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Toni Svab sah blendend aus, doch wirklich gut
geht es ihm 1 1/2 Jahre nach seinem Unfall immer noch nicht |
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RückblickendIm Rahmen der 200-Jahr Feier der Stadt Marianske Lazne passte es ganz gut, dass die Langbahn-Weltmeisterschaft nach 11 Jahren nun zurück ist in Tschechien. Nach der WM-Qualirunde im letzten Jahr ging es nun um die ersten WM-Punkte 2008. Gerd Riss erklärte in einem TV-Interview, dass es bei ihm Erinnerungen weckt, wieder in Marienbad einen WM-Lauf zu fahren, denn immerhin holte er hier 1991 seinen ersten der nun mittlerweile 7 Titel. Neben Riss gab es aber nicht allzu viele Kollegen, die den 1000 Meter Kurs mit breiten und überhöhten Kurven kannten, und man sah schon im Training, dass nicht nur das Material, sondern auch das Gewicht und die Körpergröße eine Rolle spielen sollte. Kurz zusammengefasst entwickelten sich letztendlich Parallelen zum WM-Auftakt 2007 in Pfarrkirchen: Auf der ebenfalls 1000m Bahn siegte damals Leichtgewicht Sirg Schützbach vor Gerd Riss und schrieb sich zum damaligen Zeitpunkt als neuer GP-Sieger in der Gewinnerliste seit 1997 ein. Vorweg genommenEs gab unwahrscheinlich viele Überholmanöver und Zweikämpfe innerhalb der 4 Runden. Es gab keine Stürze und das ca. 5000-Mann starke Publikum war gigantisch, vor allem, wenn ihr Held Zdenek Schneiderwind auf der Bahn war. Diese Begeisterung mit lautstarker Unterstützung war bisher noch nie erlebt, was auch Ex-Weltmeister Robert Barth nach dem Rennen bestätigte. Natürlich standen Schneiderwind und seine tschechischen Kollegen auch im Mittelpunkt der TV-Reportage, die nur 3 Stunden nach Rennende für 90 min im TV ausgestrahlt wurde, wo noch einmal das ganze Rennen mit allen Heats, Interviews und der Siegerehrung gezeigt wurden. Das Salz in der SuppeEinen negativen Aspekt gab es dennoch, über den sich Stephan Katt mehr als ärgerte: Von der FIM ging nur 2 Tage vor dem Rennen eine Mail raus, dass das neue Regelwerk um den neuen FIM-Zündunterbrecher gelockert – wenn nicht sogar aufgehoben wurde, da die Technik diesbezüglich doch leider noch nicht ausgereift ist. Die Fahrerkollegen der anderen Nationen kamen mit diesem Wissen nach Marienbad, doch ärgerte sich vor allem Team-Chef Josef Hukelmann darüber sehr, dass er es versäumt hatte, diese Mail zu lesen und entsprechend zu reagieren, während die meisten Fahrer selber auf anderen Rennplätzen am Donnerstag unterwegs waren. „Den Schuh ziehe ich mir an“, sagte Hukelmann, den dieses Problem auch noch am nächsten Tag beschäftigte. Katt, der im 9. Lauf den Start gewann aber mit mehr als sichtlichen Problemen schon auf der Gegengeraden am Ende des Feldes lag, verlor immer mehr an Boden, doch fuhr er das Rennen noch zu Ende. Mindestens 4 Punkte aus diesem Lauf hätten ihn noch ins B-Finale gebracht, ehe Katt und Hukelmann nach Rennende noch einmal ausführlich über dieses Thema sprachen. ActionreichBeim Szenario mit Katts Problem ging es am Ende für Peppi Rudolph noch grad so glimpflich aus. In der letzten Ecke fiel er auf Rang 3 liegend mit technischen Problemen aus. Er blieb auf der Bahn und schaute sich nach Katt um, der noch im Rennen war. Um bis ins Ziel auszurollen, schien es knapp zu werden und so sprang der Bayer ab und rannte mit dem Bike über die Linie, ehe Katt nun knapp dahinter das Ziel erreichte. Eine ähnliche Situation erlebte auch Erik Eijbergen im 11 Heat, als er allerdings nur wenige Meter vor der Linie wegen Kettenriss extrem langsamer wurde. Da ihm seine Verfolger Jannick de Jong und auch Stephan Katt so dicht im Nacken saßen, überholten sie ihn nur um Zentimeter vor der Linie noch. Die actionreichste Szene des Tages ging schon ans Limit der Zumutbarkeit für den Zuschauer: Dirk Fabriek und der bis dahin einzig ungeschlagene Schneiderwind kämpften im 8. Heat um Rang 3. Auch wenn dieses Schauspiel nur knapp eine Runde ging, hätte es schlimme Folgen haben können. Fabriek lag nur knapp vor Schneiderwind, als sie auf die Gerade zur 3. Runde einbogen. Fabriek zog nach innen, was auch Schneiderwind machen musste, um ihm nicht aufzufahren. Eingangs der nächsten Kurve stach Schneiderwind dann innen durch und kam nur knapp vor Fabrieks Vorderrad wieder auf die Außenbahn. Der Höhepunkt dieses Duells war dann die Plankenberührung ausgangs dieser Ecke von Schneiderwind, nachdem Fabriek ihn nun nach aussen drängte. Erst in der TV-Zeitlupenaufnahme konnte man deutlich erkennen, mit wieviel Glück und Können Schneiderwind einen Sturz vermeiden konnte, denn war er mit dem Hinterrad schon in der Bande und stand danach quasi quer auf der Bahn. Klar, dass nach dieser Action der Zweikampf abrupt zu Ende war, dennoch konnte Schneiderwind trotz neuen Schwung holend seinen 4. Rang ins Ziel bringen - und das unbeschadet. Das weitere RenngeschehenWie gut Daniel Bacher in dieser Saison schon unterwegs ist, bewies er mit dem Goldhelmgewinn in Herxheim. Im Training gegen Riss konnte man dann schon erahnen, dass er dem Weltmeister Paroli bieten könne. Dass er ihn und die folgende Konkurrenz im 2. Lauf des Tages aber gleich mit geschätzten 200 Metern „deklassieren“ würde, war unglaublich. Nach den 4. Vorlaufen hatte er 18 Zähler auf dem Konto und belegte Vorlaufrang 2 hinter Joonas Kylmäkorpi. Der Finne schrieb einen Zähler mehr und unterlag nur Schneiderwind, der im übrigen den Last Chance Heat vor Rudolph, Jörg Tebbe, der am Start über nicht weg kam und sich von 6 auf 3 vorkämpfte, Alessandro Milanese, Karel Kadlec und Antonin Klatovsky gewann. (Tebbe und Milanese blieben später aber ohne Einsatz.) Außer dem 8 Heat, der oben beschreiben war, blieb Schneiderwind auf der Siegerstrasse und durfte vor Riss sogar die Helmfarbe noch wählen. Riss schrieb zwar auch 17 Punkte, doch unterlag er in den einzelnen Heats nicht nur Bacher, sondern auch Schützbach und Rudolph. Schützbach hatte seinerseits noch einen weiteren Laufsieg neben 2 vierten Plätzen und stand aufgrund der besseren Majorität auf alle Fälle im A-Finale. Bangen hingegen mussten Glen Phillips und Andrew Appleton, die zwar auch beide 14 Punkte einfuhren, aber das nur je 2x auf Rang 3 und 2x auf Rang 2. Vom Jurypräsidenten Christian Bouin wurde das Los zugunsten von Glen Phillips gezogen, so dass er das 6. und letzte Ticket fürs A-Finale erhielt, während Appleton, immer noch schwer angeschlagen vom Olching-Crash, ins B-Finale musste. Auch um die Vorlaufplätze 8 und 9 musste ein Los entscheiden zwischen Theo Pijper und Dirk Fabriek, die bei 11 Punkte die selben Plätze ins Ziel fuhren. Bei dieser Losentscheidung ging es aber letztendlich nur um die Reihenfolge der Helmfarbenwahl des B-Finals. Weiter im B-Finale ging es mit Geburtstagskind Matten Kröger (39), der wie Katt nicht am Training teilnehmen konnte und „kalt“ auf die Bahn musste. Der Grund war der Flug von England nach Prag erst am Samstagmorgen, nachdem sie am Freitagabend noch ein Ligarennen auf der Insel bestritten. Kröger kämpfte sich am meisten durch die Felder und hatte am 10 Punkte auf dem Konto. Trotz des Malheurs in Heat 9 blieb Rudolph dank des Sieges über Riss im letzten Durchgang die Teilnahme im B-Finale gesichert, in dem sich am Ende auch Enrico Janoschka mit 7 Punkten noch wiederfand. Nur im C-Finale standen am Ende Richard Wolff, Jannick de Jong, der allerdings nach einer Verletzung seines Vaters bei den Mechanikerarbeiten im Fahrerlager von der Rolle war, Katt (alle 4), WM-Neuling Daniel Rath (3) sowie Eijbergen und Pavel Ondrasik (je 2). Das C-FinaleMit diesen 6 Akteuren begann die Finalrunde, in der sich Katt gleich vom Start klar in Führung setzten konnte. Wolff folgte ihm, während de Jong auf Rang 3 ins Ziel kam. Am meisten zu kämpfe hatte hier Rath, und das nicht nur mit den Gegnern sondern auch mit der Sicht, da seine Scheiben zu früh am Ende waren und er schon mit der Hand die Brille frei wischen musste, was übrigens auch in der TV-Übertragung gut zu erkennen war. Mit den Plätzen 5 und 6 müssen nun Ondrasik und Eijbergen beim 2. GP in St. Macaire ins Rennen gehen. Das B-FinaleUm die Führung kämpften hier zunächst Fabriek und Appleton, ehe sich der Niederländer am Ende absetzten konnte. Pijper fuhr sicher auf Rang 3, während sich Janoschka und Kröger in der Startkurve sehr nah kamen. Das Geburtstagskind unterlag am Ende dem Bergringhelden, während Rudolph nun seine erste „rote Laterne“ einfuhr. Das A-FinaleKylmäkorpi kam am Besten aus den Bändern gefolgt von Riss und Bacher, der aber in der Startkurve schon an Riss aussen vorbei ziehen konnte. Am Ende der Kurve war auch der Finne fällig, während Philips sich Schneiderwind ins Visier nahm. Schützbach war und blieb am Ende des Feldes. Bacher machte Meter um Meter vor der Konkurrenz gut, während Kylmäkorpi in der Startkurve der 2. Runde wegen Motorschaden nach aussen ausscherte und dann enttäuscht ins Innenfeld rollte. Schade für ihn, denn ist der Finne völlig unter Wert geschlagen, und Glück für alle anderen, die ohne Kampf somit einen Rang besser platziert waren. Und wie schon zu Beginn, zog Leichtgewicht Bacher immer mehr davon, brachte am Ende wieder einen ca. 200m-Vorsprung ins Ziel und machte seinen 1. GP-Sieg perfekt. Nach dem Rennen..... ließ sich vor allem Schneiderwind von seinen tschechischen Fans feiern, bei dem er sich auch via Stadionmikro bedankte. Mit dieser Leistung – ohne dem Veranstalter vorweg zu greifen – hat er sich aber auf alle Fälle für die Wildcard in St. Macaire am 28.06. empfohlen. Selbstbewusst trat dann noch Glen Phillips bei der anschließenden Pressekonferenz auf, der sich mit den kommenden ihm liegenden Bahnen nun große Titel-Hoffnungen macht. Im Rahmenprogramm...... gingen die ausgeschiedenen Last-Chance-Fahrer an den Start und trafen her auf Manfred Knappe und dem B-Lizenz-Neuling Stefan Drofa. In einem schon mal in Scheessel getesteten „Two in One-Race“ gingen sie in 3 Outings 6 mal ans Band. Am Ende siegte hier Kadlec mit 14 Punkten vor Drofa (9) und Klatovsky (7), während der eigentlich klar stärkste Teilnehmer Knappe nach 2 Laufsiegen wegen Zahnriemenrissen in den jeweils ersten der 2x2 Runden ausfiel. Natürlich war in der Kürze der Zeit keine Chance, einen neuen Zahnriemen zu montieren und sein Reservebike lief auch nicht wirklich, um am 2. Start mit von der Partie zu sein. So blieb ihm mit 6 Punkten nur der undankbare 4. Rang. Das Ergebnis |