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Hat Norden schon den neuen Weltmeister gesehen?Mit dem ersten Quali-Lauf zur diesjährigen U21 Speedway WM kamen die Fahrer aus 8 Nationen. Italien sagte den Start ihres Vertreters ab und somit kam Sönke Petersen fest ins Feld. Kristian Drossmann erschien am Samstag zwar zur Trainingszeit, doch fuhr er ohne Training unverständlicher Weise wieder nach Hause. So blieb Nachrücker Arne Ledwig als einziger Reservefahrer übrig, blieb aber ohne Einsatz am Sonntag. Während beim zeitgleich gestarteten Quali 2-Lauf in Zielona Gora mit Chris Holder aus Australien ein Top-Favorit auf den WM-Titel klar siegte, musste den Fahrern in Norden vom anderen Ende der Welt Amerika und Neuseeland noch Entwicklungshilfe nachgesagt werden. Einzig Ricky Wells – im übrigen der Neffe des SGP-Evergreens Craig Hancock – konnte das Niveau der europäischen Vertretern aus Polen, Tschechien, Niederlande, Dänemark, Ungarn und Deutschland mithalten. Auch wenn am Ende diese Jungs einige Punkte ins Ziel brachten, war doch der Abstand deutlich und am Fahrstil noch zu feilen. Abenteuerlich eher ihre Überfahrt auf unseren Kontinent. So hörte man, dass 2 Fahrer mit dem Flieger nach Deutschland kamen, sie sich hier ein Mietauto liehen und ein Fahrgestell kauften. Noch Originalverpackt wurde es im Fahrerlager in Norden dann am Samstag kurzerhand zusammengebaut und gefahren. Auf dem Rückweg wollten sie die Bikes dann wieder verkaufen und sich in den Flieger Richtung Heimat begeben. Kostenaufwand – so hörte man – war 5 : 1 gegenüber dem, was sie als Platzgeld später erfahren haben. Hut ab vor so viel Mühen Der Bruder des GP-Neulings Krzysztof Kasprzak Robert ging klar als Favorit ins Rennen. Aber auch Patrick Hougaard, der als einziger ohne Training das Rennen aufnahm, gehörte zu den Siegesanwärtern. Im Laufe des Rennens kristallisierten sich dann noch Hynek Stichauer, Adam Kajoch und aus deutscher Sicht erfreulich Max Dilger heraus. Stichauer lag nach 3 Durchgängen ungeschlagen in Front, während die anderen 4 Piloten je 8 Punkte bisher ins Ziel brachten. Dilger schlug Kajoch, Kasprzak siegte über Dilger und Kajoch gewann vor Hougaard. Mit Beginn der letzten 2 Wertungsblöcke unterlag nun Stichauer Hougaard, während Dilger in diesem Heat noch hinter Wells, der ebenfalls auf WM-Semifinal-Kurs unterwegs war, nur auf Rang 4 ins Ziel kam. Mit den Heats 18 und 19 kam es zu den letzten Duell der punktstärksten Fahrer: Hougaard unterlag hier Kasprzak und Kajoch schlug Stichauer, während Dilger unabhängig von diesen Läufen mit dem letzten Laufsieg sein Ticket mit 11 Punkten bereits lösen konnte und sich von den ca. 3000 Fans feiern ließ. Nach Abschluss der 20 Heats wusste man noch nicht wirklich viel. Nur, dass Kasprzak mit 14 Endpunkten dieses Meeting gewann und Dilger auf Rang 5 gelandet war. Amiboy Wells schaffte es am Ende mit 9 Zählern auch noch, mit Rang 6 einen Platz im WM-Halbfinale zu sichern. Um die Plätze 2, 3 und 4 mussten Hougaard, Stichauer und Kajoch, die je 13 Punkte hatten, noch einmal ans Band. Und auch um den Reserveplatz sollte ein Stechen die Entscheidung bringen. Richard Speiser, der im ersten Heat nach einem Sturz in der 2. Ecke von Referee Thierry Bouin aus Frankreich nicht mehr zugelassen wurde, Jannick de Jong, der sich super mit einigen Überholmanövern in Szene setzten konnte, und Joszef Tabaka, der von allen wohl am meisten kämpfte, fuhren je 8 Zähler ein. Doch gab es nur noch ein Reserveticket entweder für Rye House GB (15.06.) oder Gorican HR (19.07.). Nach einem schlechten Start schob sich Speiser gleich in der Startkurve innen an der Konkurrenz vorbei und siegte letztendlich vor Tabaka und de Jong und landete somit auf Rang 7. Speiser stellte mit diesem Rennen wie schon in Brokstedt und auch Lüdinghausen unter Beweis, dass er einige Runden braucht, um sich auf die für ihn alle erstmals befahrenen Bahnen einzustellen. Glückwunsch an Dilger und Speiser Das Stechen der Podestanwärter wurde in der Startkurve nach einem üblen Sturz von Stichauer abgebrochen. Doch alle 3 durften wieder ans Band und hier setzte sich dann letztendlich Kajoch vor Hougaard durch, während Stichauer weit abgeschlagen die letzten 2 Geraden mit Wheelies beendete. Großes Pech hatte Sönke Petersen. Viele Hoffnungen ruhten auf den 19-Jährigen Oldenburger, gerade nach der Glanzvorstellung eine Woche zuvor beim Jun-DM-Auftakt in Güstrow, wo er ungeschlagen siegte. Nach 3 Outings schrieb er aber nur 4 Zähler, doch folgten nun ein wesentlich leichterer Heat. Ausgerechnet jetzt, wo er im 4. Durchgang in Pole lag, gab sein Motor den Geist auf und er rollte aus. Um ihn nicht zu gefährden, legte Denis Wienke hinter ihm um und rutschte nur haarscharf an ihm vorbei. Im letzten Lauf kam dann noch hinzu, dass er seine zunächst gewählte Startrille vom Startmarshall aus nicht nutzen durfte und er im losen Mull an der Innenkannte überhaupt nicht vom Start weg kam. Wienke hingegen kämpfte den ganzen Rennverlauf über mit technischen Problemen und fuhr im ersten Durchgang mit Rang 2 den besten Lauf des Tages und schrieb allein hier 2 seiner insgesamt 3 Zähler. Hinter de Jong auf Rang 9 landeten Adam Vandirek, Sohn des Oldboy Petr Vandirek (7), Jade Mudeway (4), Sönke Petersen (4), Grant Tregoning (4), Denis Wienke (3), Alex Marcucci (1) und Henry van der Steen (0), der nach einem Kettenriss an 2. Stelle liegend in der letzten Runde des ersten Durchganges nicht mehr auf Touren kam, auf den weiteren Plätzen. Die Schülerrennen am SamstagVor und nach dem 2-stündigem Training der WM-Aspiranten gingen alle 3 Schülerklassen in ihre Rennen. In der Schülerklasse A glänzte einmal mehr Lukas Fienhage nicht nur wegen seines komplett neuen Outfits. Allerdings machte es ihm Jennifer Grosser erneut wieder richtig schwer, seine Laufsiege zum Maximum ins Ziel zu bringen. Klar das Jenny dann auch ungefährdet auf Rang 2 landete vor ihrer Schwester Patrizia. „Tizi“ machte es sich aber, wie schon so oft gesehen, mit ihren schlechten Starts selber immer wieder schwer – dafür sind ihre Aufholjagden eine Augenweide. So verwies sie nach 4 dritten Plätzen Severin-Jendrik Herl, der im dritten Durchgang stürzte, auf Rang 4 im Endklassement gefolgt von Jens Ripke und Finn Loheider. Ripke konnte den ersten Lauf nicht bestreiten, da er wegen Kupplungsproblemen in Fahrerlager schraubte. Schülerklasse BIn der Klasse der 125er Piloten nahm erstmals nach ihrem Sturz Christina Sophie Köhn wieder teil, die noch vor dem ersten Training etwas Angst hatte. Doch schon mit bestreiten dieses ersten Trainings verflog die Angst und sie strebte dem Premierziel Finale sicher entgegen. Ganz vorne kämpften aber wiederum Steven Mauer und Andre Majewsky um den Tagessieg. Wie schon in der Vorrunde bei einem Aufeinandertreffen gewann der Berliner aber vor dem Werlter Nachwuchsstürmer im Endlauf und sicherte sich somit den ungeschlagenen Tagessieg. Andre war aber nicht der einzige Werlter, der Grund zur Freude gab, denn auch Clubkamerad Niklas Thien zeigte ein bärenstarkes Rennen und landete verdient auf Platz 3 der Wertung. Christina fuhr kämpferisch wie vor dem Sturz und wurde am Ende mit Rang 4 belohnt. Ihr folgte Matthi Schmidt, der im ersten Lauf nach einem Kontakt mit Hannes Gast ausfiel. Matthi kämpfte sich in den anderen Läufen aber durch und wurde Fünfter. Das Finale komplettierte Hannes Röschke bei seinem 2. Rennen. Er blieb hier zwar ohne Zähler, doch war ihm Rang 6 sicher. Nur für das Rennen vor der Haustür im Motodrom Halbemond nahm Andre Kruse erstmals unter Rennbedingungen auf der 125er Platz. Trotz fehlender Rennerfahrung auf dem größeren Bike schlug er sich wacker mit 8 Punkten und verpasste das Finale nur denkbar knapp. Ebenfalls 8 Zähler sammelte auch Dirk Meyer, gefolgt und Hannes Gast und Robby Swoboda mit je 3 Punkten am Ende. Diese 3 Punkte fuhren sie sich in getrennten Läufen jeweils ein. Doch im Lauf gegeneinander verhakten sie sich in der Startkurve und beide landeten in der Planke. Es sah schon übel aus, doch beide konnten auf eigenen Beinen in den Sanka einteigen, nahmen aber an den folgenden Heats nicht mehr teil. Gute Besserung von dieser Stelle Um die Schülerklassen aber zu komplettieren, sei noch erwähnt, dass Dominik Maaßen mit 3 Punkten und auch Jonathan Gast, der am Ende noch Maschinentrouble hatte, mit 2 Zählern aufgeführt wurden. Schülerklasse CWie schon in Moorwinkelsdamm gab es das Quartett mit Nicole Standke, Andre Mochner, Jeremy Cipinski und Heiko Bley. Und seit den Startproblemen in Moowidamm haben die Teenager einiges gelernt, denn ging nicht ein Start daneben. Auch wenn Jeremy im 3. Durchgang einen kleinen Sturz weg zu stecken hatte, kam er hinter Maximumsieger Andre auf Rang 2. Nicole, die schon jetzt saubere Starts hinlegt, wurde nur in harter Gegenwehr von Jeremy in den Duellen eingeholt, während Heiko erst mit Verzögerung aus den Bändern kam und dem Feld weit hinterher fuhr. Die B-LizenzDa nach dem neuen FIM-Reglement kein Rahmenprogramm während eines WM-Speedway-Prädikates gefahren werden darf, wurde am Samstag mit dem letzten Jury-Meeting durch Jury-Präsidenten Boris Kotnjek beschlossen, dass die Rennen der B-Lizenz komplett vor dem WM-Start eine Stunde eher angesetzt werden. (Diese Vorverlegung ist auch der Grund der mageren Bildauswahl der B-Lizenz, da Speedway.org nichts davon mit bekam und bittet dieses zu entschuldigen.) Nach 9 Heats in der Vorrunde standen mit Dominik Möller, Rene Deddens und Kai Huckenbeck mit je 8 Punkten als auch Marcel Helfer mit 7 Zählern im Finale. Huckenbeck war noch ganz hin und weg von seinem Sieg über Deddens, was er noch nie geschafft hatte. Möller hingegen unterlag Helfer gleich im Auftaktheat. Im Finale dieser Top 4 führte Möller die Konkurrenz bis zur letzten Kurve an, doch Deddens fightete sich von Platz 4 aus an die Spitze bis nur Meter vor dem Ziel sein Motor explodierte. „Den Kolben hab ich in der Startkurve wieder gefunden“, so der spätere Zweitplatzierte, der sich noch vor Helfer auf Rang 2 ins Ziel retten konnte. Huckenbeck stürzte währenddessen in der Zielkurve der 3. Runde, kam am Ende aber noch auf Rang 3 der Tageswertung. Knapp das Finale verpasste Nils Hesse, der 6 Punkte inkl. eines Laufsieges ins Ziel fuhr. Nick Lourens (ebenfalls 6), Sergej Malyshew (4), Danny Maaßen (3), Bernd Dinklage und Henkie Koonstra (beide je 2) nahmen ebenfalls in der Vorrunde der 9 Heats mit. Das WM-Ergebnis – Das Rahmenprogramm |