Langbahn WM-Finale 3 in Vechta
16.09.2006

16.09.2006 22:29:04
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Die letzten Atemzüge vor dem Rennen

Bis zur fast letzten Sekunde hatte Robert Barth zu Beginn der Saison mit seiner WM-Zusage gewartet. Doch da der AC-Vechta den letzten Lauf zur Langbahn WM ausfahren durfte, entschloss sich der Clubfreund, auf Kurs Titelverteidigung zu gehen.

Die Vorbereitungen innerhalb des Clubs vergingen fast wie im Fluge und man fragte sich, wo ist die Zeit nur geblieben. Hat man alles gedacht? Womit können wir am Rande der WM die Fans beeindrucken? Es wurde überlegt, geplant und organisiert. Aber dieser ganze Aufwand hat sich mehr als gelohnt. Eine volle Hütte, dazu passendes Wetter und die gute Stimmung auf den Rängen trugen dazu bei, dass es ein Bahnsport-Festival wurde. 4 Große Video-Walls und eine Livebühne waren im Innenfeld aufgebaut, dafür war das Wäldchen weg. Das war die Auflage, um diesen GP 3 austragen zu dürfen.

Bereits am Donnerstagspätnachmittag gab es mit dem Soundcheck des Road-Sound-Teams schon einiges auf die Ohren – Hui, wie würde es wohl 48 Stunden später auf den jetzt noch leeren Rängen aussehen? Das Adrienalin stieg schon einmal, doch waren die Arbeiten an der Bahn sowie der „Papierkram“ noch lange nicht fertig. Im Hause der Rennsekretärin Sylvia Wolleringverrichtete der Drucker mit einem 11 Stunden-Dauereinsatz Schwerstarbeit, um die letzten offiziellen Mappen bestücken zu können.

Hinzu kam dann allerdings, dass man den Posten des Referees für das Rahmenprogramm kurzfristig mit Ulli Ehlert umbesetzten musste, da der eigentlich eingeplante Holger Bolsmann aufgrund einer schweren Krankheit ins Krankenhaus musste.

Im Namen des AC-Vechta gehen die besten Genesungswünsche ins Krankenhaus.

Oben im Fahrerlager hatte man mit langfristiger Arbeit eine Ebene geschaffen und ein endlos scheinendes Zelt aufgebaut, das für die WM-Piloten die Boxen bot. Ein tolles Bild und die Fans konnten trotz Absperrung durch kleine Absperrgitter immer noch genügend Blicke auf ihre Idole erhaschen.

Der Freitag

Am Freitagnachmittag gingen dann die Akteure in ihre übliche Trainingssession mit 2x20 Minuten plus 2x2 Runden Bandstart. Doch schon nach einigen freien Runden war die Bahn sehr tief. So tief kannte man die Bahn gar nicht in Vechta, doch lag es an dem neu aufgefahrenen zusätzlichen Belag. Die Jury erkannte dieses Problem bei einem ihrer Meetings am Freitag und handelte. Nach dem Training waren dann die Bahndienstler gefragt und zogen das lose Material ab, während sich die WM-Piloten schon fertig für den Empfang im Rathaus beim Bürgermeister Uwe Bartels machten.

Ein Shuttle-Service vom Stadion zum Rathaus war organisiert, lobende Worte des Bürgermeisters, dem AC-Vorsitzenden Ludger Spils und dem ausscheidenden CCP-Vorsitzenden Signore Renzo Giannini wurden gesprochen und ein leckeres Buffet beendeten den offiziellen Teil für die Fahrer am Freitag.

Für den Samstag wurde ihnen dann, um sich neu auf die Bahn einzustellen, ein 3-Minutiges „Sondertraining“ oder auch kleines Warm Up ermöglicht. Somit hatten dann auch Stephan Katt, Theo Pijper und auch Massimo Mora wenigsten einen kleinen Bahnkontakt vor dem Rennen, da sie sich für den Freitag entschuldigen mussten.

Der Samstag

Mit dem Training des Rahmenprogramms ging es dann am Samstagmorgen weiter, während die WM-Akteure so nach und nach eintrudelten. Erste Heats der Schülerklasse A und B-Lizenz Solo rundeten den Nachmittag mit dem o.g. Warm Up ab, ehe es so langsam ernst wurde.

Die Eröffnungsfeier

Das Stadion füllte sich zusehenst, und zur Fahrervorstellung gab es kaum noch große Lücken auf den Rängen. Ein Gruppenfoto mit den Akteuren war für die Pressevertretung geplant, ehe es zum Start ging. Hier warteten etliche Harley-Fahrer aus Berlin auf ihren Einsatz als Taxifahrer für die WM-Teilnehmer.

Sylvia Wollering hatte für Ludger Spils dann noch eine besondere Überraschung parat, als er nichts ahnend von einer jungen Lady in einem Gespann bei ihr im Rennbüro abgeholt wurde. Junge junge, die Dame hatte aber einen ganz schönen Zacken drauf und Spils musste sich ordentlich – vor allem in den Kurven – festhalten.

Ob es ihm beim Anblick der hübschen Dame die Sprache verschlug, sei dahin gestellt, auf jedenfall konnte er seine Eröffnungsrede nur noch mit heiserer Stimme rüberbringen. Die Stimme auf keinen Fall verloren hatte dann eine weitere Dame, die die Nationalhymne live von der Bühne sang. Ein Blick auf das komplett stehende Publikum erinnerte dabei fast an die Fußball-WM in diesem Jahr.

Bis zum Start des Last Chance Heats waren nun noch knapp eine halbe Stunde Zeit. Aber nichts von wegen Langeweile: Auf der Bühne nahm die Coverband „Beatles“ Platz und brachte einige der Hits der Idol-Band früherer Jahre zum Besten und Innenfeld-Moderator Stephan Prante animierte die Fans zu einer gigantischen La-ola-Welle.

Los gehts

19.00 Uhr – die Spannung stieg nun und wessen Blut jetzt noch nicht in den Adern am Pulsieren war, kam entweder durch die Staus auf den Autobahnen zu spät ins Stadion oder hatte schlicht weg - aus welchen Gründen auch immer - diese Eröffnungsfeier verpasst. Die Franzosen, die ja mit einigen Fahrern, Offiziellen und auch Fans zumeist selber die Stimmungskönige im Süden Frankreichs sind, staunten zumindest schon mal nicht schlecht, was der AC alles im Vorfeld organisierte. Das, was nun in den Rennen folgen sollte, stand jetzt aber in keinem Regiebuch mehr.

Der Last Chance Heat:

Massimo Mora, Jannick de Jong, Matten Kröger, Stephan Katt, Glen Phillips und Marius Rokeberg gehen von innen nach aussen auf die Reise. Unsere Deutschen haben die Nase vorne, doch kommen de Jong und Rokeberg extrem quer bei dem nun fast betonartigen Untergrund und finden sich in der Planke wieder. Leider bleibt Mora dabei irgendwie mit dem Fuss hängen, und obwohl er nicht stürzt, muss er sich wegen Schmerzen am Fuss vom Restart und somit auch dem möglichen festen Platz im Rennen verabschieden.

Der Restart:

Wieder erwischen Kröger und Katt einen guten Start und führen die restlichen Verfolger durch die Kurven. Phillips, der aufgrund der verletzungsbedingten Absage von Sébastien Tresarrieu das Vertrauen des AC's bekam, hat keinen guten Start und arbeitet sich nun Meter um Meter nach vorne. De Jong ist sein erstes Opfer und nun hat er Katt im Visier, den er immer wieder angereift. Der Brite sucht sich den Platz innen, touchiert dabei mit seinem Hinterrad das Vorderrad von Katt, der darauf leicht ins trudeln gerät, sein Bike aber wieder Kontrolle bekommt aber nun auch noch einen weiteren Platz an de Jong abgeben muss. Rokeberg hatte mit dem Ausgang Kröger, Phillips, de Jong und Katt nichts zu tun.

Heat 1:

Wieder muss der Lauf schon in der 1. Ecke abgebrochen werden. Enrico Janoschka und Joonas Kylmäkorpi kommen ähnlich quer wie Rokeberg und de Jong zuvor und finden sich ebenfalls in der Planke wieder. Fast regungslos liegt der Finne zunächst an der Planke, doch scheint er nicht wirklich was abbekommen zu haben, denn kann er sich nach einer kurzen Erholungspause wieder aufs Motorrad setzten und den Restart mit allen 6 Fahrern in Angriff nehmen. Ricky hingegen wusste sofort, dass irgendwas mit dem linken Knie nicht in Ordnung ist. Er lässt sich etwas genauer untersuchen und sagt alle anderen Läufe leider ab.

(Am Sonntag suchte er noch einmal einen Arzt auf, der einen Bänderriss nicht ausschließen konnte und ihn für den Montag weiter zum Chefarzt des Krankenhauses in Güstrow verwies. Dass er nun auf das EM-Finale in La Réole verzichten muss, scheint unumgänglich zu sein. Doch ob er mit dieser Verletzung auch die Saison vorzeitig beenden muss, wird sich im Laufe der Untersuchung herausstellen. Speedway.org bleibt am Ball – Gute Besserung von dieser Stelle)

Zurück zum Restart des ersten Laufes. Da Janoschka im ersten Durchgang gleich ausfiel, wird der erste Reservist de Jong nun komplett alle Heats von Janoschka übernehmen.

Barth setzt sich an die Spitze und hat seinen ärgsten Mitstreiter Kylmäkorpi im Nacken. Seine Angriffe kann der Titelverteidiger abwehren. Christophe Dubernard fährt indes ganz sicher auf dem 3. Rang während de Jong mit Otto Niedermeier um Rang 4 streitet. Der Niederländer setzt sich durch und hinter Niedermeier liegt Sirg Schützbach am Ende des Feldes.

Die letzte Ecke wird von Barth und Kylmäkorpi in Angriff genommen und der Finne macht sich so lang, dass es für den Laufsieg im 1. Heat langt. Wow – was für ein Auftakt.

Kylmäkorpi – Barth – Dubernard – de Jong – Niedermeier – Schützbach

Heat 2:

Mit einem Blitzstart kommt Bernd Diener aus den Bändern und liegt in Front. Doch wird er noch dreimal von seinen Mitstreitern eingeholt. Andersrum schießt sich Gerd Riss von Platz 4 aus an die Spitze vor und siegt am Ende in diesem Lauf, während Stéphane Tresarrieu und Theo Pijper ihrerseits um Platz 2 einen Fight ausfahren. Am Ende des Feldes verliert Herbert Rudolph seinen zwischenzeitigen 4. Rang und kommt hinter Daniel Bacher ins Ziel.

Riss – Pijper – St. Tresarrieu – Diener – Bacher – Rudolph

Heat 3:

Mathieu Tresarrieu, der wie sein Bruder das erste Mal in Vechta ans Band ging, sichert sich nach einem eher mittelmäßigen Trainingseindruck nun einen ganz klaren Start-Ziel-Sieg. Phillips versucht alles, um den vor ihm liegenden Jörg Tebbe den 2. Rang abzunehmen, was dem Briten auch gelingt. Tebbe bleibt nun sicher vor Kröger sowie Erik Eijbergen und Zdenek Schneiderwind.

M. Tresarrieu – Phillips – Tebbe – Kröger, Eijbergen – Schneiderwind

Heat 4:

Schützbach liegt in Front als M. Tresarrieu in der Startkurve Kontakt mit Phillips hat und zu Fall kommt. Referee Petr Ondrasik lässt auch hier wieder alle Piloten ans Band. Tresarrieu blieb unversehrt und kann wieder mit an den Start fahren. Die beste Reaktion nach dem Restart zeigt nun Rudolph, der an der Spitze liegt. Doch im Laufe der 4 Runden wird er bis auf Rang 5 durchgereicht. Die zwischenzeitige Führung jetzt von M. Tresarrieu macht ihm aber Schützbach zu nichte, der diesen Lauf am Ende gewinnt. De Jong fightet derweil mit Schneiderwind um Rang 3 und setzt sich am Ende auch gegen den Tschechen durch. Diener hat in diesem Lauf das Nachsehen und kommt mit der roten Laterne im Ziel an.

Schützbach – M. Tresarrieu – de Jong – Schneiderwind – Rudolph – Diener

Heat 5:

Die Plätze in diesem Heat sind schnell verteilt und nach dem ersten Kurvenkampf reiht sich alles hinter Kröger ein. Selbst Kylmäkorpi kann den deutschen Wildcardfahrer die Führung nicht streitig machen und Riss zeigt mit dem 5. Rang eine kleine Schwäche, da er es auch nicht schafft an St. Tresarrieu und Tebbe vorbeizuziehen.

Kröger – Kylmäkorpi – Tebbe – St. Tresarrieu – Riss – Dubernard

Heat 6:

Insgesamt muss dieser Lauf 3 Mal gestartet werden. Bacher kommt in der ersten Ecke zu Fall und verletzt sich nun auch noch am linken Knie, nachdem er eh mit einer Handverletzung ins Rennen ging. Für den Restart beisst er aber noch einmal auf die Zähne und fährt wieder ans Band.

Restart 1: Nun kommen sich die Niederländer Eijbergen und Pijper ins Gehege und finden sich beide am Boden wieder. Auch ihnen ist nichts passiert und auch für den 3. Start dürfen alle wieder ans Band.

Restart 2: Pijper liegt in Front vor Barth, der sich aber an Pijper vorbeiarbeiten kann. Niedermeier liegt dahinter, muss sich aber mit Phillips um Rang 3 streiten. Wieder hat der Brite das bessere Ende dann für sich und Bacher erhält noch einen - seinen letzten - Punkt, da er nach diesem Heat auf weitere Starts verzichtet. Eijbergen fiel zwischenzeitig aus.

Barth – Pijper – Phillips – Niedermeier – Bacher – Eijbergen A

Heat 7:

Kylmäkorpi zieht zu einem Start-Ziel-Sieg, doch hinter ihm tobt der Bruderkampf zwischen Stéphane und Mathieu. In Best-Pairs Manier mit einigen Positionswechseln zeigen sie dem deutschen Publikum, was in ihnen steckt. Stéphane hat dann aber das bessere Ende für sich, während Schützbach und Eijbergen folgen. Stephan Katt, der nun für Bacher ins Rennen geschickt wurde und anfänglich um Rang 3 mitmischte, fällt letztendlich aber aus.

Kylmäkorpi – St. Tresarrieu – M. Tresarrieu – Schützbach – Eijbergen – Katt A

Heat 8:

Der Bruderkampf der Franzosen war schon sehenswert im Lauf zuvor, doch können die anderen Kollegen auch so einen Fight sogar bis zur Ziellinie ausfahren. Es geht um Kröger, der mit einer geschickten Linienwahl am Kurvenausgang immer noch einen Tick besser herauskommt als Pijper. Aus der letzten Ecke kommen aber beide fast zeitgleich heraus und beide sehen sich auf der Linie als Sieger. Doch das Zielfoto entscheidet zu Gunsten von Kröger, der um Reifenbreite dieses packende Finish gewinnt.

Rudolph, der zu Beginn des Laufes noch Pijper vor lag, festigt sich auf Rang 3 vor Dubernard, Schneiderwind und Niedermeier.

Kröger – Pijper – Rudolph – Dubernard – Schneiderwind – Niedermeier

Heat 9:

Bei diesem fast rein deutschem Aufeinandertreffen inkl. Phillips kann man wieder ein klein wenig durchatmen, denn geht er zwar spannend aber nicht ganz so actionreich über die Bühne. Barth macht mal wieder alles klar und hat die Verfolgerschaft locker unter Kontrolle. Auch Riss und Phillips können daran nichts machen, während de Jong nun hinter Tebbe einen Punkt aus diesem Einsatz holt und Diener somit wieder auf Rang 6 hinter sich lässt.

Barth – Riss – Phillips – Tebbe – de Jong - Diener

Heat 10:

St. Tresarrieu muss sich seinen Laufsieg hier hart gegen Kröger erarbeiten, der zunächst in Front liegt, während Schützbach sicher auf Rang 3 fährt. Hinter ihm tobt aber der Kampf um Rang 4 zwischen Eijbergen und Rudolph. Der Deutsche passiert den Niederländer und sichert sich 2 wichtige Punkte, die ihn am Ende noch ins B-Finale bringen. Niedermeier komplettiert das Feld erneut auf dem letzten Platz

St. Tresarrieu 14 (B)– Kröger 16 (A) – Schützbach 10 (B) – Rudolph 6 (B) – Niedermeier 3 (C)

Heat 11:

Riss muss sich gegen Pijper auf Rang 1 behaupten und kann sich am Ende durchsetzten. Aber auch dahinter gibt es einen engen Fight, der wiederum auf der erst auf der Ziellinie entschieden wird. Die Akteure sind Phillips und de Jong. Beide Youngster geben alles, doch bleibt Phillips am Ende um eine Nasenlänge vor de Jong. Schneiderwind und Dubernard folgen.

Riss 15 (A) – Pijper 16 (A) – Phillips 13 (B) – de Jong 8 (B) – Schneiderwind 4 (C) – Dubernard 5 (C)

Heat 12:

Barth fährt im Laufe der 4 Runden einen sagenhaften Vorsprung heraus und sicher sich schon einmal den Vorrundensieg. Kylmäkorpi kann diesmal also nicht dagegen an gehen, so wie im Auftaktheat. Aber das wichtigste Duell steht ja noch an. Von Rang 5 aus arbeitet sich der nun schlecht aus den Bändern gekommene M. Tresarrieu nach vorne und verdrängt somit Tebbe von seinem 3. Rang. Katt holt sich seinen ersten und einzigen Punkt und Diener musste wieder Federn lassen, nachdem er anfänglich auf Rang 4 lag.

Barth 19 (A) – Kylmäkorpi 18 (A) – M. Tresarrieu 15 (A) – Tebbe 10 (B) – Katt 1 – Diener 2 (C)

Kurz durchatmen

Vor den Finals um die Endwertung der WM und Vergabe der Medaillen gab es wie auch zwischendurch immer die Rennen der Gespannklasse sowie die Siegerehrungen des kompletten Rahmenprogramms. (Der Bericht dazu wird folgen) Interviews durch Prante auf der Bahn oder aus dem Fahrerlager wurden direkt an die Video-Wall übertragen und die Fans erkannten sich auch immer wieder auf den Leinwänden, als die Kameras ins Publikum filmten.

Die Finalrunde

Das C-Finale:

Niedermeier, Diener, Schneiderwind, Bacher, dessen Startplatz aber leer blieb, Eijbergen und Dubernard gehen hier von innen nach aussen auf die Reise. Schneiderwind setzt sich hier das erste Mal an diesem Abend vom Start weg in Szene und holt sich den Finalsieg vor Dubernard, Diener, Eijbergen und Niedermeier.

Das B-Finale:

Hierfür nehmen Rudolph, Tebbe, Schützbach, Phillips, de Jong und St. Tresarrieu von innen nach aussen Aufstellung. Phillips holt sich die Führung vor Tresarrieu, doch Franzose setzt zum Überholmanöver an und kommt am Briten vorbei. In der 2. Ecke stürzt nun Phillips und – so wie er nach dem Rennen sagte – wartet auf den Einschlag der Verfolger. Doch ein Zusammenprall mit den Mitstreitern bleibt zum Glück aus und Ondrasik lässt das Rennen weiterlaufen, da er erkennt, dass Phillips ins Innenfeld schieben kann.

Schützbach kommt dadurch auf Rang 2 ins Ziel vor de Jong, Tebbe und Rudolph.

Das A-Finale:

M. Tresarrieu, Pijper, Kylmäkorpi, Kröger, Riss und Barth stehen von innen nach aussen parat, doch der Start gefällt dem Schiedsrichter nicht und Ondrasik pfeift alle 6 Finalisten wieder zurück zum Restart ans Band.

Diesmal geht alles glatt und Barth fährt zur erfolgreichen Titelverteidigung und seiner allerletzten Runde auf der Langbahn. Pijper folgt als erstes vor Kylmäkorpi, Tresarrieu und Kröger. Auf die Frage, was nach der grandiosen Vorrunde im Finale mit Kröger los war, antwortete der Bokeler: „Ich habe mich bei der Startplatzwahl ein wenig verpokert.“

Barth lässt sich verdient von den Fans feiern und bedankt sich bei ihnen mit einigen Wheelies, ehe ihm die Goldmedaille durch Giannini überreicht wird

Kleines Fazit:

Jörg Tebbe sicherte sich mit diesem 10. Platz insgesamt 25 WM-Punkte, was Rang 8 und die feste Qualifikation für den GP 2007 bedeutet.

Glen Phillips kam in allen 3 GPs durch die Wildcard-Nominierungen zu den Einsätzen in der WM. Er dankt dem AC-Vechta dafür, dass er auch die Chance nach Sébastien Tresarrieus verletzungsbedingte Absage bei diesem GP erhalten hat und hatte schon mit Erreichen des B-Finals das Ticket für die nächste WM in der Tasche.

Die Top 5 der WM:

Vechta-Debütant Mathieu Tresarrieu schlug sich, wie auch Bruder Stéphane, achtbar, doch langte es am Ende dann doch nicht, Riss genügend Paroli im Kampf um die Bronzemedaille zu bieten.

Theo Pijper verbesserte sich mit diesem 2. Platz in der Tageswertung noch auf Rang 4 der Gesamtwertung. Hätte er beim WM-Auftakt in St.Macaire nicht schon fast alles verspielt, hätte es auf dem WM-Podest auch anders aussehen können.

Gerd Riss strahlte über alle Backen über die Verteidigung des 3. Platzes, den er vor diesem Finale gegen M. Tresarrieu inne hielt. Er wird im nächsten Jahr neben Tebbe somit der einzige aus Deutschland sein, der schon in der WM drin ist.

Joonas Kylmäkorpi stand vor diesem Finale in der Position, in der auch Riss 2004 beim Finale in Neuseeland stand. Hier lag Tatum auch mit 10 WM-Punkten in Front und Riss wurde am Ende Weltmeister. Rein rechnerisch war also im Fall des Finnen auch noch alles möglich, doch bei der sportlich erfolgreichen und materiellen Verfassung von Barth eher nicht denkbar gewesen. Barth tat ihm diesen „Gefallen“ nicht.

Robert Barth behielt nämlich die Nerven und wurde der erste Weltmeister, der mit einer Maximalpunktzahl aus allen GPs kommt. Robert wird definitiv mit dem Langbahnsport aufhören. Ein Paar Speedwaymeetings stehen allerdings noch an und ein Ziel hat er nach der erfolgreichen DM und nun auch WM immer noch: „Wir wollen mit dem MSC Olching doch noch deutscher Mannschaftsmeister werden.“

Die ErgebnisseDie WM-WertungDas Rahmenprogramm

Eine Überraschungsfeier

Es war noch lange was los im Fahrerlager und auch im Festzelt waren noch einige Fans – allerdings weniger als vermutet. Die Fahrer liessen sich dort auch blicken und es wurde noch etwas gefeiert.

Für den frischgebackenen Weltmeister war aber mit dem Verlassen des Stadions immer noch kein Feierabend, denn wartete auf ihn und seine Crew noch im Wolleringschen Domizil in Lohne eine Überraschungsfete. Nachbarn hatten in der Zwischenzeit schon alles liebevoll vorbereitet und der Fanclub aus Memmingen kam auch mit Mann, Maus und Bodyguards.

Es war schon ein Versprechen einer der Bodyguards im Vorfeld, dass es bei der erfolgreichen Titelverteidigung eine „Special-Version“ ihrer Performance geben wird. Dargeboten wurde „Die Glocken von Rom“, die man mit Worten gar nicht wieder geben kann. Sowas muss man gesehen haben....

Zu früher Morgenstunde wollte der Weltmeister schon das zeitliche Segnen, doch kamen mit u.a. Josef Hukelmann, Glen Phillips und sein Vater sowie natürlich auch der endgültig stimmenlose Ludger Spils noch weitere Gäste aus dem Stadion. Doch Barth gab sich selber die rote Flagge und brach ab. Am Ende wurde es schon hell, als in der Voßbergstrasse Ruhe einkehrte.

Das Vechta-WM-Fazit:

Negativ:

Im Vorfeld gab es ernsthafte Auseinandersetzungen mit der anliegenden Nachbarschaft des Stadions. Sie gefährdeten dabei fast die Austragung dieses Events, doch fand man einen Kompromiss.

Ein „selbsternannter“ Fotografenkollege mogelte sich - wie auch immer - mit eigener Presseweste ins Innenfeld ohne sich auch nur vorher angemeldet zu haben. Er wurde aber des Feldes verwiesen, da außerdem von der Jury beschlossen wurde, anstatt 5 nur 2 Fotografen ins Innenfeld zuzulassen. Presseobmann Ubbo Bandy hatte die Einteilungen der Kollegen aber im Griff.

Leider gab es mit Massimo Mora, Enrico Janoschka und Daniel Bacher, die verletzungsbedingt nicht mehr fahren konnten, gerade nach dem Rennen noch einiges für die Rennärztin Almut Opolka zu tun. Am schlimmsten erwischte es dabei eine Frau, der ein Fan bei der Siegerehrung auf den Fuss sprang und sie sich einen glatten Unterschenkelbruch zuzog. – Gute Besserung von dieser Stelle.

Mückenalarm lag in der Luft dieses spätsommerlichen Abends. Ich selber habe mir 26 Mückenstiche eingefangen. Wer kann mehr bieten?

Positiv:

Die äußeren Bedingungen stimmten. Ca 9000 Fans boten die tolle Kulisse und gingen bei herrlichstem Wetter mit der Stimmung mit. Lange Weile in den Bahndienstpausen durfte eigentlich bei dem Programm aus dem Innenfeld, ob mit Video-Wall oder Livemusik nicht aufgekommen sein. Sollte es doch so sein, dann hat der jenige was falsch gemacht.

Der Empfang am Freitagabend im Rathaus war eine gelungene Sache.

Die klasse Programmhefte waren seine 3 Euro mehr als Wert.

Das zusätzlich eingeräumte Warm Up nach der Bahnpräparation durch die Jury ist wirklich positiv zu erwähnen.

Glen Phillips nach dem Rennen: „Es war die beste Veranstaltung, die ich je miterleben durfte!“ Mehr kann man diesem Event nicht hinzufügen außer:

Danke an Sylvia und Heinz Wollering. Zum einen für die Unterkunft und zum anderen für die Möglichkeit der kleinen Feier für Robert.

Ein Dankeschön von Robert Barth richtet sich auch noch an die Nachbarschaft in der Vossbergstrasse, die Verständnis für diese nächtliche Feier hatte.