Grasbahnrennen in Osnabrück,
15.07.2012

15.07.2012 10:14:16
Das Fahrerlager war gezeichnet
vom Mofarennen am Abend zuvor
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„Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben“. Unter diesem Motto wollte Rennleiter und 1. Vorsitzender der AMG Frank Debrecht noch einmal darauf hinweisen, dass User nicht in Internetforen von einer Rennabsage sprechen mögen, wenn am Samstagabend feststeht, dass das Rennen am Sonntag gestartet wird! Nun gut, das Wetter mit herrlichstem Sonnenschein (bis auf einige Tröpfchen im letzten Renndrittel) tat sein Übriges. Das Fahrerlager war auch gezeichnet von den Spuren des Mofarennens am Abend zuvor in Verbindung mit dem Regen, der in der Nacht noch runterkam. Aber die AMG hatte es mehr als verdient, nach einigen Jahren Pechsträhne wieder eine solch klasse Veranstaltung austragen zu dürfen. Ohne Bahndienst mit 2 kleinen Pausen konnten 26 Rennen durchgezogen werden.

I-Gespanne

Die Nahner Waldbahn ist bekannt als Hochburg für die Gespanne (bei solchen Bedingungen auch eine würdige Gespann-EM-Final-Bahn) und so wurde wieder ein Topfahrerfeld verpflichtet. Spannend waren nicht nur die einzelnen Heats mit heißen Zweikämpfen sondern auch die Punktestände durch Ausfälle der Podestanwärter. Sven Holstein / Henk Auwema konnten trotz Plattfuss im letzten Vorlaufdurchgang am Ende siegen. 3 Heatwins hatten sie auf dem Konto und nur weil Karl Keil / Berit Tralau eben in diesem Heat ausfielen, sicherten sie sich eben diesen einen sehr wichtigen Wertungspunkt zum späteren Tagessieg vor den Punktgleichen Marco Hundsrucker / Nicole Balz, die mit der geschafften EM-Quali am Tag zuvor beflügelt ihre Runden drehten. Das Finale selber aber gewannen die zuvor mit Zahnriemenriss gebeutelten Keil / Tralau. Fürs Podest reichte es am Ende dann dennoch nicht. Diesen Rang sicherten sich Stefan Brandhofer / Daniel Eibl, die sich ihre vermeintlichen Siegeschancen durch einen fast unaufhörlichen Aufsteiger am Finalstart verbauten.

Rang 5 ging an Mark Detz / Bonita van Dijk, die nach einigen Wochen Rennpause nur schwer ins Rennen fanden. Pech mit 2 Ausfällen hatte das Französisch / Niederländische Gespann Christophe Grenier / Gerben Sanders, die nach einem Kettenriss im 3. Vorlauf zwar noch einen Punkt ins Ziel erschieben konnten, im Finale aber dann wegen eines gebrochenen Hinterrades vorzeitig ins Innenfeld mussten.

Mit perfekten Starts brillierten die Brüder Brandl Martin und Hermann in den Wertungsdurchgängen 1 bis 3, fielen aber oftmals zurück. Im letzten Vorlauf stürzten sie allerdings ohne Fremdeinwirkung schwer und mussten ins Krankenhaus abtransportiert werden. Beide waren ansprechbar und trugen keine lebensgefährlichen Verletzungen davon.

Speedway.org wünscht gute Besserung

I-Lizenz Solo

7 Fahrer standen dem Feld zur Verfügung, doch verringerte sich dieses Feld auf 6 Akteure, da sich Keijo Bünning im ersten Lauf nach einem Motorschaden im 1. Heat in der Planke wiederfand und nach dem Check im Krankenhaus mit einem verbundenem Daumen zum Zuschauen verdammt war. Gebrochen ist aber nichts.

Auch an Keijo gute Besserung

Andrew Appleton machte die beste Figur, hatte allerdings durch einen Ausfall am Start des 2. Laufes den Punktverlust hinzunehmen, der ihn letztendlich auch den Tagessieg gekostet hat. Stephan Katt fuhr am Ende einen Zähler mehr ein, auch wenn er die direkten Duelle gegen den Briten verlor. Platz 3 sicherte sich Dirk Fabriek, der vor dem Finale mit Appleton noch gleich lag und vor dem Verfolger-Trio einen gehörigen Punktvorsprung mit ins Finale brachte. Matten Kröger, Jörg Tebbe und Christian Hülshorst hatten schon vor dem Finale keinerlei Chancen mehr aufs Podest und landeten auf den Rängen 4 bis 6.

B-Lizenz Solo

Unbekannte aber sauschnelle Engländer fuhren mit den Vertretern der NBM-Spitze heiße Rennen. Der Trainingsschnellste Mark Baseby setzte dies auch im 1. Lauf fort, verdrehte sich aber im 2. Wertungsheat aber das Knie und konnte am Finale nicht mehr teilnehmen. So konnte Bernd Dinklage seinen Maximumsieg etwas ungefährdeter ins Ziel bringen. Jens Buchberger fuhr konstant 2. Plätze ins Ziel und sicherte sich auch Rang 2. Als Vorlaufsechster ging Bertjan Bos ins Finale und sicherte sich durch Rang 3 im Endlauf auch Rang 3 vor Sven Mannott, der im Endlauf gleich 2 mal stürzte. Baseby blieb auf Rang 5 vor Kai Dorenkamp, der sein erstes Grasbahnrennen überhaupt fuhr und beim 2. Rennen auf dem Langbahnbike am Morgen überhaupt nicht mit dem Einzug in den Endlauf gerechnet hatte. Ihm kam die 2. Kurve als Speedwayfahrer sehr entgegen. Chapeau für so ein Grasbahndebüt.

Auf Kriegsfuss mit der Strecke war Tom Lamek, der mit der Bahn überhaupt nicht zurecht kam. Nach einem 3. Rang im Auftaktheat, er musste sich aber von 1 auf 3 durchreichen lassen, stürzte er im 2. Lauf und das Finale war futsch. Mit Rang 9 hinter Charly Powell und Dave Hammond gab es nur noch eines: Abhaken und sich aufs nächste Rennen konzentrieren.

1000er Gespanne

Erstmals seit Jahren kamen wieder die 1000er Gespanne von der Insel aufs Festland. Mit von der Partie auch die amtierenden Weltmeister Mark Cossar und Daniel Crawford. Alle 4 Teams zeigten spektakuläre Drifts und einige Überholmanöver. Eine Trophäe war bei der Siegerehrung dann auch für jedes Team vorbereitet.

Junior A und B

In kleinen Fahrerfeldern gingen auch einige Kids an den Start. Die Gäste Zach Wajtknecht, seines Zeichens frisch gebackener 125er Weltmeister, und Buddy Prijs, Bronzemedaillengewinner der WM, gewann in der Klasse der Junior B. Als bester Deutscher schnitt Lukas Fienhage ab, der sich Rang 3 sicherte. Ihre besten Rennen der Saison zeigten hier Fabien Neid und Kevin Lück, die auf der Grasbahn sehr gut zurecht kamen. Zwischen Lück und Neid schob sich aber noch Fabian Wachs, der wie Fienhage nur wenige Rennen in dieser Klasse bestreitet und sich eher auf der 250er in die Rennen macht.

Bei den Kleinsten gab es kein Halten für Calvin Richter. Er kam, sah und siegte gefolgt vor den „Dauerrivalen“ Marlon Hegener und Tom Finger. Wie Patt und Patterchon klebten sie auch bei diesem Rennen wieder eng zusammen mit dem besseren Ende für Hegener. Nikodem Czarnecki und Uwe Fissler konnten auf der langen Bahn noch nicht ganz den Speed des Führungstrios mithalten.

Oldies

Unzählige Teilnehmer und vor allem Rennfahrer-Jahre gingen in einigen Demorunden aus der Lew-Coffin-Oldie-Garde auf die Strecke. Mit dem Sound der 70er Jahre waren die verschiednenen Jap- und Jawa-Motoren auch zum Anschauen im Fahrerlager ein heißer Zuschauermagnet.

Die Ergebnisse