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Volles Programm in KielBereits am frühen Samstagnachmittag wurde fleissig trainiert und neben den Bahnsportlern testeten auch die Kartfahrer und einige Promis in den Karts den Betonuntergrund, während die Freestyler die Deckenhöhe angriffen. Matten Kröger verzichtete nach dem schweren Crash vom letzten Jahr auf einen Start in der Speedwayklasse und war in der Kategorie „Promi“ im Kart unterwegs. Schon im Training stockte einem aber Atem bei den Kunststücken, die die Freestyler zum besten gaben. Das, was sie dann während der Veranstaltungen an beiden Tagen zeigten, war nur 60 – 70 % von dem, was die Weltspitze in dieser anscheinend nervenlose Disziplin sonst zeigt, so Freestylexperte Sven Schreiber, der die Moderation für die Jumper und Kartfahrer übernahm. Backflips und weitere scheinbar unlösbare Sprünge rockten die gut besuchte Halle. Um die Sicherheit vor der Holzwand etwas mehr zu gewährleisten, befestigte man Matratzen in den Kurven und auch wenn es wieder viele Stürze gab, gingen die meisten relativ glimpflich aus. Nur für Ritchie Hawkins endete der Abend bereits im 2. Heat mit einem Horrocrash. Nach einem Aufsteiger in der Startkurve ging es für ihn nur noch geradeaus in die 3 Meter hohe Bretterwand. Mit „Daumen hoch“ seinerseits an die Fans wurde er nach der Erstversorgung auf der Bahn - begleitet durch einen riesigen Genesungsapplaus - in die Uniklinik nach Kiel transportiert, wo man ihn noch am Abend operierte. Er trug Brüche am rechten Oberschenkel und Oberarm davon. Speedway.org wünscht gute Besserung Für Hawkins trat nun Ramon Stanek an, der sich aber seinerseits im Training beim Abbremsen den Fuss verdrehte. Er biss allerdings auf die Zähne und war einer, der komplett ohne Sturz an beiden Tagen durch die Läufe kam. Da man aufgrund der Zeitverzögerung auf das C-Finale um die Plätze 9-12 verzichtete, wurde er mit 3 Vorlaufpunkten vor Stephan Katt (2), Kristian Drossmann (1) und Tomasz Piszcz (0) auf Rang 9 gewertet. Katt und Piszcz büßten durch einige Stürze und Ausrutscher eine bessere Platzierung ein. Die Top 8 aus der Vorrunde, die aus 3 Läufe pro Fahrer bestand, gingen in 2 Semis, von denen jeweils die ersten beiden im A-Finale um den Tagessieg noch einmal kämpfen sollten. Die Dritt- und Viertplatzierten trafen sich davor aber im B-Finale wieder. Für das Semi 1 standen Christian Hülshorst als Vorlaufbester mit 7 Punkten, Kevin Wölbert (6), Simon Walker und Dirk Fabriek (beide 5) am Band. Ehe Schiedsrichter André Haltermann diese 4 erstmalig in der 2. Ecke zu sehen bekam, musste er diesen Lauf insgesamt 4 Mal starten lassen. Immer wieder kamen sich Wölbert und Hülshorst in der Startkurve ins Gehege, was für Hülse sogar den Abriss seines Auspuffs zur Folge hatte. Doch innerhalb der gesetzten Zeit schaffte er die Reparatur und konnte wieder am Band stehen. Über die komplette Distanz von 4 Runden ging der 4. Versuch mit Fabriek und Wölbert als A-Finalkandidaten sowie Hülshorst und Walker als B-Finalisten über die Bühne. Im 2. Semi trafen Sönke Petersen und Tero Aarnio, der sich wie Stanek im Training eine Bänderverletzung im Knöchel zuzog, (beide 7 Punkte), Martin „Entertainer“ Smolinski (6) und Björn Danielczik (4) aufeinander. Nach einer Neuauflage durch einen Ausritt von Danielczik ging dieses Halbfinale nach 3 Runden in die Wertung, nachdem Smoli den auf Rang 2 liegenden Petersen vom Bike holte. Natürlich gab es noch auf der Bahn das Shake-Hands zur Entschuldigung seitens Smolinski. Hinter Aarnio rückte auch Petersen ins A-Finale, während Walker und Smolinski im B-Finale um die Plätze 5-8 kämpfen sollten. Die FinalsEine klare Angelegenheit war der Laufsieg im B-Finale für Smoli. Er siegte vor Walker, Danielczik und Hülshorst, der nach seiner guten Punktausbeute aus der Vorrunde nun unter Wert geschlagen war. Im A-Finale testete Fabriek die Beschaffenheit der Matratzen an der Wand und war somit aus der Wertung. Im Rerun zu Dritt gab es für Wölbert keinen Halt mehr, während Petersen wieder am Ende der 3. Runde vom Bike geholt wurde. Wieder brach Haltermann den Lauf ab und wertete diesen Lauf nach 3 Runden mit Wölbert als Sieger vor Petersen und den Sturzverursacher Aarnio. Der „Tag der Revanche“Mit anders verteilten Startnummern gingen die Piloten in das selbe Rennschema wie am Vorabend, aber eines war anders: Christian Hülshorst kam mit neuer, extrem kurzer Frisur in die Halle. Nach dem selben Procedere bei der Fahrervorstellung ging es wieder in 9 Vorlaufheats, 2 Semis und diesmal 3 Finals, da man weit vor dem Zeitplan blieb und auch das C-Finale in Angriff nehmen konnte. Allerdings qualifizierten sich die Vorlaufplatzierten 9-12 direkt für das C-Finale, die da Danielczik und Walker (je 2) sowie Drossmann und Stanek (je 1) waren. Immer noch mit Schmerzen am Fuss hielt sich Youngster Stanek in der Vorrunde zurück. Doch im Finale fuhr seinen perfektesten Lauf am Wochenende und gewann vor Walker, Danielczik und Drossmann, der sich vorzeitig aus dem Endlauf drehte. Die Qualifikanten für die beiden Semis waren fürs erste Halbfinale Petersen mit Punktemaximum von 9 Zählern, der besser aufgelegte aber immer noch sturzreiche Piszcz (6), Fabriek und Katt (beide 5). Petersen blieb, wie in der Vorrunde, auch hier ohne Bodenkontakt, während sich zum einen Danielczik und Hülshorst als Wollknäuel in der Wand wiederfanden und Piszcz alleinig 2 Mal zu Boden ging. Für den 2. Ausrutscher wurde er ausgeschlossen, während im Rerun Petersen vor Hülshorst auf der Gewinnerstrasse blieb. Für Entertainer Smoli, der sich immer wieder was einfallen ließ, um die Fans zu begeistern, war nach einem Sturz und die Disqualifikation auch am Sonntag der Zug fürs A-Finale abgefahren. Hier sicherten sich Wölbert vor Fabriek den letzten Lauf des Tages, während der 2. Reservist Pascal Swart mit Rang 3 ins B-Finale zog. Swart kam für Aarnio ins Rennen, da dieser nach einem Crash zu Beginn mit Katt vom Arzt Startverbot wegen seines verletzten Knöchels bekam. Die FinalsDa Swarts Bike aber vor dem B-Finale streikte, stellte ihm Stanek seines zur Verfügung, mit dem er aber alsbald ausfiel. Zu Dritt gingen die letzten Runden über die Bühne, welche von Piszcz vor Smoli und Katt gewonnen wurde. Das A-Finale führte wiederum Petersen an, der allerdings in der Zielkurve durch Wölbert in Bedrängnis kam und in die Matratzen rutschte. Er stieg aber wieder auf und fuhr die letzten 2 Runden hinter dem späteren Tagessieger Hülshorst sowie Wölbert und Fabriek enttäuscht auf Rang 4 hinterher. Was bleibt ist die Tatsache, dass der Betonboden den Speedwayfahrern weiterhin Probleme macht. Doch anders als im letzten Jahr gab es 50 % weniger Stürze, Dreher oder Ausrutscher, da sich die Jungs immer besser darauf einstellen konnten. Und abgesehen von dem schlimmer Crash des Engländers Hawkins gingen die meisten anderen Stürze ohne weitere Folgen ab, da sich der Veranstalter auch um mehr Sicherheit kümmerte. Die GespannklasseBevor es in der Gespannklasse so richtig losgehen konnte, gab es 2 Sachen zu Erledigen. Zum einen wurden von Co-Pilot-Debütant Christoph Bachhuber bei Marco Hundsrucker anhand von Bildmaterial aus dem Training die Stellungen im Beiwagen analysiert und zum anderen musste Lokalhero Arne Friskovec die Halle erst einmal fegen. An seinem 30. Geburtstag kam er leider nicht drum herum, auch wenn der obligatorische Kuss der Befreiung aus blieb. Neben den Bayern Hundsrucker / Bachhuber sowie Friskovec, der mit seinem Stammbeifahrer Jan Martin Wagner in die Rennen ging, gingen auch Arne Jasper und Katrin Schmidt in die Rennen, die sich immer wieder durch verschiedenste Outfits dem Publikum präsentierten. In 3 Heats pro Renntag stand sich dieses Gespanntrio gegenüber und sorgten mit vielen Überholmanöver für Stimmung. Am Samstag siegte Geburtstagskind Friskovec mit Wagner vor Hundsrucker / Bachhuber und Jasper / Schmidt. Sie bedankten sich nach der Siegerehrung bei den Fans mit einer Ehrenrunde inklusive La Ola Welle. Am Sonntag gab es wiederum einen Geburtstag zu feiern: Arne Jasper wurde 38 und versuchte sich als Obelix bei der Fahrervorstellung zu tarnen. Doch man erkannte ihn und auch ihm wurde ein Ständchen vom DJ übermittelt. Den letzten Lauf dieser Klasse gewann er dann auch, doch mehr als zum weiteren 3. Rang hat es nicht gereicht, da er im Auftaktheat kurz vor Start und Ziel in die Strohballen einbog. Deutlich und klar siegte am Sonntag Hundsrucker vor Friskovec und wieder wurde nach der Siegerehrung der Erfolg in Begleitung des Startmarschalls Holger Jasper auf der Ehrenrunde gemeinsam mit den Fans zelebriert. Die Schülerklasse AAm Sonntagmorgen lange vor der Hallenöffnung gingen insgesamt 7 Kids aus Dänemark und Deutschland in die Vorrunde von 6 Heats à 4 Startplätze. Jannis Wethje war nicht nur körperlich der Größte, sondern auch aus Punktesicht. Ungeschlagen ging er am Nachmittag vor voller Kulisse im 6er Finale ans Band. Für Severin Jendrik Herl reichte es nicht ganz und er musste seinen Kollegen zuschauen. Wethje blieb auch im Endlauf vor der Konkurrenz und siegte klar und deutlich. Esben Hjemild und Kean Hermansen folgten auf den Plätzen 2 und 3, während Justin Rehberg nur aufgrund des schlechteren Abschneidens im Finale dem Punktgleichen Hermansen auf Rang 4 unterlag. Simon Pedersen und Bennet Wethje komplettierten das Ergebnis auf 5 und 6. Die Ergebnisse - Das Rahmenprogramm |