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Nichts ging am SamstagWer am Osterwochenende nach den bereits im Vorfeld abgesagten Rennen in Neuenknick und Balkbrug Methanolgeruch und Rennen erleben wollte, musste nach Güstrow reisen. Doch auch hier boten sich zunächst alles andere als optimale Vorraussetzungen. Das Stadion lag unter einer leichten Schneedecke und schon nach dem 1. Jurymeeting war um 10.00 Uhr klar: Heute dreht sich hier kein Rad. Der deutsche Teammanager René Schäfer ließ seine Jungs zurück in die Güstrower Sportschule, wo das Team bereits seit dem Donnerstag hauste und sich fit machte für dieses U19 Team EM Halbfinale. Physiotherapeutin Natascha übernahm das Training mit Laufeinheiten und Dehnungsübungen, ehe die weiteren Stunden zu weiteren freiwilligen sportlichen Ertüchtigung frei gegeben waren. Neben den Kaderfahrern Wölbert, Dilger, Facher, Pudel und Petersen waren auch Marcel Helfer (mit Familie) und Ramon Stanek mit von der Partie, da man diese beiden Jungs an die Franzosen „ausleihen“ wollte. Die Truppe um Thomas Grundler reiste nämlich nur mit 3 Fahrern nach Güstrow. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde ein „Ausflug“ auf die Kartbahn gemacht. 14 Mann und eine Frau (Steffi – die Freundin von René) mussten sich durch in 2 Gruppen je 10 Minuten für das spätere Rennen qualifizieren, dass dann je 20 Minuten lang in einem B- und A-Finale ausgefahren wurde. Sönke war der schnellste von allen und siegte vor Ramon und Flo und es gab zumindest eine Siegerehrung an diesem Wochenende, falls es am Sonntag doch nichts werden sollte. Gemeinsam rundete man diesen Tag mit einem Abendessen ab und mit einer Dankesrede sowie den besten wünschen für den kommenden Tag beendeten Schäfer und auch Hukelmann den Abend in der sehr großen Runde, ehe im Hotel um 23.00 Uhr die Lichter ausgingen. Dieser unfreiwillig anders geplante Tag zeigte aber, wie gut Schäfer die Rolle des Teammanagers bereits angenommen hat. Seine Ideen und Pläne kommen sehr gut an und es wurde mehr als deutlich, dass das Mannschaftsgefüge und der Teamgeist noch mehr angewachsen ist. Unglaublich – die Sonne kommt durchAm Sonntagmorgen dann die Überraschung zum Osterfest: Mit dem ersten Blick aus dem Hotelfenster traute man seinen Augen nicht. Die Sonne kam durch und spiegelte sich auf dem schneebedeckten, eisigen Boden. Zum letzten Mal traf man sich in der Kantine des Hotels, wo Schäfer und seine Freundin persönlich für das ausgiebige Frühstück sorgten. Im Stadion angekommen ging es erst einmal auf die Bahn. Sie war ebenfalls schneebedeckt und hart gefroren. Doch die Sonnenstrahlen sorgten dafür, dass der Boden taute und vom Besen bis zum sandgefüllten Radlader rückte man dem Untergrund 3 Stunden auf den Leib. Der Zeitplan verschob sich dadurch mächtig. Aber wer hätte nach dem Vortag überhaupt noch daran gedacht, dass ein Rennen ausgetragen werden könne, geschweige denn sogar faire Bedingungen für alle Teams geschaffen werden konnten. Doch bevor es um 14.00 Uhr dann endlich bei immer noch sehr winterlichen Temperaturen mit dem Training losgehen konnte, hatte die Jury noch einen wichtigen Punkt zu entscheiden, nachdem schon am Samstag klar war, dass Helfer und Stanek das Feld der Franzosen nicht auffüllen durften. Sie mussten also mit ihren 3 Jungs um Plätze und Punkte kämpfen. Der diskussionsreiche Punkt war die Geschichte mit neuen FIM Zündunterbrechern. Warum auch immer: das kroatische Team um Darija Pavlic (die Schwester von Jurica) hatte noch den alten Totmacher am Bike, doch laut der Jurysitzung durften sie dennoch am Rennen teilnehmen. Pavlic begeisterteNach einer superschnellen durchgezogenen Fahrervorstellung ging es endlich 15.45 Uhr in den ersten Heat. Es sollte ein Duell+1 werden. Nämlich: Deutschland gegen Dänemark und Pavlic. Der mit seinen 18 Jahre schon so erfolgreiche Jurica fuhr nicht nur die Konkurrenz in Grund und Boden – inkl. den Einsatz des taktischen Reserves nach 6 Punkten Rückstand zum führenden Team. Er war auch der so gesehen der einzige der Kroaten, der den Abstand zu Dänemark und Deutschland nicht allzu groß werden ließ. Wie sagte Stadionsprecher Horst Kaiser so schön: „Gut, das die Kroaten nur einen Pavlic in ihrer Mannschaft haben.“ Von den insgesamt 28 Zählern fuhr der Speedway-Europameister (der Senioren!!!) allein 18 Punkte ins Ziel und war nach Abschluss der 20 Heats natürlich punktbester Einzelfahrer. Die langten für die Kroaten aber nicht, um sich die Chance zu wahren, als punktbester Semifinalist noch für das Finale zu qualifizieren. Sie landeten nur auf Rang 3 mit 28 Punkten. Abgeschlagene FranzosenVon dieser Punktzahl hätte Thomas Grundler nur träumen können. Der Teammanager der mit 3 Mann unterbesetzten Franzosen freute sich aber umso mehr, als Theo di Palma und Maxime Mazeau selbst nach erkämpften Positionsverbesserungen insgesamt 9 Punkte ins Ziel fuhren. Für den grad in die 500ccm-Klasse aufgestiegenen Teenager Benoit Lorenzon war es sportlich gesehen, eine Nummer zu groß, doch wird er aus diesem Rennen reich an Erfahrung gekommen sein. Aus dem Lager der FranzosenAls mentale Unterstützung vor allem für Maxime, kam Mathieu Tresarrieu mit nach Güstrow. Von seinem Trainingssturz im September in Swingfield hat er sich noch immer nicht erholt und so wird der Bronzemedaillengewinner der Langbahn WM 2007 nicht eher als Juli / August wieder auf dem Bike sitzen. Ob er allerdings dann auch wieder an Rennen teilnehmen wird, weiß er noch nicht. Bis es soweit ist, wird er sich ja aber vielleicht seinem neuen Hobby widmen: Als „Kameramann“ dem französischen Team zur Verfügung stehen. Der Weg zum SiegBereits mit dem 3. Heat lag Deutschland in Front und gab diese Führung nicht mehr ab. Selbst der Ausfall von Facher zur Halbzeit der Vorrunde wegen Motorschadens und die Einsätze der taktischen Reservisten der anderen Mannschaft konnte nichts mehr daran ändern. Sönke Petersen legte im D-Finale mit einem souveränen Laufsieg den letzten Schachzug, ehe Pudel im C-Finale mit Rang 2 die Gegner vorzeitig matt setzte. Für Wölbert und Dilger war es dann im B- bzw. A-Finale nur noch eine reine Formsache, die 4 Finalrunden durchzuziehen, wobei beide zusammen noch weitere 4 Punkte zum 45 Punkte-Endstand und Halbfinalsieg einfuhren. Glückwunsch ans Team und René Schäfer, der alles richtig gemacht hat. Aus der Riege der Dänen...... fiel zum einen Patrick Hougaard und zum anderen Klaus Jakobsen auf. Hougaard trat als bester Einzelfahrer der Dänen u.a. auch ins Visier von Erik Gundersen, während Jakobsen vor jedem Lauf damit brillierte, dass er die 2 Minuten bis zum allerletzten Moment ausreizte. Ein Wunder und Glück für ihn, dass Referee Wojciech Grodzki aus Polen dies nicht ahndete. Mit insgesamt 38 Zählern haben sie nun aber immer noch die Chance, als bester zweitplatzierte Halbfinalist in das EM-Finale zu kommen, sofern aus Wiener Neustadt (am 19.04.) der dortige Zweitplatzierte unter dieser 38-Punktegrenze bleibt. Das Ergebnis |