Langbahn WM Quali in Bielefeld,
01.06.2014

Protest forderte viel Geduld aller Piloten

Lüdinghausen, Prag, Bielefeld war die Reiseroute von Martin Smolinski. Der GP-Pilot kannte die Grasbahn des Leineweberrings in Bielefeld noch nicht und hatte wegen der Verspätung durch den Prag-GP keine Trainingsmöglichkeit mehr. Schnell fand sich der Profi und Bielefeld-Debütant zurecht und siegte in 7 Heats 7 Mal – inkl. Semi und Finale.

Warum auch immer legte Richard Speiser während des Rennbetriebes Protest gegen den Olchinger ein. Die Position des Schalldämpfers war der Stein des Anstoßes. Der Protest wurde aber abgewiesen; Smoli behielt den Sieg zugesprochen und Speiser war die hohe Protest-Gebühr von über 600 Euro los. Bis 20.30 Uhr mussten alle WM-Quali-Teilnehmer und Offiziellen wegen dieser Aktion im Fahrerlager ausharren, ehe sie die Heimreise antreten konnten.

Janoschka bestach durch Kampfgeist

Neben der sportlichen Dominanz Smolinskis stach außerdem Enrico Janoschkas Kampfgeist heraus. Immer wieder kam er aus dem Mittelfeld und siegte in den Vorläufen mit atemberaubenden Überholmanövern – abgesehen vom Duell gegen Smolinski. Nachdem auch er sein Semi gewann, ging es mit 24 : 23 Punkten ins Finale. Das Ticket für den GP-Challenge in Marienbad hatten beide schon längst vorher sicher. Im mittlerweile 7. Lauf der 5 Finalisten siegte Smolinksi ungefährdet und obwohl Jannick de Jong den 2. Rang ins Finalziel brachte, reichte Rang 3 für den Güstrower für den 2. Podestplatz. Der GP-Auftakt-Sieger von Herxheim sicherte sich seinerseits den 3. Platz mit 21 Punkten vor dem punktgleichen Theo Pijper. Ein Stechen wurde – wie normalerweise bei Prädikatsrennen auf den Plätzen 1-3 üblich – laut Regelwerk hier nicht mehr gefahren. Rang 5 erfuhr sich Speiser, der durch einen Ausfall im 4. Durchgang wertvolle Punkte im Kampf ums Podest verlor.

Paul Cooper (13 Punkte) und Gabriel Dubernard (12), der immer an der Grenze zum Sturz fuhr, sicherten sich die letzten Fix-Tickets. Jörg Tebbe kam auf Rang 8 mit 11 Zählern und ist für den Challenge als Reservist qualifiziert. Diese 11 Punkte hatte sich der immer noch angeschlagene Dohrener mehr gegen seine Schmerzen als gegen seine Konkurrenz erkämpft – Hut ab!!!

Hubschrauber-Einsatz gab Rätsel auf

Schon fast auf dem Weg nach Marienbad kam Jeffrey Woortman mit einer Bandberührung im 3. Durchgang ins stolpern. Im letzten Vorlauf allerdings knockte er sich mit einem bösen Cowboystart selber aus. Er landete so unglücklich, dass er sich die Schulter auskugelte. Er konnte aber alleine zurück ins Fahrerlager gehen, während seine Mechaniker sein im Innenfeld liegendes krummes Bike einsammeln mussten.

Der plötzliche und nicht angekündigte Hubschrauber-Einsatz verwunderte alle. Es war weiter kein Sturz passiert und man fragte sich, für wen der Heli im Innenfeld gelandet war. Innenfeld-Reporter Stephan Prante eilte ins Fahrerlager und lüftete anschließend das Geheimnis: Jeffreys Schulter ging nicht wieder rein und der zusätzliche Notarzt kam ihm zu Hilfe, der ihn dann auch mit dem RTW ins Krankenhaus begleitete. Dort konnte man ihm auch endlich helfen und er durfte noch am Abend die Heimreise nach Holland wieder antreten.

Beterschap Jeff

Verwirrung im 2.Heat der Gespannklasse

Wie sagte der Junior von Marco Hundsrucker so schön: „Der Startmarshall hat wohl 1 – 2 – 3 - 3 – 4 gezählt“… Gemeint war der 2. Heat, bei dem der Startmarschall nach den 4 gefahrenen Runde erst die Flagge zur letzten Runde anzeigte. Einige Fahrer verließen sich auf ihr eigenes Zählen, andere fuhren eine weitere Runde bis zur Zielflagge. Versuchen wir den Lauf mal genauestens zu rekonstruieren:

Markus Brandhofer springt am Start der Gang raus und nimmt mit großem Abstand die Verfolgung auf. William Matthijssen führt, doch fällt er wegen denselben Vergaserproblemen wie in Lüdinghausen schlagartig auf Rang 4 zurück. Mark Detz übernimmt die Führung, während San Milan wegen Ausfall nun ins Innenfeld fährt. Hundsrucker und Grenier kämpfen um den 2. Rang, was Grenier ausgangs der Zielkurve mit dem Überholmanöver auf Rang 2 für sich verbucht. Detz lenkt nach diesen 4 Runden in der Startkurve wegen Problemen ins Innenfeld. Grenier und Hundsrucker nehmen das Gas weg und fahren ihre Auslaufrunde. Nun kommen aber Matthijssen und Brandhofer angeschossen, die mit Vollspeed diese Runde noch beenden. Hundsrucker und Grenier überqueren langsam auch noch einmal die Ziellinie, ohne zu wissen, was eigentlich los ist. Referee Harald Pickenhahn behielt die Übersicht und wertete nach 4 Runden – wie es sich gehört – mit Detz, Grenier – Hundsrucker – Matthijssen und Brandhofer.

Am Ende war alles wieder gut

Matthijssen siegte trotz dieser 2-Punkte-Runde am Ende mit 2 weiteren Laufsiegen dennoch, gefolgt von Detz. Auch Brandhofer konnte die 1-Punkt-Fahrt mit zwei 2. Plätzen kompensieren und sicherte sich Rang 3. Punktgleich auf Platz 4 und 5 landeten Grenier und Hundsrucker. Der Franzose fiel im freien Training wegen eines Motorschadens aus – aufgefallen war ihm ein komischer Sound schon beim Warmlaufen lassen. Durch den Umbau verpasste er das Pflichttraining oder einen anderen Motorentest und begann die Jungfernfahrt mit dem neuen Matthijssen-Aggregat mit einer Nullrunde. Rang 2 und 4 erkämpfte er sich vom letzten Platz aus. Hundsrucker brachte mit seiner neuen Beifahrerin Corina Günthör Rang 4, 3 und nochmals 4 ins Ziel, wobei im er letzten Lauf im Fotofinish Grenier unterlag. Die San Milan-Brüder, die Wehrle / Lehmann ersetzten, kamen nur auf einen Zähler.

Spannende Action in der B-Lizenz

Ähnlich wie Grenier bei den Gespannen konnte auch Tom Lamek in dieser Klasse wegen eines Motorumbaus nicht am Pflichttraining teilnehmen – oder besser gesagt, die angezeigten 3 Minuten, die für ihn gereicht hätten um ans Band zu kommen, wurden vorher abgebrochen. Glück im Unglück: Dieser Pflichttrainingslauf war keine Qualifikation, da alle Fahrer gesetzt waren. Durch einen kleinen Fahrfehler öffnete er dann im Auftaktheat Kai Dorenkamp die Tür zu einem Laufsieg.

Der 2. Lauf dieser Klasse hatte es dann auch wieder in sich: Lamek fiel an der Spitze wegen Kettenriss aus. Fast zeitgleich musste auch Marcel Sebastian aufgeben und wurde schlagartig langsamer. Kurz vor dem Einlenken in die Startkurve der 2. Runde fuhren die Verfolger nur noch kreuz und quer. Dass es da nicht gekracht hat, grenzte an ein Wunder. Dieses Verwirrspiel um die Plätze brachte Dorenkamp plötzlich von 4 auf 1, dem am Ende noch ein 3. Rang zum Tagessieg reichte.

Lamek hielt mit Rang 2 am Ende Schadensbegrenzung und Jens Benneker sicherte sich mit dem Überholmanöver von 3 auf 2 im letzten Lauf den 3. Platz gegenüber dem punktgleichen Jens Buchberger. Doch egal, in welcher Reihenfolge diese 4 Fahrer sich nun am Ende platzierten, sie sorgten wirklich für Action und Spannende Fights (teilweise sogar spannender als in der WM-Quali)

Sebastian trat nach seinem Ausfall nicht mehr an, Lüdinghausen-Sieger Buddy Prijs kam nicht richtig in Fahrt und Dirk Meyer fuhr 3 Mal ins Innenfeld.

Die Bildergalerie

Int. Gespannklasse
#
Name Nat
1
2
3
Pkt Platz
1
William Matthijssen / Nathalie Stellingwerf
5
2
5
12
1.
3
Mark Detz / Stephanie Vedder
3
5
3
11
2.
5
Markus Brandhofer / Tim Scheunemann
4
1
4
9
3.
2
Christophe Grenier / Gerben Sanders
0
4
2
6
4.
76
Marco Hundsrucker / Corina Günthör
2
3
1
6
5.
8
Achim San Milan / Raphael San Milan
1
A
0
1
6.

B-Lizenz Solo
#
Name
1
2
3
Pkt Platz
33
Kai Dorenkamp
5
5
3
13
1.
37
Tom Lamek
4
A
5
9
2.
32
Jens Benneker
1
3
4
8
3.
31
Jens Buchberger
2
4
2
8
4.
39
Marcel Sebastian
3
A
N
3
5.
47
Buddy Prijs
0
2
1
3
6.
48

Dirk Meyer

A
A
A
0
7.