Gespann EM Finale in High Easter,
07.09.2014

Für Shaun Harvey, der nicht nur als Fahrer aktiv war, war es als Vorsitzender des Clubs eine Freude, 2500 Fans auch aus Holland und Deutschland begrüßen zu dürfen. Seine liebevolle Gestaltung des Stadions und Engagement und das seines Teams zahlte sich am Ende tatsächlich aus.

Selten gab es eine spektakulärere Gespann EM Entscheidung wie die in High Easter. Gleich mit Beginn der Vorläufe war klar: an diesem Tag ist alles möglich. Überholmanöver und Zweikämpfe gab es in jedem Lauf, obwohl man kaum damit rechnen konnte, da die Bahnverhältnisse erst zum Rennbeginn akzeptabel wurden. Sowohl beim Samstag-Training als auch Warm Up am Sonntagmorgen wechselten griffige und rutschige Stellen und es gab kaum eine richtige Linie. Als Bahnbegrenzung waren hinter der Auslaufzone – wie in GB üblich – 3 Reihen Strippen und ein Fangzaun aufgebaut. Für die Nicht-Insel-Europäer schon sehr gewöhnungsbedürftig, doch um es vorweg zu nehmen: Weder die Strippen noch der Fangzaun kamen zum Einsatz. Allerdings befanden sich Englische Fotografen-Kollegen oder der Rennleiter das ein oder andere Mal in mitten dieser Reihen von Seilen.

Goodwin widmet Sieg seinem Vater

Mit einer beherzten Attacke verdrängte Josh Goodwin im A-Finale den bis zur 2. Runde führenden Markus Venus. Dadurch konnte auch Nick Radley noch durchhuschen und Venus musste alles daran setzten, zumindest diesen 3. Rang zu halten – und das mit immer stärker werdenden Rückenschmerzen, die er sich im Laufe des Renntages zugezogen hatte. Es blieb dennoch im Ziel in dieser Reihenfolge und mit diesem Doppelsieg für England wurde Geschichte geschrieben, denn gab es im Gespannsport zuvor weder Gold noch Silber. Multichamp Tommy Kunert überreichte die Pokale und sein Nachfolger Josh Goodwin widmete diesen Erfolg seinem Dad Lester, der fast genau auf den Tag vor 7 Jahren auf dieser Bahn sein Leben lassen musste. Ein Bild mit Gedenkstein erinnert an ihn.

Aber nicht nur dieser Lauf bot alles an Action, denn bis zu diesem A-Finale war eigentlich jeder Lauf schon ein Finallauf für sich. Überholmanöver en gros und Zweikämpfe bis zur Linie beherrschten die Szenerie. Hinzu kommen die ohrenbetäubenden Fans, die ihre Engländer immer wieder nach vorne schrien. Goodwin, Venus und Radley hatten sich das direkte A-Finalticket wie auch William Matthijssen sichern können. Goodwin und Venus fuhren dabei am beständigsten die Punkte ins Ziel. Favorit Matthijssen, der sich am Samstag schon von seinem Motor verabschieden musste, musste sich wegen eines Ausfalles gleich zu Beginn schon fast vorzeitig geschlagen geben.

Aus dem B-Finale fuhren sich Markus Brandhofer und Mark Detz  in das alles entscheidende A-Finale. Wegen Verlassens der Bahn  wurde auf Rang 3 ins Ziel kommend Harvey disqualifiziert, so dass Dennis Noordman, Christophe Grenier und Marco Hundsrucker je einen Rang besser platziert waren.

Die Entscheidung im Detail

Venus konnte von Außen den Start am besten in die 1. Ecke bringen und die Konkurrenz anführen. Matthijssen machte in der Zielkurve in dieser 1. Runde einen Fahrfehler, stand fast quer und verlor zunächst den Anschluss, während Goodwin den Abstand immer mehr zum führenden Deutschen verkürzte. In der Startkurve der 3. Runde wurde es eng, es klang auch nach Metallkontakt, doch zu sehen war wegen der Staubentwicklung kaum noch was. Goodwin kam innen durch. Die Zuschauer schrien immer lauter, denn kam auch Radley noch vorbei und Venus musste schon fast um die Bronzemedaille bangen, da von hinten wieder an Detz und Brandhofer vorbei Matthijssen angestürmt kam. Goodwin behielt die Nerven und schrieb Geschichte.

3 Klassen Rahmenprogramm

Henry van der Steen konnte in der Soloklasse siegen. Spektakulär fahrend machte allerdings James Shanes auf sich Aufmerksam, der mit seinem Fahrstil alle den Atem raubte. Der Niederländer behielt aber die Nerven und konnte sich im Zweikampf gegen Shanes im Ziel behaupten. Rang 3 ging an Marks Baseby.

Bei den 50ccm Gespannen waren es Simon Beard und Anthony Goodwin, die sich vor Wayne Read / Curtis Mc Alinney sowie Mike Read / Natasha Bartlett den Sieg sichern konnten, während sich bei den 1000ern Rob Wilson / Terry Saunters, Tris Winterburn / Henry Purcell und Myles Simmons / Kevin Woodley die Podestplätze holten.

Das EM Ergebnis
 
Die Bildergalerie

I-Solo
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
Pkt Fin Platz
4
Henry van der Steen
5
5
5
15
1.
1.
93
James Shanes
D
7
7
14
2.
2.
3
Mark Baseby
S/D
7
5
12
3.
3.
9
Mitch Godden
7
5
D
12
4.
4.
19
Dave Mears
4
4
4
12
5.
5.
52
Danny Warwick
7
4
7
18
S
6.
92
Charley Powell
5
2
D
7
7.
36
Aaron Pease
3
D
4
7
8.
15
Matryn Sturgeon
3
3
1
7
9.
14
Rodney Mc Donald

A
3
3
6
10.
24
Adam Filmer
T
S
2
2
10.
724
Sam Radley Smith
2
N
N
2
11.

500ccm Gespanne
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
Pkt Fin Platz
4
Simon Beard / Ant Goodwin
7
5
7
19
1.
1.
56
Wayne Read / Curtis Mc Alinney
5
7
7
19
2.
2.
57
Mike Read / Natasha Bartlett
3
5
3
11
3.
3.
10
Tony Cook / Paul Smith
5
4
4
13
4.
4.
118

Scott Dunn / Scott Goodwin

7
3
2
12
5.
5.
68
Dan Berwick / Mark Hopkins
2
7
5
14
D
6.
55
Dave Carvill / Kai Noble
4
4
3
11
7.
5
Paul Moorcock / Gary Coleman #
4
1
5
10
8.

7

Berrie Bennett / Eifion Hughes
3
2
4
9
9.
18
Rob Heath / Sam Heath
2
3
2
7
10.
11
Jojo van der Werff / Frank Ros
1
2
A
3
11.
143
Keith Richards / Glyn Fletcher
1
1
1
3
12.