125 UEM Trophy,
07.10.2007

Von René Schäfer

Die „ Kleinen-Großen“

Am 07. Oktober fand das Finale der 125er Europameisterschaft im Bahnsport im holländischen Roden statt. Trotz der kurzfristigen Umlegung des Austragungsortes durch den holländischen Motorsport Verband (KNMV) von der Speedwaybahn in Blijham nach Roden auf die 600 m lange Sandbahn, wurde die Veranstaltung im Vorfeld sehr gut organisiert und die DMSJ konnte alle ihre 10 Startplätze mit unseren deutschen Talenten in dieser Klaase besetzen. Als Teambetreuer reiste der DMSJ-Bahnsportbeauftragte René Schäfer an, er wurde sogar durch Bahnausschussmitglied Josef Huckelmann, der auch der Teambetreuer der deutschen Langbahn Nationalmannschaft ist, und den NBM-Vertreter Alfons Sagemüller unterstützt, was bei den Kids und ihren Mechanikern sowie Eltern sehr gut ankam.

Neu war auch, dass die deutschen Fahrer mit einheitlichen Deutschland-Starterwesten im schwarz-rot-gold-Design ausgestattet wurden. Diese wurden extra vor der Veranstaltung angefertigt. Hier sieht man den Fortschritt im deutschen Bahnsport, nachdem nun die großen Bahnsport-Artisten mittlerweile in einheitlichem Outfit auftreten, legt man in derDMSJ und dem DMSB großen Wert auf das einheitliche Auftreten des Teams.

Als René Schäfer am Sonntagmorgen in aller Früh in Roden ankam, staunte man nicht schlecht über die tolle Anlage in Holland, die seit drei Jahren von dem Club genutzt wird.

Die Bahn war in einem ganz hervorragenden Zustand und so konnten fast all unsere deutschen Piloten das freie und das Pflichttraining gut beenden. Einige kleine Maschinenprobleme gab es allerdings bei dem Weltmeister in dieser Klasse Christian Rinkenburger sowie Vize WM Michell Hofmann und bei Daniel Merz.

Allerdings muss man hier den tollen Teamgeist erwähnen, da man sich teilweise die Maschinen für das Training teilte und so alle Fahrer ihr Pflichttraining absolvieren konnten. Im Training zeigte sich auch schon, dass unsere deutschen Piloten zu den Favoriten zählen würden, wie bereits bei der Weltmeisterschaft in Bielefeld, als Teambetreuer René Schäfer sich mit seinen Jungs über die ersten drei Podestplätze freuen konnte.

Nach der Fahrerbesprechung kam das deutsche Team nochmals zu einer Besprechung zusammen und die Teambetreuer appellierten an die Kids und Eltern an den tollen Zusammenhalt von Bielefeld und dass man nach Möglichkeit versuchen wird, wieder die ersten Plätze belegen zu können, denn mit den entsprechenden Erfolgen und tollen Leistungen kann man den Sport weiter voran bringen.

Doch nun zum Rennen:

Im ersten Durchgang zeigten die deutschen Fahrer ihr Können und landeten auf den vorderen Plätzen und die einzigste Dame im Feld (Philine Ittermann) konnte sogar den ersten deutschen Laufsieg in Heat 2 erringen, nachdem der Holländer Randy Oldenziel den ersten Heat des Tages vor Steven Mauer gewinnen konnte, der nach einem verpatzten Start den zweiten Platz noch erringen konnte.

Der Laufsieg des Holländers blieb auch der einzige Laufsieg eines nicht deutschen Fahrers des ganzen Tages, da wir mit Steven Mauer, Christian Rinkenburger, Philine Ittermann, Maik Hofmann und Steve Braun die Laufsiege unter sich ausmachten. Besonders bemerkenswert war, dass die einzige Dame im Feld alle ihre Vorläufe ungefährdet gewinnen konnte und somit auch als erste den Startplatz des A-Finals, in dem der Einlauf über den Titel entscheiden sollte, wählen durfte.

Das gab es noch nie! Überrascht war man auch über den tollen Kampfgeist unserer jungen Piloten, da alle wie z. B. auch Steven Mauer, der fast immer als Letzter vom Start kam, toll kämpften und immer auf den vorderen Plätzen landeen. Durch diesen tollen Einsatz, standen nach den Vorläufen von den ersten sechs Finalteilnehmern vier deutsche Teilnehmer fest. Über das B-Finale qualifizierten sich dann noch zwei weitere deutsche Akteure mit Steve Braun und Nils Hesse (3. der WM von Bielefeld) für das A-Finale. Gerade die Anzahl von 6 der besten 8 Fahrer des A-Finals, zeigt unsere gute Jugendarbeit im deutschen Schülerbahnsport.

Im Finale fingen dann alle von Null an, da der Finaleinlauf über die Endplatzierungen entschied. Das Band ging hoch und es konnte sich der jüngste Teilnehmer der Veranstaltung Maik Hoffmann (Deutschland) in Führung setzen, gefolgt von Phline Ittermann und Christian Rinkenburger. Christian und Philine kämpften toll Rad an Rad und der Weltmeister von Bielefeld konnte sich letztendlich gegen die junge Amazone durchsetzen.

Der Finallauf war nun zu Ende und alle deutschen Beteiligten freuten sich riesig über den erneuten Dreifacherfolg nach der WM in Bielefeld. Europameister wurde Maik Hofmann, dessen Bruder Michell Hofmann in Bielefeld noch Vize Weltmeister wurde, doch allerdings in Roden von Maschinenproblemen aus dem Titelrennen nach tollen Leistungen geworfen wurde. Vize-Europameister wurde der Weltmeister Christian Rinkenburger, dessen Finalteilnahme bis zum Heat allerdings noch sehr fraglich war, da sein Motor sich im letzten Vorlauf verabschiedet hatte.

Doch konnte die Mechanikercrew mit Unterstützung der Teambetreuer Schäfer und Huckelmann noch einen Ersatzmotor einbauen, der von Phlipp Schmuttermayr zur Verfügung gestellt wurde. Der Vize-EM sollte wohl die Belohnung für die harte Arbeit sein, nachdem Christian nach dem WM-Titel natürlich als Favorit Nummer 1 vor dem Rennen gehandelt wurde und dann solche Maschinenprobleme hatte.

Dritte wurde keine geringere als Philine Itterman, die eine wirklich tolle Veranstaltung bot, und somit nun wohl auch den größten Erfolg einer deutschen Bahnsportlerin inne hat. Herzlichen Glückwunsch an die Sieger.

Nach Heat 2 musste Daniel Merz von deutscher Seite leider das Rennen beenden, da sein zweiter Motor im Lauf auch noch den Geist aufgab. Sehr positiv zeigten sich auch die beiden jungen Piloten Philipp Schmutterayr und David Pfeffer, die beide ihre erste Saison in dieser Klasse absolvierten, sich schließlich direkt für das EM-Finale qualifizierten und die Plätze 17 und 13 zur Zufriedenheit des Teambetreuers Schäfer verbuchen konnten.

Als Positiv muss man auf alle Fälle die toll organisierte Veranstaltung durch den KNMV und den Club in Roden sehen, da die ganze Veranstaltung wirklich sehr vorbildlich abgehandelt wurde und es durch die super preparierte Bahn kaum zu stürzen kam und die Kids so Motorsport vom Feinsten bieten konnten.

Hoffen wir alle, dass die Jugendarbeit im deutschen Bahnsport durch die Erfolge in der Saison 2007 weitere Früchte trägt und man die Jugendarbeit weiter ausbauen kann. Schäfer möchte sich als Betreuer und zuständiger Vertreter der DMSJ nochmals bei allen beteiligten Fahrern und Fahrerinnen sowie deren Eltern und Betreuer für die tolle Zusammenarbeit und den Einsatz bedanken. Auf eine erfolgreiche Saison in 2008.

Das Ergebnis