1. Liga in Stralsund,
17.06.2006

Text und Fotos: Norbert Hirt

MSC Olching gewinnt Bundesligarennen in Stralsund

Am Ende gab die Ausgeglichenheit des MSC Olching den Ausschlag beim Rennen in der 1. Speedway-Bundesliga, die Bayern gewannen mit 36 Punkten vor dem SC Neuenknick (30 Punkte). Platz 3 sicherten sich die Gastgeber vom MC Nordstern erst im Stechen gegen Titelverteidiger MSC Diedenbergen (beide 27 Punkte).

Martin Smolinksi, Robert Barth und Matej Ferjan (H) steuerten jeweils 10 Punkte zum Sieg ihres Teams bei, Joachim Kugelmann brachte es bei 3 Starts auf 5 Punkte und selbst Junior Frank Facher erfuhr einen Punkt, als er in Lauf 5 Rene Schäfer im direkten Vergleich auf Platz 4 verwies. Trotz dieses guten Mannschaftsergebnisses wurde der Sieg erst in den Finalläufen sicher gestellt, als Olching 10 von 12 möglichen Punkten erfuhr. Mannschaftsleiter
Stefan Bachhuber lobte daher auch sein ganzes Team, der Finaleinzug ist greifbar nah und soll bereits beim Nachholrennen in Wolfslake gesichert werden. Bei der Frage um das Austragungsrecht fürs Finale, hielt er sich bedeckt, denn die Diedenbergener sind seiner Meinung nach auch noch gut im Rennen. Martin Smolinksi, bei dem es nach eigener Aussage zurzeit gut läuft, war mit seiner und der Teamleistung sehr zufrieden.
Nach einem Abendessen, zu dem er seine Mechaniker einlud um für die gute Arbeit zu danken, ging es für den Jungprofi bereits weiter Richtung Polen wo er am nächsten Tag wieder in der Extraliga startete.

Der Tageszweite, SC Neuenknick, hatte mit Sebastian Ulamek (PL/14 Punkte) den Topscorer des Tages in seinen Reihen. Neben dem Polen erfüllten Kevin Wölbert (8 Punkte) und mit Abstrichen Rene Schäfer (3 Punkte) die in sie gesetzten Erwartungen. Rafal Okoniewski (PL) steuerte bei einem Ausfall nur 5 Punkte bei und Mathias Bartz blieb an diesem Tag gänzlich ohne Punkt. Trotzdem reichte es für 2 Matchpunkte beim letzten Vorrundenauftritt der Hexen, die damit den Finaleinzug gesichert haben.
Deshalb herrschte auch Zufriedenheit bei Teammanager Artur Holzapfel, der die kontinuierliche Nachwuchsarbeit der letzten Jahre als Schlüssel des Erfolges der Ostwestfalen sieht.

Nach einem Stechen gegen den Diedenbergener Adam Skornicki (PL) sicherte Europameister Jesper B. Jensen (DK) seinem Team vom MC Nordstern Stralsund noch Platz 3 in der Tageswertung. Dieser dritte Platz ist aber nur Ergebniskosmetik, denn ihr Saisonziel, Einzug ins Finale, haben die Stralsunder endgültig verpasst.
So waren es am Ende auch nur Jensen (13 Punkte) und Peter Ljung (S/10 Punkte), die für die Männer von der Küste kräftig punkteten. Roberto Haupt (3), Tobias Busch (1) und Kristian Drossmann (0) waren an diesem Tag nicht in der Lage die beiden Skandinavier beim Kampf um die wichtigen Punkte zu unterstützen. Busch haderte nach dem Rennen mit Schiedsrichter Ulrich Ehlert, der ihn zweimal disqualifizierte, wobei zumindest eine Disqualifikation ungerecht erschien.
MCN-Präsident Uwe Benduhn sagte im Anschluss, dass es nach wie vor zu wenig deutsche Spitzenfahrer gibt, die in der ersten Liga bestehen können. Nach dem Ausfall von Mathias Schultz war es dem Club nicht gelungen, gleichwertigen Ersatz zu bekommen. Benduhn ist deshalb auch der Meinung, dass die 1. Liga in der jetzigen Form keine Überlebenschance hat, entweder es werden wieder mehr Ausländer zu gelassen oder viele Clubs verzichten zukünftig auf Starts in der 1. Liga.

Ähnliche Probleme wie der MC Nordstern hatte auch der Titelverteidiger aus Diedenbergen zu bewältigen. Nach dem Ausfall von Thomas Stange bot nur Max Dilger (8 Punkte) eine Spitzenleistung. Adam Skornicki (PL) und Lukasz Dryml (CZ) fuhren je 8 Punkte ein, wobei der Tscheche einmal disqualifiziert wurde und im Lauf der Tagesbesten überzog und in der Zielkurve stürzte. Tobias Kroner und Ronny Weiss boten an diesem Tag auch sehr schwache Leistungen, so dass am Ende nur Platz vier blieb.
Hans-Werner Stange war deshalb auch sehr unzufrieden mit seiner Mannschaft, denn etwas mehr als Platz vier hatte man sich schon vorgenommen. Schließlich war man in Neuenknick und Diedenbergen als Sieger vom Platz gegangen. Ziel war es das Bundesligafinale im heimischen Stadion austragen zu können, nun ist es man auf die Schrittmacherdienste anderer angewiesen. Die Enttäuschung darüber ist schon recht groß.

Alles in allem hatten die 1000 Zuschauer ein spannendes Rennen auf einer gut präparierten Bahn gesehen. Die Entscheidung über die vier Finalisten scheint gefallen, Neuenknick, Diedenbergen, Brokstedt und Olching werden wohl den Titel unter sich ausmachen. Austragungsort wird sicherlich Olching sein, denn so eine Chance werden sich die Bayern nicht entgehen lassen.

Norbert Hirt

 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 
     
 

Das Ergebnis