|
|
Glückwunsch zur WM-PremiereDass es in Herxheim schon des öfteren um WM-Plätze und WM-Punkte ging, ist nichts Neues. Doch war es neu, dass es erstmals ein FIM-Prädikat auf der Speedwaybahn gab – und das erst fast genau 2 Jahre nach der Speedway Eröffnung. Nach der Junioren DM im letzten Jahr fand nun der 1. Qualifikationslauf zur U21 Speedway WN statt. „Ich habe ja noch ganz andere Visionen“, so Rennleiter Joachim Ohmer vor dem Rennen. „Ich möchte hier auch einmal den Speedway GP herholen.“ Ein Problem gab es allerdings im Waldstadion, oder besser gesagt, in der gesamten Umgebung: Es hatte seit Wochen keinen Tropfen mehr geregnet und die Bahn war dadurch knüppelhart. Im Laufe des Rennens verschwand an der Innenkante auch immer mehr der Bahnbelag und es war dort nur noch der blanke Beton zu sehen. Die Fahrer stellten sich aber alle darauf ein, obwohl es einige Stürze gab, die aber allesamt ohne Verletzungen ausgingen. Petrus schickte schon mal die ersten Sommerboten rüber mit geschätzten 27 Grad und Sonne satt. Nur die Fans blieben augenscheinlich auf der großen Tribüne aus. Während am freien Training von 2 x 15 Min pro Gruppe alle fleissig trainierten, verzichteten beim 2x2-Runden Bandstart einige Akteure auf ihre Möglichkeit. Für Deutschland gingen Max Dilger, Frank Facher und Richard Speiser ins Rennen. Der Reservisten Stefan Kurz und Christoph Demmel warteten vergeblich auf ihren Einsatz und machten es sich mit Stuhl und Sonnenschirm am Vorstart auf der Sandbahn gemütlich. Wer hatte die besten Chancen?Aus Sicht unserer Jungs traute man allen etwas zu – und vor allem Max Dilger ging hochmotiviert ins Rennen und peilte einen Podestplatz an. Doch er wurde der tragische Held dieses Rennens – der Pechvogel des Tages. (Mehr dazu im Schlusswort von Max). Ein Sturz und 2 Kettenrisse verhinderten mindestens 7 Punkte, die er zu seinen ins Ziel gebrachten 3 Punkte hätte zählen können. Franky Facher hingegen hatte bis auf eine Nullrunde im 2. Durchgang einen sehr guten Eindruck hinterlassen und schaffte im 16. Heat auch den einzigen deutschen Laufsieg. Mit insgesamt 8 Punkte erreichte er Platz 7, was den letzten Platz um den Einzug in die Semirunde bedeutet. Herzlichen Glückwunsch! Richie Speiser kämpfte ebenfalls um jeden Punkt und konnte sich mit einem Punkt mehr von 4 weiteren Fahrern absetzten. Mit 7 Punkten schaffte er den Reserveplatz für die nächste Runde und kam so gesehen noch um ein Stechen mit Hynek Stichauer, Mark Stiekema, Manuel Novotny und Jannick de Jong herum, die allesamt 6 Zähler ins Ziel brachten. Ein StechenEin Stechen gab es trotzdem. Während der smarte Chris Holder (19) aus Australien diesen Qualilauf mit 14 Punkten gewann und der Pole Pavel Hlib mit 13 Punkten auch seinen 2. Rang schon nach seinem letzten Lauf sicher in der Tasche hatte, mussten der kahlgeschorene Österreicher Fritz Wallner und der Slowene Martin Vaculik mit je 12 Punkten ins Stechen um Rang 3. Holder gab seinen Punkt an Matej Küs ab, der seinerseits mit 10 Punkten ebenfalls locker ins EM-Semi kam. Hlib musste derweil 2 Zähler an seine Mitstreiter abgeben. Zum einen natürlich an Holder, den ich persönlich vom Aussehen her mit Tommy Stange nur mit schwarzen Haaren verglich, abgeben musste. Zum anderen kämpfte er mit Wallner im 14. Heat um den Laufsieg, den er aber verlor. Wallner begann „schwach“ mit 1 und dann 2 Punkten, ehe er der Konkurrenz das Siegen abnahm. Sein Run-off-Konkurrent Vaculik brachte das selbe Punkteschema ins Ziel, doch verlor er im 13. Heat, und das war auch der spannenste Lauf des Tages, nur knapp im Fotofinish gegen Manuel Novotny, ebenfalls aus Österreich. Aber auch das Stechen war dann nicht ohne. Die beiden Protagonisten lieferten sich einen tollen Fight mit vielen Positionswechsel. Am Ende hatte aber der Slowene die Nase im Ziel vorne. Holder, Hlib, Vaculik, Wallner hiessen also die ersten Top 4 des Tages. Den weiteren Einzug ins EM-Halbfinale sicherten sich dann noch Adrian Gomolski (Polen), Matej Küs (Tschechien), der einmal zu Boden ging, aber den Rerun dann sogar gewann, und natürlich Frank Facher. Speisers Reserveplatz lässt noch alles offen in bezug auf eine mögliche WM-Endlaufteilnahme, denn ist diese WM-Runde ja gerade erst angefangen und bis zu den Semis, die erst Mitte Juni beginnen, kann noch einiges passieren. Unsere holländischen FreundeAus dem Nachbarland Holland reisten der Meister Jannick de Jong und Mark Stiekema an. Während de Jong immer sehr schwere Läufe hatte und am Ende einen 2. Rang als seine beste Ausbeute bezeichnen konnte, profitierte sein Landsmann Mark vor allem davon, dass er im 7. Lauf alles Gegner hatte, die im Endklassement hinter ihm lagen. Stiekema gewann diesen vermeintlich leichtesten Lauf und hatte dann noch in den letzten 2. Läufen Glück, dass andere Mitstreiter vor ihm liegend entweder stürzten oder ausfielen. Beide schrieben am Ende 6 Punkte und während Stiekema auf Rang 10 mehr als zufrieden war, war de Jong auf Rang 12 doch etwas sehr enttäuscht, denn wussten er, wie Mark auch, dass nur 2 Pünktchen mehr einen Platz unter den Top 7 hätte bedeuten können. Aber so erging es Hynek Stichauer auch, denn hätte er im letzten Lauf nicht in der Startkurve der letzten Runde das Rennen nach einem Sturz auf dem Rücken im Gras beendet, hätte ihm anstatt mit 6 Punkten auf Rang 9 liegend eventuell auch eine bessere Platzierung zugestanden. Aber hätte wenn aber...Hätte Max nicht so einen so einen rabenschwarzen Tag bestückt mit einem fürchterlichen Aufsteiger und 2 Ausfällen gehabt, hätte er am Ende am Ende nicht mit nur 3 Punkten auf Rang 14 gelegen und wäre somit auch nicht eingerahmt gewesen von Jozsef Tabaka CZ, Attila Lörincz H und Voldrih Matic SLO, die allesamt weder den Tagessiegern noch den weiteren Mitstreitern Paroli bieten konnten. Keiner von ihnen kam – wenn überhaupt – über einen 3. Rang hinaus. Das B-ProgrammAus Zeitgründen strich man in der B-Gruppe des U21-Fahrer 2 Vorläufe, die am Vormittag ausgetragen wurden. Und bevor es um die WM-Läufe ging, fuhren sie dann schon ihr Finale. Die besten Chancen auf den Tagessieg hatte der einzige Norddeutsche in diesem Feld René Deddens, der am Tag zuvor schon das Rennen der Schülerklasse C auf der 250ccm Klasse gewann. In der doppelt so großen Kubikmeter-Klasse liess er seinen Gegnern in den nun verkürzten 2 Vorläufen pro Fahrer keine Chance und zog mit 6 Punkten in den Endlauf. Weiter mit von der Partie war Marcel Dachs, der auch einen Laufsieg und einen 3. Rang ins Ziel brachte und somit 4 Punkte schrieb. Diese hatte auch Marcel Helfer, die er sich durch 2 zweite Plätze sicherte. Den letzten Finalplatz erkämpfte sich Michael Kammermeier, der noch im 1. Durchgang ausfiel, dann aber im 2. Outing siegen konnte. Ausgeschieden waren nun schon der ältere der Helfer-Brüder Dennis (3 Punkte), Neuling Tobias Linder (2) und Friedrich Ruf (2), der aber ganz gewaltig mit seiner nun größeren Maschine kämpfte. Rudi Swoboda konnte an keinem der Läufe teilnehmen, da er die Kupplungsprobleme am Bike erst kurz vor dem ersten Start bemerkte und die Reparatur nicht mehr zeitig schaffte. Das FinaleDeddens erwischte einen äußerst schlechten Start und musste sich von Rang 3 aus nach vorne kämpfen. Es kam zum Zweikampf mit Dachs, der in der Startkurve zur 3. Runde dann zu Boden ging. Während Dachs wieder zugelassen wurde, musste „Flitzer“ Deddens das Feld räumen. Ihm wurde dieser Sturz angehängt und er wurde disqualifiziert. Im Rerun machte Dachs dann nach dem Überholvorgang über Helfer alles klar und sicherte sich den Tagessieg mit 7 Punkten vor Helfer (6) und Deddens (6), der mega enttäuscht war und sich unfair behandelt fühlte. Das WM-Ergebnis Das SchlusswortDas Schlusswort gehört heute Max Dilger, der sich nach dieser großen Enttäuschung erstaunlich mental stark nach dem Rennen Speedway.org stellte. „Mein Ziel war es eigentlich, dass ich weiter komme. Und wenn ich es so überschlage, hätte ich 10 Punkte gehabt, wären nicht die Ausfälle und der Sturz gewesen. Und so kann ich mit meiner fahrerischen Leistung sehr zufrieden sein, nur mit der Technik hatten wir schwere Probleme. Und die werden wir jetzt versuchen, auszumerzen und hoffen, dass es dann wieder besser wird.“ Auf die Frage, wie es zum Sturz kam, fügte Max hinzu: „Ja ich war kurz unkonzentriert und hab mich nach hinten umgeschaut, wo mein Konkurrent ist, wie er fährt, wo er Kurvenausgang ist. In diesem Moment erwische ich einen Sandhaufen und es ging halt ab. Ich konnte es einfach nicht mehr halten. Zum Glück ist mir nicht passiert. Die Gründe der Ausfälle waren zum einen, dass die Primärkette gerissen ist und dann ist die Sekundärkette abgesprungen.“ |