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Kevin Wölbert wurde der Held des TagesNach dem Regenabbruch in Neuenknick knapp eine Woche zuvor, kam es zum 2. Match der 1. Bundesliga. Und diesmal ging es über die komplette Distanz von 20 Heats. Gastgeber waren die Teterower, die ihr erstes Rennen in der Bundesligarunde 2006 absolvierten. Auch der MC Nordstern Stralsund ging in sein erstes Meeting, während die Hexen aus Neuenknick und die Berliner aus Wolfslake zum 2. Match antraten. Personelle Änderungen gab es nur bei den Stralsundern, die kurzfristig auf Tobias Busch zurückgreifen mussten, da Jesper B. Jensen nicht kam. Damit war David Ruud auch der einzige Ausländer im Team der Nordsterne. Dass Busch in der 2. Liga für Parchim und in der 1. Liga für Stralsund antreten darf, liegt daran, dass beide Mannschaften keine Teams in den anderen Ligen stellen. Doch gab es nicht nur die Akteure auf der Bahn zu bewundern, nein auch vor den Helmfarben-Mädels musste man den Hut ziehen. Die Magdeburger Mädels waren mit ihren etwas-mehr-als-nichts-Kleidchen bestimmt nicht zu beneiden, auch wenn sie nicht nur für die Akteure etwas fürs Auge boten. Die TeamsGastgeber Teterow stand mit Christian Hefenbrock, Grzegorz Walasek, Jörg Pingel, Stefan Anderson und Junior Toni Brosowski auf dem Plan. Die Stralsunder gingen neben Busch mit Matze Schultz, Roberto Haupt, David Ruud, und Denis Wienke ins Rennen. (Für Wienke gilt das gleiche wie für Busch was die 2 Teams in den 2 verschieden Ligen angeht.) Die Neuenknicker Hexen stellten René Schäfer, Kevin Wölbert, Rafal Okoniewski, Sebastian Ulamek und Mathias Bartz auf. Und die Wolfslaker traten mit Michael Diener, Manuel Hauzinger, der kein Training fuhr, da er zu spät in Teterow eintraf, Marcin Sekula, Grzegorz Klopot und Erik Pudel an. Der 1. DurchgangIn der schnellsten Zeit des Tages gewann Ulamek den Auftaktheat vor Anderson, Busch und Hauzinger in 61,63 sec. Busch kämpfte gegen die Profis fantastisch und wurde mit einem Punkt belohnt. Die Führung im 2. Lauf holte sich Pingel, doch konnte er Okoniewski nicht halten, der diesen Lauf gewann. Hinter Pingel waren es Schultz, der einen Trainingssturz wegen Kettenriss hatte und in der Pause die ganze Zeit am Material werkelte, und Diener, die ins Ziel folgten. Einen Positionswechsel gab es auch im Anschluss: Walaseks Sieg war ohne Fehl und Tadel, doch auf Rang 2 kam letztendlich Ruud ins Ziel, der Sekula auf Rang 3 verwies. Platz 4 ging an Schäfer, der nach seinem Startsieg auf Rang 4 durchgereicht wurde. Einen Abbruch mit Wiederholungsstart gab es im 4. Lauf. Haupt fuhr Klopot das Vorderrad weg, der daraufhin stürzte. Zum Rerun durften aber alle wieder ans Band und Hefenbrock machte seinen Laufsieg klar. Stark in Szene setzte sich hier Wölbert, der Klopot und Haupt seine Rückennummer zeigte. Mit 10 Punkten gingen die Gastgeber nach dem 1. Durchgang in Führung gefolgt von Neuenknick 8, Stralsund 4 und Wolfslake 2. Der 2. DurchgangDas Ende der 1. Runde verlief für René Schäfer schmerzhaft. Er kam ausgangs der 2. Ecke zu weit raus, kam an letzter Stelle liegend mit dem Hinterrad bei Start und Ziel in die Planke und knallte stumpf aufs Gesicht. Zum Glück passierte nichts ernsthaftes und der Restart wurde ohne ihn vollzogen. Anderson behauptete sich in diesem und gewann vor Schultz und Klopot. Eine klare Sache war es anschliessend für Wölbert, der Pingel, Sekula und Busch den Laufsieg abnahm. Teamkollege Ulamek schaute sich das Siegen ab und gewann vor Walasek, Haupt und Diener. Auch Okoniewski schloss sich dem Siegen an und das, nachdem er Hefenbrock überholen konnte. Hefenbrock kam also auf Rang 2 vor Ex-Team-Weltmeister Ruud und Hauzinger ins Ziel. Teterow und Neuenknick lieferten sich ein Kopf an Kopf Rennen und sie trennten nach 2 Durchgängen magere 2 Pünktchen. Abgeschlagen waren die Stralsunder mit 8 und Wolfslake mit 4 Punkten. Der 3. DurchgangRuud tat mit seinem Laufsieg was für das Konto der Nordsterne, allerdings konnte Wölbert Anderson klar in Schach halten. Eine kleine Sensation war dies schon, doch sollte es noch besser kommen für den Youngster. Reservist Pudel hatte keine Chance um die Punkte in diesem Heat zu kämpfen. Warum im 10. Heat der Start abgebrochen wurde, weiss man nicht genau. Wahrscheinlich war der Start nicht perfekt. So hatte es für Reservist Brosowski auch keine Auswirkungen, dass er nach dem Auslösen der roten Ampel in der Startkurve zu Boden ging. Unverletzt konnte er wieder ans Band, hatte aber hinter Hauzinger, der nur in diesem Lauf seine Klasse ausspielen konnte, Haupt und Bartz das Nachsehen. Walasek setzte sich im Anschluss gegen Okoniewski durch, während Wienke einen Punkt ergatterte, da Klopot ausfiel. Im 12. Lauf kamen sich in der Startkurve Schultz und Hefenbrock etwas zu Nahe. Schultz touchierte Hefe, der in die Bande rutschte. Schultz fuhr gleich zu seinem Nationalmannschaftskollegen und erkundigte sich bei ihm. Alles in Ordnung und nach dem Wechsel des Bikes gingen alle 4 wieder ans Band. Der Sieg ging an Ulamek vor Schultz und Hefenbrock, während Sekula ausfiel. Neuenknick fuhr in diesem Durchgang 3 Punkte mehr ins Ziel, so dass die Hexen nun einen Punkt Vorsprung in der Zwischenwertung schrieben. 25 : 24 lautete dieser, während Stralsund 16 und Wolfslake 7 Punkte bisher ins Ziel brachten. Der 4. DurchgangUlamek kämpfte im 13. Lauf Ruud nieder und verwies ihn auf Rang 2. Pudel und Brosowski teilten sich die Plätze 3 und 4. Sekula wollte beim Start des 14. Heats zu früh los und zuckte kurz. Dies brachte Okoniewski auf die Reise, der ins Band fuhr. Doch die 15 Meter Strafversetzung musste Sekula in Kauf nehmen, der aber alsbald Wienke schon auf der Gegengeraden einholen konnte. Für die Spitze langte es nicht mehr. Da tummelten sich Anderson und Okoniewski, die die Plätze unter sich ausmachten. Respektlos vor großen Namen ging Wölbert auf ins Rennen des 15. Laufes und konnte Walasek klar den Laufsieg abnehmen. Für Schultz blieb somit nur noch ein Punkt übrig, während Hauzinger in der 2. Runde an 2. Stelle liegend ausfiel. Hefenbrock sicherte sich dann den Laufsieg des letzten Vorlaufes. Bartz hingegen konnte in einem packenden Kampf Diener den 2. Platz streitig machen und Busch kam am Ende des Feldes ins Ziel. Die Zwischenwertung versprach eine spannende Finalrunde, denn obwohl es bei dem 3-Punkte-Vorsprung der Neuenknicker blieb, war alles offen um den Tagessieg. Neuenknick schrieb 35, Teterow 32, Stralsund 19 und Wolfsalke mit 10 Punkten. Die Final-HeatsD-Finale Pingel musste gegen die Youngster Busch, Bartz und Pudel ran, doch konnte der DM-Dritte von 2005 einen Laufsieg für sich und die Teterower verbuchen. Busch kam auf Rang 2 ins Ziel vor Pudel und Bartz. Das Remis war schon einmal geschafft - Teterow und Neuenknick hatten nun beide 35 Punkte auf dem Zettel. Hui – das wird jetzt spannend. C-Finale Im C-Finale trafen Haupt, Wölbert, Klopot und Anderson aufeinander. Wahnsinn, was der „Kleine“ Wölbert gegen den „Großen“ Anderson da ausrichten konnte. Sein Start war nicht unbedingt perfekt, doch hielt er ausgangs der Kurve auch am längsten fest und eroberte sich die Führung vor dem schwedischen Profi. Er deklassierte ihn förmlich und sorgte nach diesem Lauf wieder für einen Ein-Punkte-Vorsprung für die Hexen. Klopot und Haupt waren in diesem Finallauf nur Statisten. B-Finale Die Teilnehmer des B-Finals Okoniewski, Sekula und Hefenbrock gingen ein 2. Mal an die Bänder, da Schultz in der Startkurve stürzte. Okoniewski machte das Ding aus seiner Sicht aber klar und verwies Hefenbrock und Sekula auf die Plätze. Tief Luft holen musste man jetzt, denn es war noch ein Lauf offen und Neuenknick führte mit 2 Punkten Vorsprung vor Teterow. A-Finale Hauzinger, Walasek, Ruud und Ulamek waren die Punktbesten ihrer Teams. Walasek übernahm die Führung vor Ruud und Ulamek und Hauzinger. Der Österreicher spielte keine Rolle, doch wenn es so ins Ziel gehen würde, müsste ein Stechen entscheiden. Doch in der 3. Runde passierte es auf der Gegengeraden: Ulamek schießt beherzt an Ruud vorbei, der mit den Füßen schon fast abbremsen musste, als Ulamek vor ihm in die Ideallinie schoss. Das war die rennentscheidende Szene zu Gunsten von Neuenknick. Der letzte Laufsieg ging zwar an Teterow, doch brachte den Hexen dieses äußerst spannende Überholmanöver den Hexen den Tagessieg mit 43 : 42 Punkten. Stralsund kam mit 22 Zählern am Ende auf Rang 3, während die Wolfslaker insgesamt nur 13 Punkte aus den 20 Heats holten. Das ResuméEs war verständlich, dass die Gastgeber etwas enttäuscht über diese Niederlage um nur einen Punkt waren, doch war dieses Rennen wieder einmal eine gute Werbung für den Sport. Allen voran Wölbert, der mit seinen jungen Jahren den Aufschwung des Nachwuchses eindrucksvoll unter Beweis stellte. Bescheiden, wie er nun mal ist, nahm er die Glückwünsche für seine persönliche Leistung schüchtern entgegen und dachte schon wieder weiter: „Ja und morgen ist dann wieder Polen.“ Das Rennen zur 2. LigaDas Teterow Fazit:Positiv: Vielen Dank noch einmal an die Damen des Rennbüros, die mir im Warmen die Möglichkeit gaben, via Notebook die Resultate online zu stellen. Die Musikauswahl war mehr als optimal, auch wenn die Rennleitung im Schiedsrichterturm (die Boxen waren auf dem Turm errichtet worden) mit der Lautstärke etwas Schwierigkeiten hatten. Das neue Knusperhäuschen im Fahrerlager war eine tolle Sache und es gab zwischen den beiden Liga-Meetings genügend Zeit, sich bei einem Kaffee etwas aufzuwärmen. Hut ab vor den Magdeburger Mädels, die in der 1. Liga bei dieser Eiseskälte ihren Job auch für die Fotografen bestens bewältigten. (Übrigens – für das Pfingst–Speedwayrennen sind diese Mädels wieder eingeladen.) Negativ: Etwas überteuert war der heiße Kaffee dann doch mit 1, 50 Euro. Vorschriften sind Vorschriften auch für die Ordner und Ordnerinnen. Doch war es etwas schade nur den einen ausgeschriebenen Platz auf der Tribüne in der Startkurve für die Presse zu vergeben, obwohl mehr als die Hälfte der anderen Plätze frei waren. Dieser Platz mit der Nummer 490 lag obendrein so unglücklich, dass das Geländer dieser Tribüne und ein Flutlichtmast in der Startkurve doch zum Fotografieren im Weg waren und schlichtweg störten. |