Eisspeedway GP 5 in Assen,
08.03.2014

Russen dominierten - Stellingwerf schwer verletzt

Der erste Eis-GP in Westeuropa wurde traditionsgemäß in Assen abgehalten. Bei einem eher durchschnittlichen Rennen mit wenig Überholmanövern setzte sich vor 6700 Zuschauern der Titelverteidiger und WM-Leader Daniil Ivanov durch. Das Fehlen von Franz Zorn, Harald Simon und kurzfristig auch P.A. Lindström konnten die Fahrer der Substitute-Liste Max Niedermaier, Tomi Tani und Sven Holstein nicht kompensieren, obwohl der Deutsche mit 6 Punkten noch ganz gut im Rennen lag. Holstein rutschte vom Wildcard-Fahrer zum Fahrer der Substitude Liste ins Rennen, da Lindström mit einer Blutvergiftung in Schweden im Krankenhaus liegt. Eine Spikeverletzung aus Russland war die Ursache der nun aufgetretenen gesundheitlichen Probleme.

Für Holstein rutsche Simon Reitsma als Wildcardfahrer ins Feld, während sich Dirk Werkam und Gerrit Schukken aus dem Roelof Thijs Pokal für die Reserveplätze qualifizierten. Werkman wurde beim Freitagrennen Dritter und sorgte zusammen mit Holstein für den spannensten Zweikampf dieses Abends.

Rene hat die OP gut überstanden

Beterschap Rene

Dass die Reservisten überhaupt im Wechsel ins Feld kamen, lag am Sturz und schweren Verletzung des Local-Heros Rene Stellingwerf. Im 6. Heat kämpfte er mit Günter Bauer um den 2. Rang als der Deutsche sich in der Kurve hat heraustragen lassen und für Stellingwerf der Platz ausging. Er  schlug dann richtig heftig in die Strohballen ein, wofür Bauer disqualifiziert wurde. Mindestens ein Strohballen flog dabei sogar in die Zuschauermenge. Das sah wirklich nicht gut aus und er wurde noch am selben Abend an der tiefen Schnittwunde über dem linken Knie operiert. Einige Muskeln sollen durchtrennt gewesen sein. Ein Schädel-CT hat aber zum Glück „nur“ eine schwere Gehirnerschütterung gezeigt, wie seine Frau Nathalie via Facebook öffentlich mitteilte. 

 

Auf dem 370m langen und 13m breiten Eisoval war es durchweg nur in der ersten Ecke eng, danach sortierten sich die Fahrer schnell ein und Überholmanöver waren, bis auf einige Ausnahmen, leider Mangelware. Daniil Ivanov (15), Dmitri Khomitsevich (14), Igor Kononov (13), Dmitri Koltakov (12), Sergej Makarov (11), Stefan Svensson (10), Jan Klatovsky (8) und Grzegorz Knapp (6) waren die qualifizierten Fahrer der Semifinals.

Im ersten Semi brachte Koltakov dem Weltmeister dann auch die einzige Niederlage des Abends bei. Beide zogen aber sicher ins Finale. Aus dem 2. Semi gesellten sich noch Khomitsevich und Kononov dazu. Es kam also erwartungsgemäß zum rein Russischen Finale. Kononov führte das Feld in die erste Runde, rutschte aber nun auf Rang 3 fahrend eine Runde später rückwärts in die Stelle, wo auch Stellingwerfs Rennen zu Ende war. Der Rerun zu Dritt ging am Ende wiederum für Ivanov aus, der sich als Sieger des Zweikampfes gegen Koltakov knapp durchsetzten konnte.

Günter Bauer wurde bei gleicher Majorität zu Knapp die Disqualifikation zum Verhängnis und scheiterte nur knapp an seiner 1. Semi-Final-Teilnahme. Hinter ihm landete Niedermaier mit ebenfalls 6 Punkten. Stefan Pletschacher war mehr als unzufrieden mit seinen 3 Punkten und dem 14. Platz. Ein Plattfuss im 4. Lauf und der in Russland neu erlernte Fahrstil konnte er aufgrund eines komplett anderen Setups nicht mehr umsetzten.

Richtig Pech hatte Antti Aakko, der nach seinem Rippenbruch nun wieder fit an den Start ging. Gleich zu Beginn hatte er zwei Motorenplatzer jeweils an 2. Stelle liegend. „Ich hatte nach dem Training extra den Motor gewechselt, weil ich mir nicht sicher war, ob er das Rennen noch durchhält, und dann so was.“ Für den mittlerweile 35-jährigen Finnen blieb so ein Semiplatz verwehrt. 5 Punkte aus den übrigen 3 Heats langten nur für Rang 11.

Aus Holländischer Sicht stellten sie dem Fahrerfeld ebenso viele Teilnehmer wie die Vertreter aus Russland (nämlich 5) – so was hat es bestimmt auch noch nie gegeben. Werkman brachte frischen Wind in die Garde der Nicht-Russischen Fahrer, Holstein hatte ohne weitere Fahrpraxis auf dem Eis (bis auf das Freitag-Training) für sich seine Leistung abgerufen, und für Reitsma und Schukken war die Konkurrenz doch eine Nummer zu groß.

Das Ergebnis