Eisspeedway GP 5 in Berlin
15.03.2008

15.03.2008 16:51:25
Wird Franky den Sprung aufs WM-Podest schaffen?
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Krass – Krasser – Krasnikov

Wer hätte das gedacht, dass der scheinbar unschlagbare WM-Leader doch noch so ins Straucheln gerät? Diesen Samstagabend im Horst-Dohm-Stadion in Berlin Wilmersdorf möchte Nikolai Krasnikov mit Sicherheit ganz schnell vergessen. Wie schon in Assen eine Woche zuvor, bekam er seine Starts überhaupt nicht in den Griff und musste die Punkte hart erkämpfen. Er kämpfte sogar so hart, dass ihn der Referee Krister Gardell aus Schweden sogar wegen gefährlichen Fahrens im 4. Durchgang aus der Wertung nahm. Dass er in diesem 15. Lauf, der schon ein Rerun wegen eines Sturzes von Antti Aakko war, selber nicht zu Sturz kam, grenzte an ein Wunder. Doch die Attacke gegen seinen Landsmann Pavel Tsjajka, dem er Kurvenausgangs ins linke Bein fuhr, war wirklich nicht weltmeisterlich.

Bei einem Ausfall im Durchgang zuvor schrieb er somit nur magere 3 Punkte vor dem letzten Lauf. Auf Deutsch und mit einem Lächeln auf den Lippen erklärte er Sonntag die Ursache des Ausfalls: „Elektronik – Sch...“

Den letzten Vorlauf sicherte er sich zwar seinem ersten Laufsieg, doch blieb für ihn nur das C-Finale. Der 19 WM-Punkte-Vorsprung schmolz dahin wie das weiche Eis, das den Fahrern im Laufe des Abends vor allem in den Kurven immer mehr zu schaffen machte. Er hielt zwar Schadensbegrenzung mit dem C-Final-Sieg, doch rückten ihm seine Verfolger, die sich bis auf Maksim Zakharov alle im A-Finale wiedertrafen, auf die Pelle.

Zorn begeistert

Neben den Russen Daniil Ivanov (68 WM-Punkte), Dmitri Khomitsevich (67) und Stanislav Arkhipov (61) stand auch Franz Zorn (64) zur Freude des 3900-starken Publikums im A-Finale. Der Europameister profitierte aber auch von der Disqualifikation Zakharovs, der vor dem letzten Durchgang wie Zorn 10 Zähler schrieb, in diesem aber in der 2. Ecke seinen Landsmann Ivanov mit in die Strohballen schickte. Nichts desto Trotz ging das Unternehmen WM-Medaille für Zorn weiter und stand am Ende der 4 Runden plötzlich doch auch Rang 2 auf dem Podest. Plötzlich deshalb, da der vor ihm liegende Arkhipov in der Startkurve der letzten Runde in die Ballen stürzte. Gardell ließ weiterlaufen und Vorlauf-Sieger Khomitsevich erreichte vor Zorn seinen allerersten GP-Sieg. Ivanov blieb somit Rang 3.

Mit diesem Sieg kam Khomitsevich nun bis auf 8 WM-Punkte an Krasnikov heran und auch Zorn blieb hinter Ivanov (86) nun mit 84 Punkten in Schlagdistanz. Aber nicht nur das – es scheint, als wäre der 5-Kampf um die Silber- und Bronzemedaille nun zu einem 3-Kampf zusammengeschmolzen, da Arkhipov mit nun 78 und Zakharov mit 72 doch etwas den Anschluss verloren haben.

Aber wie schnell man allein 15 Matchpunkte einbüßen kann, hat man ja beim Noch-Weltmeister gesehen. Also – möglich ist für den Sonntag noch alles.

Aus dem B-Finale

Zakharovs Pech war nach dem Sturz in der Vorrunde dann auch noch der Sturz im B-Finale, nachdem er sich von 3 auf 1 kämpfte. Somit erntete im Rerun Tsjajka den Laufsieg im B-Finale vor Vitaly Khomitsevich, der sich nach dem Assen-Wochenende wieder ein Stückchen weit mehr von seiner Schulterverletzung erholt zeigte. Auch wenn er manch Zweikampf verlor, sein Biss war wieder da. Per Olov Serenius hielt sich aus dem Russenduell heraus. Die Zuschauer wurden aber nach dem B-Finale noch einmal darüber aufgeklärt, warum Posa bei gleicher Laufpunktzahl von 3, 2 und 1 Punkte gegenüber Krasnikov ins B-Finale kam: Seine zwei Nuller zählen mehr als der Ausfall und die Disqualifikation von Nikolai.

Aus dem C-Finale

Hinter dem Laufsieger Krasnikov holte sich Stefan Svensson die 9 Matchpunkte, nachdem er wie in der Vorrunde wieder um jeden Meter kämpfte und damit Plätze gutmachte. Rang 3 ging hier an Aakko, der seine erste Maschine nach dem bereits angesprochenen Sturz im 15. Lauf vom Asphalt des Innenfeldes kratzen konnte. Auf der Gegengeraden kollidierte er mit Harald Simon, den Gardell für diesen Sturz auch verantwortlich machte und für den Rerun nicht mehr zuließ. Insgesamt gesehen blieb der Finne aber unverletzt, konnte weiter fahren und profitierte im C-Finale dann noch von dem bösen Schlenker Ilja Drosdovs. Der WM-Debütant fiel im Zweikampf mit Aakko um Rang 3 zurück und fand den Anschluss nicht mehr wirklich.

Aus dem D-Finale

In diesem stand unter anderem nun Simon, der aufgrund eines Sturzes im 12 Heat wertvolle Punkte um die C-Finalquali in die Strohballen versenkte. Neben ihm nahmen auch noch der frischgebackene neue Deutsche Meister Günther Bauer und sein Vize Dmitri Tschatschin sowie Antonin Klatovsky Platz am Startband. Bauer kam insgesamt nur auf 3 Vorlaufpünktchen, doch kämpfte er schon an diesem Tage mit Schmerzen in der Schulter, die für den Sonntag noch weitere Konsequenzen hatten. Tschatschin hingegen belehrte Speedway.org nach dem Assen-Bericht eines Besseren und brachte es insgesamt auf 4 Vorlaufpunkte. Auch wenn er dann am Ende doch wieder hinter Simon und Bauer, die einen klasse Fight an der Spitze ausfuhren, und Klatovsky auf Rang 4 landete, war er dennoch zufrieden mit seiner heutigen Leistung.

Was kommt am Sonntag?

Zum einen auf alle Fälle der Einsatz der beiden Reservisten Johnny Tuinstra und Tommy Flyktman, die Klatovsky und Tschatschin ersetzten. Die 8 Punkte Vorsprung von Krasnikov auf Khomitsevich bedeuten, dass ihm der 3. Rang im C-Finale am Sonntag reicht, um seinen 4. WM-Titel in Folge zu sichern, wobei Khomitsevich aber auch erst mal siegen muss.

Es bleibt aber auch weiterhin spannend im Kampf um die Bronzemedaille mit Ivanov und Zorn, und ein Stechen liegt in der Luft.

Am Rande

Der Zorn-Fanblock sorgte während der Fahrervorstellung für eine feurige Stimmung auf den Rängen, denn beim Entsorgen des bengalischen Feuers setzten sie einen Strohballen in Brand, der aber schnell gebannt war.

Gesichtet wurden nach seinem Schlaganfall Aki Ala Rihiimäki und Erik Gundersen. Rihiimäki sieht man die Folgen des Schlaganfalls noch deutlich an und er wollte nicht fotografiert werden. Gundersen hingegen kam mit Niels Munk Nielsen von der DMU aus Dänemark zu einer FIM-Sitzung, die am Samstagvormittag in Berlin abgehalten wurde. (Infos dazu folgen)

Das Ergebnis