Eisspeedway GP 4 in Assen
09.03.2008

09.03.2008 13:13:15
Der Blick ins Fahrerlager
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Wer soll Krasnikov nur stoppen?

Wahrscheinlich nur er sich selber, denn fiel auf, dass der anscheinend übermächtige Eisdominator am Sonntag in Assen nur ganz selten mal einen Start gewann. Aber so konnte er einmal seine einzige Klasse unter Beweis stellen, selbst von den hinteren Rängen an die Spitze zum Laufsieg zu fahren. Auch wenn er wieder einen Bezwinger mit Arkhipov in der Vorrunde fand, stand er zum 4. Mal in Folge dieser laufenden WM-Runde erneut ganz oben auf dem Siegerpodest. Mit 100 Punkten Maximum liegt er vor den letzten beiden Entscheidungen in Berlin nun 32 Punkte vor seinem ersten Verfolger Daniil Ivanov, der sich seinerseits mit dem 2. Rang von 5 auf 2 in der Gesamtwertung vorarbeitete. Krasnikov reichen rein rechnerisch in Berlin nur 19 Punkte an den beiden Tagen aus, und er ist zum 4. Mal Eisspeedway-Weltmeister – und das in Folge!!!

Was am Sonntag neben den schlechten Starts von Krasnikov ebenfalls noch auffiel, waren die unverständlichen Entscheidungen des Referees Marek Wojaczek. Wie schon am Samstag blieb er sich treu und ließ nicht einen einzigen Fahrer wieder zu, der in der Startkurve stürzte, obwohl es diese Regelung ja nun wirklich gibt. Auch wenn es oftmals heißt: Es ist Ermessenssache des Schiedsrichters, hatten Pavel Tsjajka, der sich über das gesamte Wochenende hinweg zum neuen Crashkönig entwickelte und somit Maksim Baraboshkin nach eifert, Johnny Tuinstra und Stefan Svensson darunter zu leiden. Auch Dmitri Khomitsevich wurde eigentlich zu Unrecht ausgeschlossen, nachdem ihn in Heat 12 Svensson zum Stürzen brachte.

Für Zorn begann dieser 4. GP nicht, wie er man es von ihm nach dem Samstag erhoffte. Mit nur 2 Zählern kam er aus den ersten beiden Outings, kämpfte sich mit 3 folgenden Laufsiegen aber wieder zurück ins Geschehen. Wiederum hatte er 11 Vorlaufpunkte gesammelt – so wie am Vortag, doch reichte es diesmal nur fürs B-Finale.

Das A-Finale

Das A-Finale ging rein an die russische Übermacht mit – ganz klar – Krasnikov, Ivanov, Arkhipov und Zakharov. Insgesamt gesehen waren die Rennen am Sonntag zwar von mehr Stürzen geprägt als am Samstag, aber über die 4-Runden-Distanzen gesehen, nicht so actionreich wie noch am Vorabend. Das A-Finale aber war der beste Lauf des Tages, bei dem sich Krasnikov nach schlechtem Start erst an die Spitze fahren musste. Ivanov und Arkhipov folgten nach hartem Fight aufs Podest und Zakharov blieb nur Rang 4

Das B-Finale

Mit einer Schrecksekunde begann das B-Finale, als der noch am Samstag auf der Reservebank sitzende Svensson vom Bike abgeschmissen wurde und von diesem quasi übersprungen wurde. Wie durch ein Wunder erlitt er keine Verletzungen und konnte somit den vorzeitigen 4. Rang im B-Finale auch verschmerzen. Beim Restart setzte sich zunächst Zorn gegen die Russen Dmitri Khomitsevich und Ilja Drozdov durch und auch ab, doch irgendwie gingen dem Österreicher kurz vor der Ziellinie die Meter aus und Khomitsevich erntete noch den B-Finalsieg auf der Linie. Khomitsevich bleibt somit nur einen Zähler hinter Ivanov, der auf Rang 2 in der Zwischenwertung liegt, und hat nun 3 Punkte mehr Zorn. Drozdov, der auf Rang 3 ins Ziel kam, führt in der WM-Wertung die Verfolger auf Rang 7 an, ist aber chancenlos im Kampf um die Medaillen.

Das C-Final

An seinem 60. Geburtstag gab es für Posa eine Ehrenrunde bei Sven Holstein im Gespann bei der Fahrervorstellung. Die Halle gratulierte dem aktiven Oldie mit stehenden Ovationen, doch dann musste er wieder an die Arbeit. Aus der Vorrunde heraus langte es bei ihm nur für einen Laufsieg als bestes Ergebnis und er fand sich C-Finale neben Aakko, Tommy Flyktman, der ein erfrischendes aber freches Rennen bis hierhin fuhr, und Bauer. Nach seinen 6 Vorlaufpunkten blieb Posa am Ende dieses 4 Runden-Matches auch der Beste gegenüber seinen 5-Punkte-Gegnern, Aakko, der über Rang 1 auf 4 zurück fiel, sich aber hinter seinem Landsmann Flyktman und vor Bauer wieder zurück auf 3 kämpfen konnte.

Das D-Finale

Aufgrund seiner Ausritte reichte seine Vorlaufpunktzahl nur für das D-Finale. Die Rede ist von Tsjajka, der nun aber die Oberhand gegenüber Simon, Tuinstra und Klatovsky hielt. Das Tuinstra überhaupt noch antreten konnte, war schon erstaunlich, denn im 2. Umlauf der Vorrunde fuhr er auf Tsjajka auf, stürzte rechts rüber und rutschte mit vollem Speed in die Ballen. Es dauerte zwar einige Zeit, bis er wieder auf den Beinen war. Man merkte ihm während der nachfolgenden Läufe an, dass dieser Einschlag nicht ganz ohne Schmerzen blieb. „Es war ja meine eigene Schuld“, gab Johnny nach dem Rennen mit einem Augenzwinkern zu.

Die Ausgangsposition für Berlin

Als Reservefahrer stehen für den Samstag Svensson und Flyktman wieder im Programm. Doch wird das Hauptaugenmerk eh auf die Top 6 gerichtet sein. Krasnikov scheint wahrlich uneinholbar zu sein, doch auf den Plätzen 2 bis 5 liegen gerade mal 7 Punkte – und mittendrin Franky Zorn. Ivanov liegt noch mit 68 Punkten auf Rang 2, gefolgt von Khomitsevich und 67 Zählern. Beides sind die jüngeren Brüder der eigentlich WM-Erfahrerenen Ivan bzw. Vitaly. Aber Ivan scheiterte aufgrund seines 13. Platzes bei der russischen Meisterschaft in Ufa an der internen russischen WM-Quali. Und Vitaly ging ja schon mit einer ausgekugelten Schulter in den 1. GP in Saransk, was er sich 2 Tage vor dem WM-Start beim Präsidenten Cup in Saransk mit einem rettenden Sprung über die Strohballen zuzog.

Mit 64 Punkten hält Zorn noch Anschluss, hat aber Arkhipov mit 62 und Zakharov mit 61 Zählern im Nacken. Auf Rang 7 scheint der 6. der insgesamt 8 Russen im WM-Feld mit 43 Punkten zu weit von einer Medaille entfernt zu sein.

Das Ergebnis