Roelof Thijs Pokal in Assen,
12.03.2010

Mitten in einer Baustelle....

Durch die Übernahme vom de Smelt in de Bonte Wever glich das Eisstadion in Assen von aussen einer Baustelle. Um die Eisarena herum plant man in den kommenden 2 Jahren ein Hotel zu errichten, dass mit 350 Zimmern ausgestattet werden soll. Die Eröffnung des Hotel soll noch in diesem Jahr im Oktober von statten gehen, mit erstmal 150 fertigen Unterkünften. Während die Umbaumassnahmen im Foyer des Eiskomplexes bereits abgeschlossen sind, aber leider die gemütliche Atmosphäre nicht mehr wieder spiegelt, hießen die Baustellengegebenheiten für die Fans, dass sie aussen fast bis auf die Gegengeraden laufen mussten, um in dieses Eisstadion hinein zu gelangen.

Dennoch waren beim traditionellen Eisspeedway-Wochenendauftakt um den Roelof Thijss Pokal schon zahlreiche Fans anwesend und sahen am Ende einen russischen Dreifachsieg. Von den 4 aus Russland gestarteten Fahrern war es ausgerechnet der Titelverteidiger und Ex-GP-Pilot Stanislav Arkhipov, der sich bei seinem ersten Auftritt in der Runde der Sweet Sixteen gleich in der Startkurve durch einen Sturz um seine eigene Chancen brachte. Henri Malinen, ebenfalls erst in dieser Runde mit seinem ersten Lauf dabei als auch der Deutsche Rookie Maxi Niedermaier konnten nicht mehr ausweichen und stürzten. Zum Glück blieben alle 3 Piloten weitestgehend unverletzt und während der Russe vom Restart ausgeschlossen wurde, traten die anderen beiden noch einmal gegen Tommy Flyktman an.

Die Show stahlen Arkhipov also seine verdammt jungen Landsleute Andrej Gavrilkin, der schon beim Donnerstagtraining mit einem Messer zwischen den Zähnen fuhr, Andrej Shishegov (Teamkollege von Arkhipov) und der U21 Europameister Sergej Karatsjintsev. Bevor sie aber auch in der Hauptrunde erst eingreifen konnten, waren in den Heats 1 bis 10 durch die KO-Läufe die ersten Fahrer bereits wieder zum Einpacken verdammt. Aus Deutscher Sicht schlugen sich Christoph Kirchner und Niedermaier schon einmal nicht schlecht und trafen in der Hauptrunde dann auch auf die Kollegen Stefan Pletschacher und Florian Fürst, die hier gesetzt waren.

Aus Deutscher Sicht

Kirchner begann mit einem Aufsteiger am Start, überzeugte dann aber durch Kampfgeist und schied am Ende auf Rang 15/16 leider auch nur deswegen aus, der er sich in Führung liegend am Ausgang der letzten Startkurve im entscheidenen Lauf zur Semirunde ins Eis eingrub und einen Brummkreisel darstellte. Die Reise wäre für ihn sonst natürlich weitergegangen. Niedermaier hingegen kämpfte zu Beginn mit dem Problem, dass ihm der 2. Gang heraussprang, sich aber impulsant wieder in Szene setzten konnte. Beim Sturz im besagten Lauf hatte er keine Chance, doch biss sich der Urbayer in seinen Zweikämpfen fest und schied in der Semirunde knapp vor der Finalrunde aus.

Nach nur 2 Einsätzen war das Rennen für Florian Fürst schon wieder vorbei, der mit seinem neuen Fahrgestell noch nicht wirklich zurecht kam. Anders hingegen Pletschacher, der u.a. wie Kirchner 2 Laufsiege einfuhr und nur knapp am Ziel:“Einzug in die Top 4“ scheiterte. „Ich bin trotzdem zufrieden, ich wollte bester Deutscher werden, und das habe ich geschafft“, so der „Lange“ Senior der Truppe um DMSB-Delegierte Conny Brucke.

Die Fachberaterin in der Ruprik Eisspeedway resümiert

Brucke resümierte diese Rennen auch als vollen Erfolg mit der Aufbauarbeit, die seit Anfang November in dieser Sparte im Nachwuchsbereich eingeführt wurde.“Der Zusammenhalt der Jungs ist super. Gerade beim Sturz von Maxi hat man dieses erkennen können, als auch die anderen Mechaniker mit zu ihm eilten. Ich bin stolz auf meine Jungs! Aber nicht nur heute, sondern auch über das alles, was sie / wir in dieser Zeit erreicht haben.“ Der Blick wanderte Richtung „Poiler“ Steffen Höppner, der als kumpelhafter Mechaniker innerhalb dieser Truppe über das überaus wertvolle technische Know-How verfügt.

Zurück zum Rennen

Durch Niedermeier in einem klasse Duell niedergerungen ging der Plan Podestverteidigung aus 2009 des einzigen Lokalmatadoren Rene Stellingwerf nicht ganz auf, der dadurch eine Ehrenrunde über einen KO-Lauf machen musste. Er schied hinter Karatsjintsev und Gavrilkin im Halbfinale aus und nahm Martin Leitner mit in das kleine Finale. Leitner fuhr ein souverän kontrolliertes Rennen, fand aber in den beiden Russen seine Meister Aus dem anderen Semilauf setzten sich noch Shishegov und Flyktman durch, der ein wirklich gutes Rennen ablieferte und von Beginn an mit 4 Laufsiegen und einem 2. Rang glänzen konnte. Pletschacher und Mario Schwaiger mussten dann ebenfalls ins kleine Finale.

Hier konnte der werdende Vater Stellingwerf noch einmal beweisen, wie stark sein Wille war, ein gutes Rennen vor heimischer Kulisse abzuliefern und konnte sich vor Pletschacher, Leitner und Schwaiger auf seiner Ehrenrunde als Sieger feiern lassen.

Nach dem Start das alles entscheidenen Endlaufes um den Roelof Thijss Pokal bog als erster Flyktman aus der Kurve, doch wurde er nach und nach vom Russischen Youngstertrio eingeholt und auf Rang 4 verdrängt. (Im Prinzip ein Dejavue, nur mit dem Unterschied, dass es in Heat 17 Niedermaier gegen Russland hieß und auch der Deutsche das Nachsehen hatte.)

Der Mann der scharfen Messer biss sich am längsten vor und am ehesten aus den Kurven heraus am Gashahn fest und siegte vor Shishegov und Karatsjintsev.

Fahrerlager-Fotoimpressionen und Videos folgen ab Montag

#
Name Nat
1
2
3
4
5
S-1
S-2
B-Fin
A-Fin
Platz
18
Andrej Gavrilkin
3
3
2
2
1.
1
21
Andrej Shishegov
3
2
3
2.
2
24
Sergej Karatsjintsev
2
1
3
3
3.
3
16
Tommy Flyktman
3
3
3
3
2
2
4.
4
12
Rene Stellingwerf
3
1
3
2
2
1
1.
5
23
Stefan Pletschacher
3
1
3
1
2.
6
4
Martin Leitner
2
3
1
2
2
0
3.
7
17
Mario Schwaiger
0
2
2
0
4.
8
8
Fredrik Johansson
3
2
2
0
1
9/10
20
Henri Malinen
1
3
1
9/10
15
Max Niedermaier
2
2
2
0
0
11/12
19
Stanislav Archipov
S/D
3
A
11/12
9
Miroslaw Daniszewski
0
2
2
1
13/14
22
Florian Fürst
0
1
13/14
3
Robert Henderson
3
1
2
1
0
15/16
7
Christoph Kirchner
1
3
3
1
S
15/16
6
Andrej Divis
2
0
1
17/18
11
Josef Kreuzberger
1
3
1
0
17/18
1
Jo Saetre
0
2
0
19/20
10
Jussi Nyrönen
2
0
0
19/20
2
Pawel Strugala
S
1
21/22
13
Lukas Volejnik
0
1
21/22
5
Michael Widera
0
0
23/24
14
Martin Posch
1
0
23/24