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Achtung Rutschgefahr......hieß es wieder für die Teilnehmer des 9. Aces on Ice, das in der Eissporthalle in Unna ausgetragen wurde. Rund 1700 Fans kamen, was eine leichte Steigerung zu der Zuschauerzahl von 2005 bedeutete. Durch kurzfristige Absagen entsprach das Fahrerfeld nicht mehr ganz der Vorschau, doch gaben alle Akteure ihr Bestes und es gab tolle Rennen, kuriose Stürze, einen Crashkönig namens Miroslaw Daniszewski und einen Überraschungssieger mit René van Weele. René legte seine Marschroute schon vor dem Training fest: „Ottie, du kannst am Montag schreiben: René kam, sah und siegte.“ Und er sollte recht behalten, wie sich am späten Abend herausstellte. Noch im 1. Training war der junge Holländer nicht ganz zufrieden mit dem Setup, doch fand er zum 2. Training die richtigen Einstellungen und bot schon hier einen perfekten Fahrstil und fand die letzte Motivation fürs Rennen. Natürlich gehörte Christian Hülshorst zu den Top-Anwärtern auf den Tagessieg, den er sich neben vielen weiteren Podestplätzen in Unna 2003 bisher einmal erfahren konnte. Eine gute Figur, trotz derber Nachwirkungen vom Brokstedt-Wochenende 2005, wo er mehrmals stürzte, machte auch Jörg Pingel, der in Unna ebenfalls zu den Dauergästen gehört und somit auch zu den Top-Favoriten zu zählen war. Björn Danielczik, ebenfalls ein Könner auf dem Eis, durfte man aber auch nicht vergessen. Referee Alfons Sagemüller betonte bei der Fahrerbesprechung noch einmal das Ziel dieser Veranstaltung: „Wir wollen versuchen, einen Spagat zwischen Show und Sport zu bieten.“ Und diesen Spagat nahmen der ein oder andere Fahrer wörtlich, als sie u.a. einem Spagat bei einem Crash nicht mehr entfliehen konnten. Um es einmal vorweg zu nehmen: Außer dem Tschechen Kuba Hejral, der sich eine üble Schnittwunde an der Hand zuzog, gingen die anderen Ausrutscher und Stürze zumeist mit blauen Flecken und Prellungen ab. Allerdings stellte sich am Montag nach dem Rennen bei Ramon Stanek heraus, dass er sich bei seinem Trainingssturz am Nachmittag doch eine Wirbelverschiebung zugezogen hatte, die aber nun aber mit Spritzen behandelt und wieder eingerenkt wurde. In den gut 3 Stunden Pause zwischen Training und Rennen suchte jeder Pilot seine Art sich auf diesen speziellen Saisonstart vorzubereiten, während sich die Halle so nach und nach füllte. Mit der Tanzeinlage der Gruppe „Step by Step“ wurde die Show eröffnet. Die Akteure wurden von Stephan Prante intensiv vorgestellt und eine Lasershow rundete die Eröffnung ab. Der 1. Durchgang René van Weele siegte im Auftaktheat vor Jörg
Pingel, Daniel Rath und Enrico Janoschka. Der 2. Durchgang Hülse liess sich von seinen mitgereisten Fans feiern,
als er seinen 2. Laufsieg perfekt machte. Er liess Pingel, Danielczik
und Visvader klar hinter sich. Der 3. Durchgang Auch dieser Lauf musste 2 Mal gestartet werden, da Stanek
nun unbedingt an Colvin vorbei ziehen wollte und beim Überholversuch
den Briten vom Bike holte. Schiedsrichter Sagemüller kannte kein
Pardon für
Stanek und nahm ihn das 2. mal aus dem Rennen. Den Wiederholungslauf
sicherte sich Pingel nun klar Eibl und Colvin. Der 4. Durchgang Wie gewonnen, so zerronnen... das musste wohl auch Pingel
schmerzlich erfahren. Mit einem gewaltigen Vorsprung kam er in die letzte
Ecke des 13. Laufes, doch stoppte ihn ein Motorschaden, wodurch er über
den Lenker abstieg und sich eine Brustprellung zuzog. Seine weit hinter
ihm fahrenden Mitstreiter Vagt, Frahm und Seliger kamen an ihm vorbei
und sicherten sich derweil die Zähler. Die Semirunde Die Top 8 qualifizierten sich für die Halbfinals. Van Weele (12 Punkte) traf auf Danielczik (10), Janoschka (7) und Vagt, der allerdings seine 7 Punkte immer aufgrund der Ausfälle und Stürze seiner Mitstreiter ergatterte und somit gegen die auserleseneren Gegnern kaum eine Chance haben wird. Und so war es auch – van Weele holte sich seinen 5. Laufsieg in Folge, während Janoschka sich von Rang 3 auf 2 an Danielczik fahren konnte. Vagt blieb weit hinterher, war aber nach Rennende sehr zufrieden über sein Eis-Debüt in Unna. Für das 2. Halbfinale gingen natürlich Hülse (11) als Favorit, Visvader (8), Pingel (7) und Eibl (6) ins Rennen. Zunächst sagte Pingel seinen Start ab, da sein Aggregat ja im Lauf zuvor den Geist aufgab, doch stellte Colvin auch ihm ganz schnell sein Bike zur Verfügung und der Rücktritt wurde schnell zum Rücktritt erklärt. Hülse machte alles klar und blieb mit einem Punkt Abstand van Weele immer noch ganz dicht auf den Fersen. Pingel allerdings hatte nicht das Glück des Tüchtigen gebucht und viel mit dem Ersatzmotorrad auch noch aus, während sich Visvader von hinten auf Rang 2 vorarbeitete und somit Eibl auf Rang 3 verfrachtete. Das Finale 6 Runden Spannung standen nun noch einmal an, denn fanden sich mit van Weele (15), Hülshorst (14), Danielczik (11) und doch irgendwie überraschend Visvader (10) nun die 4 Top-Scorer zum alles entscheidenden Lauf beim Startmarshall Benny ein. Wäre das Finale nach 4 Runden zu Ende gewesen, hätte es zu einem Stechen kommen können mit Hülse und René, da Hülse die Führung hatte. Auch Björn wäre auf dem Podest mit der 3 gelandet, doch es sollte anders kommen. Zunächst verabschiedete sich Björn mit einem Dreher aus dem Endlauf in der Zielkurve der 4. Runde, während es ein halbe Runde weiter vorne zum Angriff von René auf Hülse kam. Dabei berührte er das linke Bein von Hülse, der daraufhin wegrutschte. Doch Schiedsrichter Sagemüller liess weiterlaufen. Hülse ließ sich aber auf nichts ein und sprang sofort auf Bike und versuchte noch den nun auf Rang 2 fahrenden Visvader einzuholen. Das gelang zwar nicht mehr, dennoch langte es für Hülse ganz klar zum 2. Rang hinter dem neuen Aces on Ice René van Weele. Alle Ergebnisse – Das Rahmenprogramm Das Unna-Fazit:Positiv: Mehr Zuschauer als im letzten Jahr fanden den Weg nach Unna, die für eine tolle Stimmung sorgten. Die Fahrer dankten ihnen mit tollen Fights und ein wenig Show (u.a. Hülse und René mit Pyrotechnik am Bike und Wheelieeinlagen) – das ist für das nächste Jahr aber noch ausbaufähig. Shane Colvin ist zu danken, der ganz uneigennützig Simon Frahm und Jörg Pingel sein Motorrad immer wieder zur Verfügung stellte. Fetzige und vor allem aktuelle Musik brachte einen tollen Rahmen. Startmarshall Benny Kuipers aus Belgien versteht sein Handwerk und es machte richtig Spass, ihm beim Fahneschwenken zuzusehen. Negativ: Bereits morgens um 10.00 Uhr sollten die Akteure vor
Ort sein, auch wenn sich nicht alle an diese Uhrzeit hielten oder halten
konnten. Die Zeit zwischen Ende Training (ca 15.15 Uhr) und Eröffnungsshow
(18.00 Uhr) war ebenfalls etwas zu lang. Stark angetrunkene Fans belästigten in den Pausen im Fahrerlager einige Fahrer und „baten“ doch um noch mehr Show und Action – sprich Stürze. Der Bahndienst wurde viel zu spät durchgeführt und dauerte dadurch viel zu lange. Selbst der Eismaschinenfahrer meinte: "Da ist viel zu viel Schnee drauf." |