in was für eine schmierige Angelegenheit sich der lehmige Untergrund nun nach so kurzer Zeit verwandelte. Nach einer kurzen internen Jurysitzung sagte man das 2x2 Runden Bandtraining ab und auch das Rahmenprogramm, das in der Zwischenzeit schon einige Läufe fahren sollte, konnte unter diesen Umständen nicht gestartet werden. Und so wie es immer bei einer Absage ist, kam nach so einer Entscheidung die Sonne wieder heraus. Egal, Gerd Riss funktionierte sein Hometown in ein Cinema-Center um und einige Fußballfanatiker trafen sich zum WM-Spiel Deutschland gegen Schweden. Mit Neid begutachtete Ludger Spils vom AC-Vechta, der als Chef des großen WM-Finals in Vechta mit Gattin Anne und dem Wolleringschen Ehepaar nach St.Macaire flog, die Zuschauermenge und träumte von nur einem 1/10 dieser Massen. Kurz und gut, nach dem Sieg der Fußballhelden versuchte man in den Boxen die Zeit wieder anderweitig zu vertreiben. Doch man hielt immer wieder ein Auge auf die Bahnverhältnisse, da sich auch schon der nächste Schauer aus der Bordeaux-Richtung näherte. Pünktlich um 20.00 Uhr begab man sich, nachdem alle Fahrer zu Fuss die Strecke inspizierten, in die Fahrerbesprechung, die unter Ausschluss der Presse abgehalten wurde. Allerdings war dieses nur die Erste von Dreien, ehe dann klar war, hier dreht sich heute nichts mehr. Nach einer klaren Frage seitens der Jury wurden die Fahrer um Handzeichen gebeten, wer will fahren und wer nicht. Erstaunlicher Weise hielten alle Fahrer zusammen und stimmten gegen einen Start. Nach einem kurzen Rat innerhalb der Jury musste sich alle Akteure erneut zur Versammlung bemühen. Die Jury bestehend aus Anthony Noel als Jury-Präsidenten, Krister Gardell als Schiedsrichter, Christian Bouin als Mitglied der FIM sowie sein Sohn Thierry als Rennleiter zeigten sich von Anfang an den WM-Piloten kompromissbereit gegenüber, während der Veranstalter aus St.Macaire auf einen Start beharrte. Die Bahnverhältnisse liessen es leider wirklich nicht zu und mit den 2 kleinen Gerätschaften, mit denen man seit 19.00 Uhr versuchte, die oberste Schicht des Matsches abzusehen, waren zum einen nicht ausreichend und zum anderen auch nicht wirklich was bringend. Dass man aus den Wetterkapriolen des WM-Semis in Artigues nichts gelernt hatte und die entsprechenden Mittel parat hatte, blieb unerklärt. Auf jedenfall schlug man vor noch einmal was an der Bahn zu machen und dann einige Akteure des Rahmenprogramms auf die Bahn zu lassen, um den Schlamm von der Piste zu kriegen. Doch diese wollten nicht – mit ihrer zum Teil noch großen Unerfahrenheit - als Testpiloten herhalten und da sich so rein gar nichts auf der Bahn tat, kamen die ersten Pfiffe der 4-5 Tausend Fans. Es machte einem schon Angst und Bange, doch als sich Akteure und Jury nun zum 3. Mal in ein Briefing begaben, fing es nun wirklich heftigst an zu regnen, der auch bis zum nächsten morgen nicht mehr aufhören sollte. Man vereinbarte, dass man am folgenden Sonntag das Rennen um 14.30 Uhr starten wollte, und auch ein 3-minütiges Training zum klären eines neuen Setups und der Gleichen stand jedem Fahrer noch einmal zur Verfügung. Selbst die zuvor pfeifenden Fans hatten jetzt ein Einsehen und gönnten sich ein, zwei Gläser Wein oder Bier, während im Fahrerlager nun das große Telefonieren los ging. Arbeitgeber wurden informiert und es mussten bezüglich der Arbeitszeiten Kompromisse gefunden werden. Einige Fahrerlagerboxen wurden kurzerhand zu Hotelunterkünften umfunktioniert, während sich andere Piloten direkt in der Nacht auf die Suche nach einer Bleibe bemühten. Die Absage und ihre FolgenDieser Kostenmehraufwand war aber noch nichts, gegenüber das, was z.B. Matten Kröger oder gar Ivo Schützbach nun auf sich nehmen musste. Im Falle von Kröger, der eigentlich am Sonntagmorgen um 8.00 Uhr von Paris aus seinen Flieger nach Polen zu einem Ligarennen kriegen sollte, bleiben nun die Flugkosten in Höhe von 600 Euro auf Matten sitzen. Wäre er in Polen angekommen, wäre der Verein für diese Kosten aufgekommen. Die Spitze des Eisberges musste aber MSA-Mitarbeiter Ivo Schützbach erleben. Da er um alles in der Welt am Sonntag in der Geschäftsstelle sein musste, musste er sich von Bordeaux aus um einen Flug nach Zürich kümmern. Für „schlappe“ 800 Euro konnte er dann am frühen Morgen bis nach München kommen und setzte sich dann noch einmal in den Zug nach Zürich. Tief traurig waren natürlich auch die 4 Mannen des AC-Vechta, die ihren WM-Veranstalterkollegen in St.Macaire noch einige Impressionen abschauen wollten. Auch ihr Flieger ging am Sonntagmorgen in der Frühe und als sich die ersten „Fahrerlager-Hotelgäste“ aus ihren Zelten und Transporter quälten, kam schon die Nachricht: „Wir sind wieder in Deutschland. Wie sieht es bei euch aus?“ Der Sonntag - es wurde viel getanJa, das war die Frage. Seit kurz nach 7 kamen Bahndienst-Geräusche von der Strecke. Die Sonne schien sich durchsetzten zu können. Ein Gräter – in der Tat – ein Gräter wurde aufgetrieben und vom Mechaniker von Stéphane Tresarrieu optisch in perfektioneller Arbeit bedient. Auch im Fahrerlager tat sich was. Der zum Teil unter Wasser befindliche Mittelgang wurde komplett mit Sägemehl – sorry Hobelspäne, wie Zimmermannexperte Gerd Riss korrigierte – ausgestreut. Nicht gerade lecker während des Frühstückens, aber egal. Kurze Zeit später tauchten dann auch die völlig übernächtigten Vater und Sohn Bouin wieder auf, die die Spuren von Sägemehls im Haar und an ihrer Kleidung sichtbar trugen. „Thierry hat eine große Tischlerei mit 20 Angestellten“ wie Kollege Riss zu erzählen wusste. Geschätzte 20 Kubikmeter Hobelspäne wurden in 3 LKW-Ladungen herangeschafft. Kompliment an die Bouin. So nach und nach füllte sich auch das WM-Fahrerlager wieder, während die Plätze des Rahmenprogramms nun leer blieben. Und nach der Maschinenabnahme ging es ab 13.00 Uhr endlich Schlag auf Schlag. Bei der Fahrerbesprechung, diesmal mit Pressevertretung, hatten alle Akteure, durch Joonas Kylmäkorpi inszeniert, eine Überraschung als Dankeschön für den Club parat. Ein St. Macaire-Poster mit allen Unterschriften der WM-Piloten sowie eine Blume wurde für die aufopfernde Bemühungen für den Club organisiert. Nach diesem normalverlaufenden Briefing ging es an das 3-minütige Training. Gleich danach versammelte man sich zu einem Gruppenfoto wieder oben auf dem Berg beim Rennbüro. Es blieb dann noch ein wenig Zeit, um die letzten Checks am Bike zu machen. Man, es wurde nun wirklich ernst. Die Bahn sah mittlerweile knochentrocken aus, aber schon im Training bemängelten die Akteure die extremen Unterschieden vom glatten Kurveneingang bis zum griffigen Kurvenausgang. Der Komet brannte am Himmel und erstaunlicher Weise füllte sich das Stadion wieder ähnlich so voll, wie es am Abend bei der Absage verlassen wurde. Es wurde wirklich ernstDie Fahrervorstellung begann. Nach und nach wurden die Stahlschuhcracks durch Didier und David Houisse vorgestellt. Auch Philippe Ostyn, der nach seinem schweren Crash eine Woche zuvor am Freitag das Krankenhaus verlassen konnte, wurde begrüßt. Innerhalb dieser einen Woche gab er nämlich seinen Rücktritt bekannt. Die Geburt seines Zwillingspärchens und die Genesung stehen jetzt im Vordergrund. Dennoch: gute Besserung weiterhin!!! Die Teilnehmer des Last Chance HeatsNun waren es nur noch wenige Minuten, und es sollte sich zeigen, ob
sich der kurzfristige Stress-Aufwand bei Van Weele sich ebenso bezahlt
macht, wie die extrem hohe Flugticketgebühr bei Matten Kröger.
Wie würde sich der einzige französische Wildcardfahrer Sébastien
Tresarrieu aus der Affäre ziehen? Seb gestand, dass er immer noch
vom Sturz in Lonigo beim Vorlauf zum SWC mit Rippenproblemen zu kämpfen
hatte. Auch in sein 3 Jahre altes Bike, dass mit einem Standart Jawa-Motor
ausgerüstet ist, hatte er anscheinend nicht wirklich viel Vertrauen,
auch wenn die komplette Zuschauerschar ihm den Rücken stärken
würde. Der Last Chance HeatNach nur 2 Sekunden Gasgeben war die „Letzte Chance“ für den ersten
Piloten schon vorbei. René van Weele konnte seine Kupplung nicht
mehr halten und fuhr ins Band. Aus der Traum und vergebens der Stressaufwand.
2. Versuch: ein Viererpulk schießt in die erste Ecke, nur einer
kommt nicht mehr mit heraus. Ausgerechnet für die Franzosen-Hoffnung
Seb Tresarrieu wurde der Platz hinter diesen Pulk zu eng und er stürzte.
Ohne Abbruch durch Referee Gardell schob er ins Innenfeld und beobachtete,
wie sich Philips vor Kröger direkt in die Hauptrennen fuhr. Die VorrundeDer Titelverteidiger machte aber den Anfang der Laufsiege in Heat 1. Vor Mathieu Tresarrieu, Theo Pijper, Jörg Tebbe, Enrico Janoschka und Sirg Schützbach ging der erste Heat schon in einer einzigen Staubwolke über die Bühne. Janoschka wurde nach gutem Start sehr weit nach aussen getragen, so dass für Tebbe auch der Platz fast ausging. Der Staub aber blieb bis zum Ende auch ein großes Problem, auch wenn das lose Material immer von der Piste verschwand und die schwarzen Abriebspuren der Reifen immer mehr zum Vorschein kamen, war die Bahn von Durchgang zu Durchgang doch jedes Mal von unterschiedlichem Charakter. Ein passendes Setup zu finden war schon eine Kunst für sich. Otto Niedermeier zum Beispiel veränderte seine Übersetzung immer wieder und wich am Ende um 5 Zähne von dem ab, mit dem er begann. Man hatte auch das Gefühl, dass die Bikes mit den Männern und nicht die Männer mit den Bikes unterwegs waren. Anders konnte man es sich auch nicht erklären, warum ein Speedwayprofi auf einmal seinem nachfolgenden Fahrern nach einer Drehung von 180 Grad in die Augen sehen konnte. Der Finne, der schon mit einem Schlüsselbeinbruch ins Rennen ging – 2 Tage vor der WM brach er sich erneut sein bereits verletztes Schlüsselbein – fiel auf den Rücken, doch zum Glück kamen bis auf Christoph Dubernard an ihm vorbei. Dubs legte fair um und ohne Kylmäkorpi wurde der Rerun gestartet. Dieses geschah allerdings erst im 3. Heat. Zuvor passierte der Sturz mit Eijbergen, der daraufhin komplett von Andrew Appleton ersetzt wurde. Zdenek Schneiderwind siegte hier vor Stéphane Tresarrieu, Appleton, der gleich zum Einsatz kam, Otto Niedermeier, Herbert Rudolph und Daniel Bacher. Nach dem Restart von Heat 3, den Glen Philips vor Gerd Riss, Bernd Diener, Christophe Dubernard und Matten Kröger gewann, hatte sich alle Fahrer nun einmal dem Publikum einmal präsentiert. Riss „verfuhr“ sich allerdings in der Startkurve dieses Restarts und schoss kurz geradeaus. Der Platz für Kröger wurde aussen immer enger. Doch aus der Staubwolke heraus konnten auch die Fans auch wieder erkennen, dass alles gut gegangen sein muss – wie auch immer sie das hinbekommen haben. Alle drei Laufsieger fanden sich auch im A-Finale wieder. Die größte Überraschung im Laufe des Rennens war ohne Frage der Brite Philips, aber auch Schneiderwind fühlte sich als einer der wenigen auf dieser extrem schwer zu bewältigen Bahn anscheinend wohl. Das größte Problem neben dem unterschiedlichen Untergrund war aber der Staub, der sich in die Augen der Piloten festsetzte. Von aussen war auch gar nicht daran zu denken, irgendwelche Überholvorgänge zu erkennen. Diese Umstände hatten aber nichts damit zu tun, dass im 4. Heat nur 4 Fahrer ins Ziel kamen. Janoschka fiel wegen Vergaser-Problemen aus und Niedermeier riss die Kette. Und bis auf einen Sturz von Rudolph im 9. Lauf, wobei er sich leicht am Knie verletzte, gingen alle weiteren auch mit 6 Fahrern ins Ziel. Mathieu fuhr im 4. Lauf wie von einem anderen Stern und siegte vor Kylmäkorpi, Diener und Rudolph. Im. 5. Lauf konnte Riss dann einen Laufsieg vor Stéphane Tresarrieu einfahren. Um den 3. Rang gab es bis zur Ziellinie einen Kampf, der am Ende für Philips vor Pijper ausging. Rang 5 und 6 gingen an Appleton und Schützbach. Schneiderwind übernahm die Führung im 6. Lauf, doch Weltmeister Barth schnappte sich den Tschechen und fuhr seinen 2. Laufsieg ins Ziel. Schneiderwind blieb auf Rang 2, während sich Kröger von Rang 5 aus vorbei an Tebbe und Dubernard arbeiten konnte, die ihrerseits Kröger dann ins Ziel folgten. Wie Schützbach blieb nun hier Bacher ohne Chancen. Einen Kampf um Platz 1 gab es auch im 7. Lauf. Wieder war es Schneiderwind,
der nach dem besten Start die Führung übernehmen konnte. Doch
diesmal musste er sich Diener beugen, der sich seinen einzigen Laufsieg
nun sichern konnte. Janoschka fuhr nun zu wichtigen 3 Punkten und blieb
vor Appleton, Dubernard und Schützbach, der zum 3. Mal mit der roten
Laterne ins Ziel kam. Die Weichen Richtung A-Finale waren schon fast gestellt. Barth blieb auch nach dem Laufsieg des 10. Heats klar auf Kurs A-Finale. Philips folgte und hatte nun 14 Punkte, doch musste er noch auf das warten, was die Kollegen Diener und Kylmäkorpi ins Ziel bringen würden. 3 Punkte sicherte sich noch einmal Janoschka, der sich von 4 auf 3 vorarbeitete, doch fehlten am Ende die 2 Punkte, die er ohne Ausfall im 2. Durchgang inne gehabt hätte. Appleton, Dubernard und Niedermeier, der von Rang 3 aus ans Ende des Feldes durchgereicht wurde, vervollständigten diesen Lauf. Kylmäkorpi sicherte sich wie Philips nun mit diesem Laufsieg aus Lauf 11 ebenfalls 14 Punkte und lag von der Majorität her schon mal besser im Rennen als der Brite. Pijper, der zwar ein konstantes Rennen fuhr, war mit diesem erneuten 3. Rang aber weit weg vom A-Finale, während Stéphane Tresarrieu sich von Rang 2 aus auf 4 hat durchreichen lassen müssen. Kröger und Bacher bildeten das Schlussbild. Der letzte Vorlauf sollte nun die Entscheidung um die endgültigen Finaleinteilungen bringen. Riss liess keinen Zweifel an seiner Finalteilnahme im höchsten Endlauf, doch dadurch, dass Tebbe den Onkel seiner Ehefrau von 2 auf 3 verdrängte, blieb für Diener nun nur noch das B-Finale, trotz seiner 14 Zähler. Die bessere Majorität sprach für Kylmäkorpi und Philips. Obwohl Schneiderwind nun vor Schützbach und Rudolph auf Rang 4 ins Ziel kam, reichte diese Punkte noch fürs A-Finale. Die FinalerundeDas C-Finale stand aber natürlich als erstes an, das sich ein deutsches Finale mit französischer Beteiligung nennen durfte. Mit einem großen Vorsprung siegte hier Janoschka souverän vor Dubernard, der sich mit Niedermeier mehrmals um Rang 2 stritt. Der Bayer kam auf Rang 3 ins Ziel und verwies somit Bacher und Schützbach, die sich grad noch so vor dem nächsten Last-Chance-Heat in Morizes drücken konnten. In diesen Last Chance muss aber nun leider an der Seite von dem gestürzten Eijbergen Rudolph, der als Schlusslicht ins Ziel kam. Seine Mitfavoritenrolle um den WM-Titel, den man ihm im Vorfeld der WM einräumte, spielte Pijper nun im B-Finale aus. Vor Diener, Kröger, Appleton, Stéphane Tresarrieu und Tebbe holte er seinen einzigen Laufsieg des Tages. Barth setzte sich in der Startkurve des A-Finals gegen Kylmäkorpi durch, obwohl dieser alles versuchte, den 1. GP-Sieg für sich zu verbuchen. Riss hingegen musste sich dem heranstürmenden Mathieu Tresarrieu beugen, der nur an diesem Rennen teilnehmen konnte, da ihm Thomas Grundler einen Motor besorgen konnte. Tresarrieu bedankte sich mit dem 3. Rang somit bei dem in Frankreich lebenden Deutschen und erwähnte dies auch noch einmal bei der Siegerehrung in seinem Statement. Hinter Riss gingen die Plätze dann noch an Philips und Schneiderwind. Das St. Macaire Fazit:Negativ: Leider hat man aus den Wetterkapriolen aus Artigues de Lussac nichts gelernt und am eigentlichen Renntag waren keine richtigen Bahndienstfahrzeuge vor Ort. Die einzelnen Boxen der Boxengasse hätten ruhig einen Anstrich nötig gehabt und das Dixi-Klo als Blickfang des WM-Fahrerlagers sah nicht gerade einladend aus. Gegen die extreme Staubentwicklung hätte was gemacht werden müssen. Mit einer Runde mit dem Wasserwagen vor jedem Lauf hätte man nichts falsch machen können. Positiv: Der unermüdliche Einsatz in der Nacht durch Christian und Thierry Bouin, die für die Hobelspäne sorgten, sowie die Arbeit am frühen morgen auf der Bahn waren bemerkenswert. Sie haben wenigstens alles versucht, um die bestmöglichen Vorraussetzungen für den 2. Tag zu schaffen. Das Dankeschön der Fahrer an den Club war eine klasse Idee von Joonas Kylmäkorpi. Ein großes Dankeschön einmal mehr auch an Thomas Grundler, ohne den wir Deutschen in Südfrankreich eigentlich aufgeschmissen wären. In eigener Sache: Ich bin immer wieder erstaunt, welch Popularität ich durch Speedway.org in Frankreich erlangt habe. Die Gastfreundschaft mir gegenüber ist fast unbeschreiblich und so musste ich sogar am Samstag vor dem Training dem Stadionsprecher in einem langen Gespräch Rede und Antwort stehen. Ein Dankeschön auch noch einmal ans Team von Jörg Tebbe, mit denen ich dieses Mal den weiten Weg nach Frankreich reisen durfte. |