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Das Warten wurde belohntEndlich war es soweit – Die Bundesliga 2008 wurde gestartet. Eigentlich hätten die Brokstedter Hausherren mit ihrem Heimrennen bereits den letzten Vorlauf zum Mannschaftswettbewerb gehabt, doch nach den frühzeitigen Rennabsagen in Neuenknick (23.03.), Diedenbergen (30.03.) und Wolfslake (12.04.) gingen sie neben den Gästen aus Neuenknick, Landshut und Wolfslake jungfräulich in die Liga-Saison. 1500 Fans kamen und sahen mehr als packenden Bahnsport – um nicht zu sagen einen Krimi. Keiner der Teams konnte sich zu irgendeinem Zeitpunkt von den gegnerischen Mannschaften ernsthaft absetzten. Nach jedem Durchgang á 4 Heats waren die Karten neu gemischt. Beim Stand von ¾ des Rennens hatte man noch das Gefühl, dass die Junioren-Läufe der U21 und U19 Fahrer das Zünglein an der Waage sein würden. Doch um es vorweg zu nehmen, alle Nachwuchsfahrer aus beiden Klassen sammelten je 3 Matchpunkte für ihre internationalen Teamkollegen. Vor dem Rennen gab es noch einige Änderungen wegen Absagen einiger genannten Fahrer. So trat Alan Marcinkowski aus Polen für Neuenknick an und auch Arne Ledwig wurde für die U21 Rennen nachnominiert. Landshut konnte kurzfristig Christian Hefenbrock benennen und im Wolfslaker Team rückten Pawel Hlib sowie Karol Zabik nach. Unumstrittener Star war der Landshuter Antonio Lindbäck, der im Vorfeld wegen seiner Doppelnennung beim AC Landshut und auch ST Berlin Wolfslake schon von sich Reden machte. Landshut hatte den bürokratischen Teil allerdings komplett in trockenen Tüchern und so ging der farbige Speedway-Star für die Bayern an den Start. Fans und Fotografenkollegen tummelten sich um seine Box im Fahrerlager und seine Fahrkünste haben nichts vom Glanz verloren, die man durch die TV-Übertragungen der letztjährigen GP-Serie kannte. Auch seine selbstverordnete „Zwangspause“ tat ihm sichtlich gut, und er kam bei seiner Holsteinring-Premiere bestens zurecht. Statistisch gesehenNach 4 Heats führten die Neuenknicker Hexen mit 8 Zählern, gefolgt von Brokstedt (7), Wolfslake (5) und Landshut (4). Die Wikinger holten im 2. Durchgang abermals 7 Zähler und lagen nun mit 14 Punkten in Front vor Landshut und Wolfslake mit je 12 Zähler. Die Berliner sorgten mit ihren 7 Punkten aus diesem Umlauf für den Ausgleich zu Landshut, die nur 5 Punkten einfuhren. Nur 2 Pünktchen ernteten die Hexen aus Neuenknick, die mit 10 Punkten nun auf Rang 4 lagen. Doch sie konterten im 3. Durchgang mit sagenhaften 9 Laufpunkten und schlossen nun wieder mit den Gastgebern auf 19 Punkte gleich, die ihrerseits nun nur 5 Punkte ins Ziel brachten. Landshut und Wolfslake blieben gleich stark mit je 5 Durchgangspunkten und schrieben somit beide 17. Auch nach Ende des 4. Wertungsblock hatten die Wikinger die Nase immer noch mit 25 Punkten in Front, nachdem sie weitere 6 einfahren konnten. Allerdings schlossen nun die Bayern mit 8 Heatpunkten ebenfalls zu 25 auf. Wolfslake blieb ihnen mit weiteren 7 Zählern und 24 insgesamt dicht auf den Fersen, während Neuenknick nun mit 3 Punkten wieder einen herben Rückschlag einstecken musste – 22 Punkte standen ihnen jetzt zu Buche geschrieben. Die JuniorenVor der Finalrunde konnte man nun schon die Matchpunkte der beiden Juniorenklassen addieren. Brokstedt überzeugte mit Sönke Petersen, der nach ungeschlagenen 12 Heatpunkten die U21-Wertung klar für sich gewann und 3 Matchpunkte beisteuerte. Kollege und „Busenfreund“ Ramon Stanek, der die U19-Farben vertrat, erwischte einen rabenschwarzen Tag: Ein Rahmenbruch und ein abgefallener Krümmer sorgten für 2 Nullrunden. Erst im 4. und letzten Lauf sicherte er sich einen Laufpunkt, was aber in der Matchpunktvergabe keine Auswirkungen mehr hatte. 0 Punkte für ihn und dem MSC Brokstedt aus dieser Klasse. Der AC Landshut hatte mit Sebastian Mack (U21) und Marcel Helfer (U19) ihren Youngster ins Rennen geschickt. Mack war bei einem Ausfall Zweitbester seiner Gruppe und holte 2 Punkte fürs Team, während Helfer Dritter in seiner Gruppe wurde und somit einen Punkt für Landshut schrieb. Die Wolfslaker fuhren mit Robert Baumann, der als einziger im gesamten Liga-Feld wegen Bandberührung die 15m-Strafversetzung in Anspruch nehmen musste. Am Ende beendete er mit einem Matchpunkt seine Rennen für die Berliner. U19-Kandidat Erik Pudel machte es etwas besser und fuhr als Zweitbester dieser Junioren vor allem packende Läufe mit dem U-19 Sieger Max Dilger. Dilger blieb also sogesehen „beste Hexe“ und gewann ungeschlagen die Wertung, während in der U21-Klasse Nachnennung Arne Ledwig zumeist das Nachsehen hatte und das Schlusslicht bildete – zum einen in der internen Wertung und zum anderen auch in der Matchpunktvergabe. Die FinalsAddierte man also die jeweiligen Matchpunkte der stark fahrenden Junioren hinzu, ergab sich vor den 4 Finalläufen folgender Zwischenstand: Brokstedt – 28 Im D-Finale gingen Kröger (2 Vorlaufpunkte bei einem Ausfall), der frischgebackene Diplom-Ingenieur Dominik Möller (0), Sirg Schützbach (1) und Steffen Mell (3 bei ebenfalls einem Ausfall) ans Band. Kröger gewann vor Mell und den wie in der Vorrunde stark fightenden Schützbach und Möller. Der Stand war nun: Brokstedt – 31 Wolfslake zog also mit Landshut gleich. Doch was wird das starkbesetzte C-Finale ergeben? Hier gingen Stephan Katt (4), Kevin Wölbert (7 bei einer kompletten Nullrunde), Richard Speiser (5) und Pawel Hlib (6) auf die Reise. Wölbert gewann klar vor Speiser, der mit diesem Platz vor dem großen Namen Hlib für die größte Überraschung sorgte, und Katt, der leider abgeschlagen mit der roten Laterne ins Ziel kam. Der neue Zwischenstand lautete: Landshut - 31 Nun standen wieder Brokstedt und Landshut gemeinsam an der Spitze. Wie würde es nach dem B-Finale aussehen? Hier waren nun Tobias Kroner (9), David Ruud (7), Christian Hefenbrock (8) und Marcin Sekula gefordert. Hefenbrock ließ keinen Zweifel an seinem Sieg, während sich Kroner stark von 4 auf die 2. Position fuhr. Sekula wurde Dritter vor Schlusslicht Ruud. Nun setzten sich Brokstedt und Landshut etwas ab: Landshut – 34 Das alles entscheidende A-Finale stand an. Mit den Topp-Scorern aus den 4 Teams gingen Charlie Gjedde (10), Alan Marcinkowski (8), Antonio Lindbäck (11) und Karol Zabik (8) in die vermeintliche Entscheidung des Tages: Gjedde machte seine Aufgabe mit dem Finalsieg mehr als richtig, doch da Lindbäck Rang 2 einnahm, stand auf alle Fälle das Stechen um den Tagessieg doch noch an. Zabik und Marcinkowski folgten ins Ziel. Brokstedt – 36 Hui – Bahnsportherz, was willst du mehr? Nach solch einem mehr als klasse Rennen gab es nun noch einmal eine Zugabe in Form eines Stechens mit den beiden Punktbesten Einzelfahrern des Tages: Denn sowohl Gjedde als auch Lindbäck blieben nur 2 Punkte unter Maximum und beide bisherigen Duelle – Vorrunde und A-Finale - gingen unentschieden aus. Wer hat die besseren Nerven? Wer wird sein Team den Mannschaftssieg beim Liga-Auftakt in Brokstedt sichern? Fragen, die leider schon in der 3. Runde eine Antwort fanden. Lindbäck startete auf blau, Gjedde auf weiss. Der farbige Schwede übernahm die Führung bis zur 2. Ecke, wo von innen mit einem Geschwindigkeitsüberschuss Gjedde durchstach – sehr zur Freude der Teammanagerin Sabrina Harms. Doch so groß ihre Freude nun war, um so schneller war sie kurze Zeit später auch schon wieder vorbei. Gjedde kam vor dem Fahrerlager in eine Rille, stürzte und alle Hoffnungen gen Heimsieg schwanden dahin. Lindbäck heimste somit den Sieg im Stechen ein, und die Landshuter um Georg Hack standen oben auf dem dicht besetzten Siegerpodest. Die A/B-LizenzBereits am Vormittag fanden die Ausscheidungsläufe sowie Rennen der A/B-Lizenz statt. Für Danny Maaßen gab es hierbei eine brenzliche Situation richtig zu meistern. Beim Start zum Pflichttraining hatte sein Bike ein Gasklemmer. Geistesgegenwärtig zog er noch stehenderweise den Totmacher, stieg vom Motorrad ab und ließ seinen Bock los. Doch die Zündunterbrechung funktionierte nicht und das Motorrad wurde zum Geschoss und blieb erst nach einem Überschlag an der Bande in der Startkurve liegen. ZUM GLÜCK wurde niemand verletzt, befanden sich die anderen 3 Fahrer schon auf der Gegengeraden, Schiedsrichter Uli Ehlert konnte den Lauf abbrechen und auch das Motorrad hinterließ nicht ganz soviel Schäden, wie man es vermutet hatte. Außer Überschreitungen der 2-Minuten-Regel seitens Bernd Dinklage, dem Reservisten Kai Huckenbeck und auch Marco Gaschka blieb dies aber am Ende der einzige „Zwischenfall“. Aus den insgesamt 6 Vorläufen kristallisierten sich am Ende Toni Kröger (7), Kristian Drossmann (7), Malte Zyweck (6) und René Deddens (6 bei einem Ausfall) für das Finale heraus. Flitzer Deddens machte seinen Tagessieg mit einem Start-Ziel-Sieg klar, während Kröger in der Zielkurve seinen 2. Platz an den innen vorbei fahrenden Zyweck verspielte. Drossmann blieb Vierter. Auf Rang 5 kam Ende Maaßen, der nach seiner Schrecksekunde einen Laufsieg fuhr und diese 3 Punkte auf seinem Konto hatte vor Marco Gaschka (3), Bernd Dinklage (2) sowie Kai Huckenbeck und Dennis Lenz (je1) Schülerklasse BIn der Schülerklasse B fuhr sich ein „Newcomer“ aufs oberste Podest. Die Rede ist von André Majewski, der wie Kai Huckenbeck als Vorzeigeobjekt aus der Jugendarbeit des MSC Werlte hervorragt. Im letzten Jahr nahm er an 2 Rennen mit Tagesslizenz teil – 2008 startet er mit einer richtigen Lizenz und konnte in nun 3 Rennen 2 zweite Plätze und eben den Tagessieg in Brokstedt verbuchen. Übrigens war dies sein erster Sieg und sein Grinsen hielt noch bis zum Abend an, wie Werltes Sportleiter Josef Hukelmann, der ihm persönlich am Abend Zuhaus gratulierte, später am Telefon bestätigte. Steven Mauer war der Erste, der somit das Nachsehen hatte und ist somit wie alle anderen gewarnt – da kommt was aus Werlte nach. Ladypower bewies Christina Sophie Köhn, die es mit ihren 3 dritten Plätzen nicht ganz so einfach hatte, wie Steven mit seinen ungefährdeten zweiten Rängen. Christina Sophie erkämpfte sich ihre Punkte vornehmlich gegen Matthi Schmidt und Tobias Goldmann, die am Ende mit 5 bzw. 4 Punkten Rang 4 und 5 belegten. Ohne Zähler blieben Finn Goldmann und Debütant Dominik Maaßen. Der jüngere Bruder von Danny und Sohn vom Ex-Fahrer Volker Maaßen saß erst das dritte Mal auf dem Motorrad und im Laufe der 3 Heats traute er sich immer mehr zu und kam seinem Vordermann Finn immer dichter, auch wenn er immer als letzter über die Ziellinie fuhr. Mama Melli und Papa Volker waren am Ende dennoch stolz auf ihre beiden „Brenner“. Liga-Ergebnis – Ergebnis vom Rahmenprogramm |