Langbahn GP 3 in Groningen,
07.07.2012

07.07.2012 10:04:25
1080m ist die Strecke lang
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Im Stadtpark von Groningen konnte diesmal der Langbahn GP durchgeführt werden. Nachdem im letzten Jahr bei der Premiere auf der 1080m langen Pferderennbahn wegen Regen und einbrechender Dunkelheit der Grand Prix komplett aus der Wertung genommen werden musste, passte das Wetter beim 2. Versuch perfekt und 1800 Fans kamen, um einen spannenden Grand Prix, den 3. auf einem Highspeedkurs in dieser GP-Saison, live mitzuerleben.

Ein Garant für die immer besser werdenden Bahnverhältnisse, war auch der gute aber sehr häufige und lange Bahndienst. Schon die Trainingssession (mit den obligatorischen 2x20 Min sowie 2x2 Rundenm Bandstart) dauerte aufgrund der Bahndienste 4 Stunden. Race-Director Thierry Bouin erklärte dazu: „Ich bin das erste Mal hier in Groningen und musste erstmal gucken, wie der Bahndienst am besten zu machen ist. Erst schleppen und dann Wasserwagen, oder erst Wasserwagen und dann schleppen. Die Staubentwicklung war schon im Training enorm, doch ich denke im Laufe des Rennens haben wir die Bahn optimal hinbekommen, so dass der nasse Sand auch liegen blieb.“

Die 3 Sieger Josef Franc, Appe Mustonen und Theo Pijper bestätigten die gute Ausführung des Bahndienstes bei der Pressekonferenz. „Auch mit der langsam untergehenden Sonne konnte man dann auf dem durch das Wasser dunkleren Untergrund den Kurveneingang viel besser erkennen“, so Mustonen.

WM-Leader gestolpert

Nach den beiden GP-Siegen von Forssa und Forus legte WM-Leader Joonas Kylmäkorpi wieder mit einem Punkt unter Maximum die besten Voraussetzungen auch bei diesem Rennen wieder ganz oben zu stehen. Doch er stolperte als Vorlaufbester vom Podest runter, auch wenn er weiterhin die WM-Führung klar mit 14 Punkten inne hält.

Aus Deutscher Sicht schaffte nur Martin Smolinski den Sprung ins Finale, in dem insgesamt 5 Nationen vertreten waren. Kylmäkorpi klar mit 24 Punkten nach der Semirunde. Theo Pijper kam erst am frühren Nachmittag in Groningen an. Eine Überbuchung des KLM-Fliegers in Schottland war Schuld daran. Die lange Trainingsession ermöglichte ihm dann aber, noch an den Bandstarts von 2x2 Runden teilzunehmen. Aus den Heats holte er dann später 21 Punkte. Mit jeweils 19 Zählern bestückt, qualifizierten sich Josef Franc, Smoli und auch der 2. Finne im Feld Appe Mustonen, der erstmals auf das Material und der persönlichen Unterstützung vor Ort von Robert Barth vertrauen konnte. Mit 16 Punkten war es dann noch Cameron Woodward, der erstmals die Finalrunde erreicht hatte.

Kylmäkorpi war für viele der Favorit auf den Tagessieg, doch da für die Platzierungen der Einlauf im Endlauf zählt, unabhängig von den insgesamt eingefahrenen GP-Punkten, war alles offen. Der kleine Tscheche Franc, der sich schon beim heimischen SGP als Wildcardfahrer bestens in Szene setzten konnte, schaffte seinen 1. GP-Sieg. „Die Bahnbedingungen waren sehr gut, ich mag diese Art von Bahnen, sogar noch lieber als Grasbahnen. Aber ich möchte mich vor allem bei Zdenek Schneiderwind bedanken. Er ist für mich wie mein 2. Vater“, erklärte Franc bei der PK.

Klein aber oho fuhr auch Mustonen zu seinem besten GP-Ergebnis: „Ich bin das erste Mal auf dem Material vom Robert gefahren – vielen Dank Robert – und es lief super. Nach den beiden anderen GPs habe ich mir eine Auszeit genommen und 3 Wochen Urlaub gemacht, es lief nichts mehr. Beim Training merkte ich dann aber schon, dass das Bike richtig schnell und die Bahn echt gut ist. Das Team hat super gearbeitet und ich habe das 1. Mal Joonas geschlagen“, freute sich Mustonen bei seinem Statement der Pressekonferenz.

Der Drittplazierte Piper hatte am Morgen bestimmt noch nicht daran denken können, am Abend auf dem Podest zu landen. „Es war ein sehr guter Renntatag und vor allem war es für die Fans ein tolles Rennen nach der Regenpleite vom letzten Jahr. Zu Anfang war es zwar sehr staubig, aber das haben sie gut in den Griff bekommen. Ich bin wirklich sehr happy und freue mich, jetzt auf dem 2. Rang in der Zwischenwertung zu stehen“, so Pijper.

Kylmäkorpi rettete sich auf Rang 4 ins Ziel, während Smoli mit Rang 5 sein bisher bestes GP-Ergebnis 2012 schaffte. Er war auch der einzige Deutsche, der konstant seine Zähler ins Ziel brachte. Bis auf Rang 5 im Endlauf fuhr er 4x auf Rang 2 und einmal auf Rang 3 ins Ziel. GP-Neuling Woodward hingegen, holte nach zwei 9. Plätzen Rang 6 im Endcalssement. Einen Laufsieg konnte er dabei verbuchen.

Platz 7 – 12

Matten Kröger, Stephan Katt und Jörg Tebbe landeten nach den Semirunden auf den Plätzen 7, 8 und 9. Kröger hatte beim Startbandtraining einen Sturz, der aber der einzige des ganzen Tages blieb. Auch er trug sich in die Liste der Laufsieger ein, doch nach 13 Punkten aus der Vorrunde und 2 Zählern aus dem Semi verpasste er das Finale gegenüber dem punktgleichen Australier wieder einmal nur aufgrund der schlechteren Majorität. Katt begann sehr schwach mit 2 Punkten aus 2 Heats, doch mit seinem Laufsieg und Rang 2 brachte er sich wieder zurück ins Spiel, was aber nach Rang 3 im Semi auf Rang 8 endete. Tebbes Punktjagd brach im 3. Durchgang ein, als er von innen startend den schlechtesten Startplatz erwischte und Rang 4 im Semi bedeutete auch das Aus vor dem Finale.

Stephane Tresarrieu, der sich in den beiden GP-Runden zuvor überhaupt nicht in Szene setzten konnten, zeigte in Groningen, trotz Ausfall, mit 9 Punkten eine gute Vorstellung. Doch auf seinen Start im Semifinale verzichtete er. (Gründe sind leider nicht bekannt.)

Noch angeschlagen durch seine Knieverletzung rückte sich Andrew Appleton wieder ins Geschehen - beginnend mit einem Laufsieg. Doch 2 Motorenplatzer im letzten Vorlauf und Semifinale kosteten ihm nicht nur das vermeintliche Finale, sondern auch die Tatsache: „Für Marmande muss ich mir wohl einen Motor leihen.“ Nach dem großartigen Erfolg beim GP in Forus war Groningen nicht die Welt von Bernd Diener. 6 Punkte waren seine Ausbeute und stand damit sogar noch im Halbfinale.

Platz 13 – 18

Auch Jannick de Jong hatte 6 Punkte. Allerdings – und das tat einem schon wirklich sehr leid – fiel er im 3. Durchgang in der 3. Runde in Führung liegend wegen Zahnriemenriss aus. Somit verpasste er sogar den Einzug in die Runde der Top 12. Auch Glen Phillips hatte einen Ausfall zu verbuchen, konnte aber ansonsten auch nicht wirklich ins Geschehen eingreifen. Wildcardfahrer Mark Stiekema hatte sich viel vorgenommen bei seinem Heim GP, doch auch für den eigentlichen Grasbahnspezialisten war diese lange Bahn nicht sein Metier. Das Schlusstrio bildete sich aus Jerome Lespinase, Theo die Palma und Gabriel Dubernard, der als aufgerückter Fahrer der Substitute Liste für den verletzten David Howe ins Feld rutschte. Im Namen der Franzosen sprach „Dubs“ wohl wahre Worte: „Verdammt, ist diese Bahn lang“.

Das Ergebnis