Master of Speedway in Moorwinkelsdamm,
05.05.2012

05.05.2012 16:06:45
Der neue Zielrichterturm
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Alles wurde gut

Wer hätte das geahnt? Am wenigsten wohl der spätere Master-Sieger Tobias Kroner selber, denn nach technischen Problemen in der 4-minütigen freien Trainingssession an beiden Bikes und der verpatzen Nullrunde im Auftaktheat sah es alles andere als nach einer erneuten Titeljagd nach 2009 aus. Mit einem neuen Motor ging der Dohrener vor vollem Haus aber ab dem 2. Durchgang in die Rennen und seitdem ungeschlagen aus den Läufen wieder heraus. Mit einem Punkt Rückstand auf den bis zum Finale führenden Krzysztof Jablonski ging Kroner ins 6-Runden Finale gegen 5 weitere Finalisten. Mit dem Sieg und den 5 Finalpunkten sicherte er sich, trotz Punktgleichheit mit dem schnellen Polen, den Master Titel 2012.

Auf Rang 3 fuhr sich der Lette Kjastas Puodzuks, der das erste Mal in Moorwinkelsdamm an den Start ging doch bei der Anreise zum Stadion zunächst die falsche Autobahn erwischte und schon Richtung Wilhelmshaven unterwegs war. Grad noch rechtzeitig zum Training eingetroffen fuhr er auch später im Rennen immer als Sieger und Zweitplatzierter ins Ziel – außer im Finale, wo er nach 6 Runden Rang 3 im Ziel inne hatte.

Grand Prix Star und Master Sieger 2006 sowie 2008 Fredrik Lindgren folgte der Einladung des MSC gerne doch die Favoritenrolle auf den Titel gab er spätestens im 3. Durchgang ab, als er hier eine Nullrunde einfuhr. Mit einem 2. Rang im Halbfinale qualifizierte er sich fürs Finale und kam mit Rang 4 im Ziel auch auf Rang 4 in der Endwertung. „Die Bahn war sehr gut, doch anspruchsvoller als ich sie in Erinnerung hatte von meinem letzten Master-Sieg“, so Freddie nach dem Rennen. Nur schleppend ins Rennen fand England-Profi Kevin Wölbert, der nur dank eines Pünktchens im Halbfinale noch die Top 6 für den Endlauf erreichte. Hier konnte er aber nicht über Rang 5 hinaus die Ziellinie erreichen und landete vor dem Polen Mariusz Puszakowski auf Rang 5. Nach seinem Laufsieg zu Beginn und 2 weiteren Plätzen in den Punkten blieb der Pole aber im Halbfinale und Finale punktelos.

Super verkauft

Man war im Vorfeld vor allem auf den Youngster Kai Huckenbeck im Masterfeld gespannt. Und er verkaufte sich hervorragend mit 3 Laufpunkten aus Durchgang 1 und 2 sowie einem Laufsieg am Ende der Vorrunde immerhin über Puodzuks, der ja am Ende Vize-Master wurde. Klasse, was Kai da gezeigt hat, doch trotz Rücksprache mit der Schiedsrichterin Manuel Hinrichs über die Auslegung der Ausschreibung verpasste er die Top 6 der Finalteilnehmer aufgrund der Nullrunde im Semifinale. Ein Achtungserfolg ist dieser 7. Platz dennoch allemal, denn konnte er namenhafte Fahrer wie Andzej Lebedevs, der nicht nur wegen seines Trainingssturzes zu den spektakulärsten Fahrern gehörte, Max Dilger, Matten Kröger und das Dänische Duo Johannes Kikkeborg und Kasper Lykke Nielsen hinter sich lassen.

Lambert zog das Stadion in seinen Bann

Nicht nur Stadionssprecher Klaus Witt war akustisch vom grad erst 14-Jährigen Briten Robert Lambert mehr als begeistert. Als Clubfahrer des MSC Cloppenburg gehört er auch zum Kader der NBM U21 Piloten und konnte bereits mit seinem Auftaktheat am Nachmittag am bestehenden Bahnrekord kratzen. Auch die Spekulationen wie er sich wohl überhaupt im Masterfeld geschlagen hätte, waren durchaus von positiver Resonanz. Ungeschlagen nach 4 Vorläufen ging er ins Finale gegen die 3 besten Verfolger, hatte aber ein Punktevorsprung von 3 Zähler im Petto.

Lambert war im Finale auch schnell auf und davon und der MSC Clubfahrer Andre Mochner, der im 2. Heat nach einem Sturz mit Hesse disqualifiziert wurde, sammelte seine Konzentration wieder und konnte mit Rang 2 am Ende das Optimum überhaupt aus diesem Renntag herausholen. Bernd Dinklage, der für den verletzten Hannes Roeschke nachgenannt wurde, aber wie Clubfahrer Henkie Koonstra außerhalb der U21-NBM-Wertung fuhr, gestand nach dem Rennen, dass es richtig schwer war, im Rerun (nach Hesses und Mochners Sturz) alleine 4 Runden um die Bahn zu fahren: „Man macht sich die wildesten Gedanken und hofft, dass man sich nicht noch auf die ... packt“ , so Bernds Kommentar. Dieser Ghostrun bescherte ihm aber den Grundstein für Rang 3 in der Endwertung vor Kai Dorenkamp, der aufgrund der Nullrunde im Finale bei Punktgleichheit zu Dinklage das Podest verpasste.

Keijo Bünning verpasste hingegen das Finale gegenüber Dinklage, da er bei selber Punktzahl die schlechtere Majorität hatte. Koonstra sowie Steven Mauer und Andre Majewsky, die beide stürzten doch auch beide unverletzt blieben, komplettierten das Ergebnis, nachdem Hesse nach dem Sturz mit Mochner nicht mehr antrat.

Erschlanktes Kids-Programm

Aufgrund der NBM-Läufe der Junior A, B und C in Stralsund gab es nicht das gewohnte Nachmittagsprogramm in Moowidamm. Mit Tom Finger und Uwe Fissler traten die beiden jüngsten Piloten auf ihren 50ccm Maschinen an, wobei Finger mit mehr als eine halbe Runde Vorsprung vor dem Neueinsteiger Fissler siegen konnte.

Bei den 125ccm aus der Junior Klasse B war es Gastfahrer Romano Hummel, der mal wieder alles in Grund und Boden fuhr. 3 Starts – 3 Siege – Platz 1. Jeremias Bents sicherte sich Rang 2 und hatte wie Hummel auch eher einfache Fahrten. Richtig kämpfen hingegen musste Kevin Lück für seinen 3. Rang. Durch den Motorschaden von Fabien Neid am Start des 2. Heats konnte Lück sein Punktekonto etwas ausbauen und blieb auch im letzten Lauf – übrigens der beste dieser Klasse – vor Neid im Ziel. Diese beiden Akteure sowie die Neueinsteiger Alexandra Schlichting und Tim Zielonka kämpften auf ihren 3 Runden um die Plätze 3 – 6. Unzählige Überholmanöver auf allen Rängen weit hinter Hummel und Bents waren spektakulär anzusehen und ließ die erfolgreiche Siegerfahrt des Flying Dutchman fast erblassen.

Die Ergebnisse