Dutch Open in Siddeburen,
24.05.2014

Kurz vor der Absage

Beim Dutch Open Lauf in Siddeburen standen die Wetterprognosen unter keinem guten Stern und ein heftiger Regenschauer am Mittag verwandelte die Strecke auch in eine Seenlandschaft. Das Wasser konnte man abpumpen, doch ein erneuter Guss brachte die Veranstaltung in Gefahr. Mit einem verspäteten und veränderten Trainingsprogramm ging es aber ab 17.30 Uhr in die Vollen. Zum Glück hielt das Wetter bis zum Rennende, sogar noch mit Sonnenschein, und Zuschauer kamen auch: „Wir haben mehr Zuschauer als letztes Jahr“, freute sich Harm van der Wolde nach dem Rennen.

Das Training glich noch einem Lotteriespiel, und man sah ganz deutlich, wer Mut hatte und dem Schlamm nur so trotze, und wer sich eher langsam auf dem Geläuf versuchte fortzubewegen. Die Nicht-Teilnahme am Training (Sjoerd Rozenberg, Lars Zandvliet und die Gespann-Akteure Tocheport / Bertoneche) führte zum Ausschluss des Rennens.

Unglaublich aber wahr: In 2,5 Stunden wurden die 37 Vorläufe in den 6 Klassen (inkl. der Shorttracker) OHNE Bahndienst und Pause durchgezogen. Man hielt die Startfelder eher klein und zu Beginn waren die Plätze vom Start bis ins Ziel schnell festgelegt – abgesehen von den ganzen Ausrutschern.

Im Laufe der Veranstaltung wurde die Bahn auch immer befahrbarer und es kam zu den ersten Zweikämpfen. Nach einem ausgiebigen Bahndienst rundeten 10 Finalläufe den Abend dann mit richtig spannenden Fights ab. Im Endeffekt wurden in 3 Stunden (Netto) insgesamt 47 Läufe durchgezogen, inkl. einiger Reruns. Prädikat: Sensationell und einzigartig!

Zum Renngeschehen

Jannick de Jong machten die wechselnden Bedingungen wohl am wenigsten aus. Mit 3 Vorlaufsiegen und dem Finalsieg war er der Herr im Ring. Henry van der Steen konnte ihm am ehesten folgen, doch mit Mitch Godden gab es auf Rang 3 eine kleine Überraschung. Jeffrey Woortman und Mark Baseby komplettierten das A-Finale.

Kuriositäten

Im 6. Wertungslauf der Special Senioren blieb der Startplatz von Godden frei, weil er irrtümlich, nachdem er im 5. Lauf bereits am Band war, auch in diesem gesetzt wurde. Randy Oldenziel, der nach seinem Knöchelbruch erstmals wieder am Band war und ein starkes Comeback bis zu hierher feiern konnte, verpasste zeitlich diesen Lauf. Blieben nur noch Baseby und Woortman am Band. Woortman allerdings rutschte weg und wurde disqualifiziert. Baseby stand schon wieder für den Restart parat, da wurde er mit geschenkten 4 Punkten zurück ins Fahrerlager geschickt: Eigentlich nicht ganz richtig, denn hätte er im Endeffekt ja auch noch in den 4 Runden des Reruns ausfallen können.

Beterschap Nick Lourens

Nick Lourens crashte mit einer Gesichtsbremse in seinem Auftaktheat. Leicht benommen aber auf eigenen Beinen konnte er zurück ins Fahrerlager. Er vermutete einen Kettenriss an seinem Bike als er gerade innen an Charlie Powel vorbeiziehen wollte. Er meldete sich vom weiteren Renngeschehen ab, da ihm der Schädel doch ganz schön brummte und die linke Schulter schmerzte.

Dramatik bei den Gespannen

William Matthijssen und Nathalie Stellingwerf beherrschten die Konkurrenz in der Vorrunde – selbst, als er immer wieder wegen Geschwindigkeitsüberschuss in den Kurven fast quer stand. Mit ihnen zogen Wilfried Detz / Steffan Veldhuizen sowie Dennis Noordmann / Patrick Kremer direkt ins A-Finale. Aus dem B-Finale stießen Josh Goodwin / Liam Brown sowie Shaun Harvey / Danny Hogg noch hinzu. Noordman zog beim Start ins Band und war raus. Das Quartett machte sich also auf die Reise mit Goodwin als Leader. Detz folgte und erst auf Rang 3 kurvte Matthijssen. Detz jagte Goodwin und kam vorbei. Der Youngster aus England ließ sich das aber nicht gefallen und konterte. Erst in der letzten Runden – quasi auf der letzten Gegengeraden, kam Matthijssen an Detz vorbei. Goodwin jetzt noch zu kriegen schien aussichtslos und blieb aussichtslos. Der Jubel der vielen Englischen Fans und Teams war unbeschreiblich. Doch bei der Siegerehrung sah man William wirklich an, wie sehr er dem Sohn seines alten (viel zu früh verstorbenen) Freundes Lester Goodwin diesen Sieg auch gegönnt hat.

Sensation Dave Meijerink

Während in der Vorrunde Mark Beishuizen in der Klasse der Special Nationaal noch klar mit 3 Laufsiegen dominierte, bekam Dave Meijerink vor, während und nach der Siegerehrung sein Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht. Er schaffte es erneut, als einziger mit einer 250ccm unterwegs, die komplette 500er Konkurrenz hinter sich zu lassen. Nun gut, Beishuizen lag im Finale überraschender Weise auch „nur“ auf Rang 4, arbeitete sich auf 3 vor und rutschte dann in der letzten Ecke zu allem Übel auch noch weg. Er blieb aber unverletzt. Hinter dem Youngster Meijerink fuhr sich Buddy Prijs aufs Podest, während Manuel W. Hamminga völlig überraschend den 3. Platz erntete. Kelly Velda freute sich am Ende über Rang 4.

Dass Meijerink bei diesem Bedingungen am besten zurecht kam, erklärte Prijs nach dem Rennen: „Der 250er Motor ist ja auch lange nicht so aggressiv wie der 500er. Damit kann er bei diesen Bedingungen auch viel einfacher durch die Kurven fahren.“

Mitfavorit Niels Remmelts stürzte in der Startkurve seines letzten Vorlaufes. Die Disqualifikation kostete das direkte A-Finale, aber wegen einer Verletzung am Ellenbogen musste er sogar noch das B-Finale absagen. Auch Niels Beterschap.
 
Der Osnabrücker Dirk Meyer schloss die Rennen auf Rang 11 ab.

Grasbahn-Debüt mit allen Gegebenheiten

Kevin Lück und Tom Finger waren die Deutschen Teilnehmer in der 125ccm Klasse. Lück musste sich leider wegen einem ölenden Motor nach dem Training abmelden, obwohl er dieses sogar noch gewann. Finger hingegen wurde bei seinem Grasbahn-Debüt in den Niederlanden mit allem konfrontiert. Schlamm, wechselnder Untergrund, Ausrutscher und neue Konkurrenz. Am Ende schloss er auf Rang 7 von 9 Teilnehmern ab – und zeigte ausgangs der letzten Ecke im B-Finale einen Hauch vom Smolinski-Style (rechtes Bein angezogen).

Mika Meijer siegte in dieser Klasse vor Jarno de Vries und Jeffrey Sijbesma. Hinter Christian Wagemans und William Kruit freute sich Margriet Diever über ihre erste A-Final-Teilnahme und Rang 6.

Die Bildergalerie

Dutch Open Special Senioren
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
7
8
Pkt B-Fin A-Fin Platz
1

Jannick de Jong

4
4
4
12
1.
1.
4

Henry van der Steen

4
3
3
10
2.
2.
9

Mitch Godden

1
4
4
9
3.
3.
7

Jeffrey Woortman

4
S/D
3
7
2.
4.
4.
23 Mark Baseby
2
3
S/4
9
1.
5.
5.
74

Raymon Woortman

3
3
2
8
3.
6.
92

Charley Powell

S/2
2
0
4
4.
7.
83

Randy Oldenziel

3
1
M
4
S
8.
19

Dave Mears

0
2
1
3
9.
94

Dirk Fabriek

2
M
M
2
10.
86

Nick Lourens

S/D
N
N
0
11.

Dutch Open Zijspannen
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
7
8
Pkt B-Fin A-Fin Platz
31

Joshua Goodwin / Liam Brown

3
4
3
10
1.
1.
1.
1

William Matthijssen / Nathalie Stellingwerf

4
4
4
12
2.
2.
13
Wilfried Detz / Stefan Veldhuisen
2
4
4
10
3.
3.
12

Shaun Harvey / Danny Hogg

3
2
A
5
2.
4.
4.
3

Dennis Noordman / Patrick Kremer

4
3
3
10
T
5.
8

Christophe Grenier / Gerben Sanders

3
2
4
9
3.
6.
10
Tony Cook / Sam Heath
2
3
3
8
4.
7.
55 Dave Carvill / Kai Noble
1
2
2
5
5.
8.
14

Tim Larsen / Lars Plesner

2
1
1
5
9.
21
Paul Moorcock / Lilian Pellizzotti
0
1
1
2
10.
18 Stinus Lund / Thim Möller
1
1
0
2
11.
5

Jan van Dijk / Sonja Dreyer

0
T
2
2
12.

Dutch Open Special National
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Pkt B-Fin A-Fin Platz
4
Dave Meijerink (250ccm)
4
3
3
10
1.
1.
47 Buddy Prijs
4
4
3
11
2.
2.
9
Manuel Wesley Hamminga
2
3
4
9
1.
3.
3.
24
Kelly Velda
3
3
2
8
2.
4.
4.
7
Mark Beishuizen
4
4
4
12
S
5.
84 Romano Hummel
2
2
4
8
N
6.
71 Bart Uil
3
1
3
7
3.
7.
2

Niels Remmelts

3
4
S/D
7
N
8.
8

Hessel Auwema

2
2
S
4
9.
5

Andy ter Schuur

1
1
2
4
10.
16 Dirk Meyer
1
2
1
4
11.
11 Remon Huizinger
0
0
2
2
12.
15
Inge Slagter
1
1
0
2
13.
14
Johan Last
0
D
1
1
14.

125ccm Specials
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
Pkt B-Fin A-Fin Platz
1
Mika Meijer
4
4
4
12
1.
1.
66
Jarno de Vries
A
4
4
8
2.
2.
18
Jeffrey Sijbesma
3
3
3
9
3.
3.
17
Christian Wagemans
4
3
1
8
4.
4.
10
William Kruit
2
2
2
6
1.
5.
5.
14
Margriet Diever
A
2
2
4
2.
6.
6.
16 Tom Finger
S/D
0
1
1
3.
7.
6
Alwin Slagter
3
1
3
7
S
8.
4
Michal Knap
A
1
N
1
N
9.