Int. Flutlichtrennen in Vechta,
20.09.2014

Nachdem die Auflagen seitens der FIM für die Austragung eines Langbahn GPs immer größer wurden, entschloss sich der AC Vechta bereits im letzten Jahr dazu, wieder ein offenes Internationales Rennen auszutragen. Es sollte im I-Solo Feld ein „junges wildes“  Fahrerfeld werden, doch leider kam die Speedway U21 DM in Güstrow dazwischen und die Verantwortlichen konnten nicht auf die Wunschkandidaten Erik Riss und Michael Härtel zählen. Dennoch bewiesen sie ein glückliches Händchen bei der Zusammenstellung des Fahrerfeldes und konnten sich mit Kai Huckenbeck eine Granate ans Band locken.

Nach seinem Langbahn Debüt bei der DM bei seinem Heimatclub in Werlte entschloss sich der 2fache Deutsche Speedwaymeister ein weiteres Langbahnrennen in Vechta zu fahren. Dieses geschah nun, und wie. Gegen die erfahrenen Langbahnpiloten und aktuellen Grand Prix-Teilnehmer setzte er sich beeindruckend in Szene.  – Nein, mehr noch: er ließ sie fast alt aussehen. Einem Fotografen ist allerdings zur Last zu legen, dass er Huckenbeck den Tagessieg mit seinem Rotlicht als Vorblitz verhindert hat. Nach nur 3 Runden freiem Training (er verzichtete auf das Pflichttraining) schoss er gleich an die Spitze seines Auftaktheats. Dann sah er das rote Licht und dachte an Abbruch. Da seine Kollegen allerdings weiter am Gashahn drehten, nahm auch er wieder Fahrt auf und eroberte in der letzten Runde von Rang 6 aus zumindest noch den 4. Rang wieder zurück. Seine „Krawatte“ war dementsprechend dick.

Am Ende durfte er sich – und er tat es auch sichtlich – über den 2. Rang freuen. Er holte sich den Titel des Publikumslieblings und bei der Siegerehrung wurde er bejubelt, als wenn er grad einen GP gewonnen hätte. Die Leistung des Clubfahrers und Tagessieger Dirk Fabriek, der insgesamt nur 3 Punkte abgab, ist keinesfalls zu schmälern. Auch David Howe, der das erste Mal in Vechta am Band stand, überraschte mit seinem 3. Rang.

WM-Leader und Überflieger der Saison Jannick de Jong ging diesmal wahrlich leer aus, was die Podestplätze angeht. Als Vorlaufzweiter ging er mit 19 Punkten hinter Fabriek ins Finale, gefolgt Huckenbeck und Howe, die je 18 Zähler mit ans Band nahmen. Huckenbeck siegte allerdings vor Howe und Fabriek, und somit musste er mit dem 4. Gesamtrang Vorlieb nehmen. Stephan Katt, Andrew Appleton, der am folgenden Tag zum 4. Mal Britischer Meister wurde, und Glen Phillips komplettierten das Finale.

12 Teams in der Gespannklasse

Wie in den letzten Jahren immer schon im Rahmenprogramm der GP Rennen am Band gewesen, waren die Seitenwagenteams natürlich auch bei diesem offenen Rennen wieder mit dabei. Und das sogar mit 4 Teams mehr als bei den letzten Veranstaltungen. Es begann dabei sehr emotional, denn verlautete Mark Detz schon lange vor dem Rennen, dass dieses sein Abschiedsrennen sein werde. Die Fahrerkollegen William Matthijssen und Nathalie Stellingwerf hatten eine Überraschung für ihren Landsman geplant – mit entsprechenden rührenden Worten, die nicht nur bei Detz zu Tränen rührten. Er konnte sich sogar seinen Traum erfüllen und in Vechta sein Abschiedsrennen mit einem Podestplatz krönen. Es sei ihm auch von Herzen gegönnt gewesen.

Nach der Vorrunde waren die Top 4 mit nur je einem Zähler getrennt. Es hätte also alles passieren können. Doch Matthijssen holte sich am Ende den Sieg vor Markus Venus / Markus Heiß sowie Detz / Stephanie Vedder. Oldie but Goldie Karl Keil und Christian Schädler zeigten, dass sie in diesem Feld, das aus 9 EM-Teilnehmern bestand, um den Sieg mit fahren konnten. Am Ende wurde es Rang 4 vor Marco Hundsrucker / Corina Günthör. Um eine bessere Platzierung brachten sich Dennis Noordman mit Patrick Kremer nachdem sie am Start Probleme hatten und dem Feld nur weit hinterher fahren konnten. Dabei zeigten sie im 4. Heat, was möglich ist: Von Rang 5 aus überquerten sie die Ziellinie als Sieger, allerdings auf Kosten von Venus’s Zahnriemen, der bei einem kleinen Kontakt in der Zielkurve riss und Keil ebenfalls noch von diesem Malheur profitieren konnten. Venus kostete es den vermeintlichen Tagessieg.

Nachmittagsprogramm war schon kaum zu toppen

Wahnsinnsrennen in der B-Lizenz

Schon am Nachmittag gab es die ersten Vorläufe der Juniorenklassen und der B-Lizenz. Nach einer Ausscheidung von 2x2 Runden blieben für die 7 Startplätze Tom Lamek und Jens Benneker auf der Strecke. Das will schon mal was heißen, sprach aber auch für Qualität des Fahrerfeldes, das aus den besten Norddeutschen,  Süddeutschen und einigen Akteuren aus Holland bestand. Überholmanöver und Zweikämpfe gab es in jedem Lauf. Einen Patzer hatte jeder der 4 eifrigsten Punktesammler und so setzte sich am Ende David Pfeffer doch noch durch. Bis zum letzten Lauf führte Buddy Brijs mit 2 Punkten vor Pfeffer. Doch Prijs kam nicht aus dem Start und musste 5 Kollegen vor sich durchs Ziel fahren lassen. Den letzten Lauf sicherte sich völlig überraschend Romano Hummel, nachdem er die 3 Heats zuvor im Mittelfeld seine Punkte einfuhr. Auch Kai Dorenkamp “schwächelte“ zu Beginn und fuhr die weiteren Heats um die Spitze mit. Hinter Pfeffer und Prijs sicherte sich Dorenkamp den 3 Podestplatz, während Hummel leider am Ende gegenüber den Finalsiegen in Holland (gleichbedeutend mit dem Tagessieg) ohne Pokal nach Hause musste.

Neben 2 Stürzen in der I-SoloKlasse, die glimpflich ausgingen, hatte Rennärztin Almut Opolka einen Einsatz, als Philip Schmuttermayr im letzten Lauf in Führung liegend in der letzten Kurve noch in die Airfence krachte und zur Untersuchung ins Krankenhaus. Es gab aber auch hier schnell Entwarnung, denn war er nach Rennende wieder an der Strecke.

Der Nachwuchs machte richtig Spass

Wie eng die Leistungsdichte der Juniorklassen ist, bewiesen die Jungs und Mädels in spannenden Läufen schon am Nachmittag. Am Abend, vor wirklich voller Zuschauerkulisse, setzten sie noch mal einen drauf und begeisterten die geschätzten 5000 Fans.

Die Graß-Brüder Eric und Paul sowie Tobias Wunderer und Fabian Gaschka heizten in der Juniorklasse A eben vor dieser vollen Kulisse 3 Runden lang Rad an Rad mit unzähligen Überholvorgängen im letzten Lauf um den Tagessieg. Die Stimmung der Fans war gigantisch und für die Rennen der Großen schon mal ein perfektes Warm Up. Mit dem letzten langen Atemzug siegte Paul Graß vor Gaschka, Bruder Eric und Wunderer. Tagessieger wurde allerdings Gaschka mit einem Punkt vor Paul und dem Gast aus Olching. Am ehesten Anschluss halten konnte noch Marlon Hegener, hätte aber nur noch beim Ausfallpech der Konkurrenz Chancen auf einen Podestplatz gehab.

In der Juniorklasse B waren es vor allem die beiden Ladies, die für Furore sorgten. Ann-Kathrin Gerdes und Celina Liebmann mischten nicht nur die männliche Konkurrenz auf, nein, sie fighteten auch miteinander, was Stadionsprecher Thomas Schiffner als „Zickenkrieg“ betitelte. Dem lupenreinen Maximumsieg von Kevin Lück ist nichts hinzuzufügen. Klare Starts, klare Siege. Finn Loheider, der sich als Vorlaufvierter fürs Finale qualifizieren konnte, teilte sich am Ende mit  Liebmann die weiteren Podestplätze. Beide profitierten  aber auch vom Motorschaden von Marvin Wiegert. Kurz vor dem Finalstart ging das Bike aus und nicht mehr wieder an. Gerdes platzierte sich auf den 5. Rang gefolgt von Calvin Richter.

Der frischgebackene Vizeweltmeister und Lokalmatador Lukas Fienhage siegte in seinem „Wohnzimmer“ knapp vor Niels Oliver Wessel in der Junior Klasse C. Der Schwarmer zog die ersten beiden Heats vor Fienhage ins Ziel. Das waren schon mal Heats zum Gänsehaut bekommen. Die folgenden beiden Läufe drehte Fienhage den Spieß um und siegte vor Wessel. Unentschieden im Punktestand. Der letzte Lauf musste also die Entscheidung bringen. Und Fienhage machte diesen für sich klar. Auch wenn Wessel hinterher enttäuscht war, nach solchen Perfomances ist es keine Schande nicht ganz oben zu stehen.

Den 3. Rang sicherte sich Dave Meijerink, der sich den Angriffen von hinten erwähren konnte und sichere 3. Plätze ins Ziel fuhr. Fabien Neid fuhr wohl sein stärkstes Rennen der Saison, setzte sich in Zweikämpfen vor allem gegen Fabian Wachs des Öfteren durch und wurde mit Rang 4 belohnt. Hinter Wachs platzierte sich noch Callum Walker aus England, der nicht ganz Anschluss halten konnte.

Die Bildergalerie

I-Solo
#
   Name Nat
1
2
3
4
5
6
7
8
Pkt Fin Pkt Platz
94
Dirk Fabriek 
6
6
6
5
23
4
27
1.
23
Kai Huckenbeck
3
6
3
6
18
6
24
2.
7
David Howe
6
4
5
3
18
5
23
3.
2
Jannick de Jong
4
4
6
5
19
3
22
4.
42
Stephan Katt
4
5
4
3
16
2
18
5.
22
Andrew Appleton
5
5
3
1
14
1
15
6.
5
Glen Phillips
2
4
5
2
13
A
13
7.
6
Richard Hall
3
A
2
6
11
11
8.
14
Jesse Mustonen
1
2
S/4
4
11
11
9.
12
Bernd Diener
5
2
A
0
7
7
10.
21
Jörg Tebbe
2
3
1
S/D
6
6
11.
3
Enrico Janoschka
0
1
A
3
4
4
12.
4
Jerome Lespinasse
1
1
2
A
4
4
13.
41
Christian Hülshorst
0
0
S/1
2
3
3
14.

Int. Gespanne
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
Pkt Fin Pkt Platz
3
William Matthijssen / Nathalie Stellingwerf
4
5
5
14
5
19
1.
1
Markus Venus / Markus Heiß
5
3
5
13
4
17
2.
2
Mark Detz / Stephanie Vedder
5
4
3
12
3
15
3.
11
Karl Keil / Christian Schädler
3
4
4
11
1
12
4.
76
Marco Hundsrucker / Corina Günthör
3
2
4
9
2
11
5.
4
Dennis Noordman / Patrick Kremer
1
5
3
9
0
9
6.
7
Josh Goodwin / Liam Brown
2
3
1
6
6
7.
13
Wilfried Detz / Steffan Velthuis
4
2
0
6
6
8.
5
Markus Brandhofer / Tim Scheunemann
2
1
2
5
5
9.
8
Achim San Milan / Rafael San Milan
0
D
2
2
2
10.
14
Christophe Grenier / Gerben Sanders
1
A
1
2
3
11.
9
Waldemar Guggemos / Patrick Lepnik
0
0
0
0
0
12.

B-Lizenz Solo
#
Name Nat
1
2
3
4
Pkt Platz
2
David Pfeffer
5
3
6
5
19
1.
47
Buddy Prijs
6
6
4
1
17
2.
33
Kai Dorenkamp
2
5
5
4
16
3.
26
Romano Hummel
4
2
2
6
14
4.
25
Mark Beishuizen
1
4
1
3
9
5.
3
Philipp Schmuttermayr
3
0
3
S
6
6.
17 Dennis Helfer
0
1
0
2
3
7.

Junior C
#
Name Nat
1
2
3
4
5 Pkt Platz
31
Lukas Fienhage
4
4
5
5
5
23
1.
37
Niels Oliver Wessel
5
5
4
4
4
22
2.
2
Dave Meijerink
3
3
3
3
3
15
3.
38
Fabien Neid
2
2
0
2
1
7
4.
32
Fabian Wachs
1
1
2
1
2
7
5.
3
Callum Walker
0
0
1
0
0
1
6.

Junior B
#
Name
1
2
3
4
5
6
Pkt Fin Pkt Platz
1
Kevin Lück
5
5
5
15
5
20
1.
34
Celina Liebmann
5
4
4
13
2
15
2.
2
Finn Loheider
4
4
3
11
4
15
3.
3
Marvin Wiegert
4
5
5
14
A
14
4.
25
Ann Kathrin Gerdes
A
3
4
7
3
10
5.
22
Calvin Richter
3
2
2
7
1
8
6.
32
Tim Wunderer
A
3
3
6
6
7.
21
Fabian Heinemann
3
1
2
6
6
8.
6
Dani Abbas
2
2
1
5
5
9.
7
Timo Wachs
2
1
1
4
4
10.
16
Tom Finger
1
0
0
1
1
11.
8
Nick Schlimm
1
0
0
1
1
12.

Junior A
#
Name
1
2
3
4
Pkt Platz
33 Fabian Gaschka
8
6
9
8
31
1.
31 Paul Graß
7
6
5
9
30
2.
2
Tobias Wunderer
9
7
8
6
30
3.
32 Eric Graß
5
8
7
7
27
4.
34
Marlon Hegener
6
5
6
5
22
5.
36 Nikodem Czanecki
3
4
3
4
14
6.
38
Nick Colin Haltermann
4
A
4
3
11
7.
39 Krystian Czarnecki
2
3
A
2
7
8.