Dutch Open in Vries,
13.04.2014

Einen spektakulären Saisonauftakt gab es beim 1. Dutch Open Lauf in Vries. Alle 17 genannten Fahrer der Klasse Special International waren aus 5 Nationen gekommen – und alle waren heiß auf die ersten Punkte in diesem Jahr. Viele Überholvorgänge sorgten von Beginn an für ein spannendes Rennen. Leider blieb das Rennen nicht unfallfrei. So brach sich Randy Oldenziel in seinem Auftaktheat den rechten Knöchel, der noch am Abend in Assen im Krankenhaus operiert wurde.

Wie heute durch seinen Papa Erik mitgeteilt wurde, verlief die 1,5 stündige OP am gestrigen Abend sehr gut. Ihm wurde an der Innenseite des Knöchels eine Platte fixiert. Sobald die Schwellung zurückgegangen ist, darf er das Krankenhaus auch verlassen. Verläuft der Heilungsprozess wie erhofft, könnte er in 6 Wochen schon wieder auf dem Bike sitzen.

Beterschap Randy

Wie kam es zu dem Unfall? Nach knapp 3 Jahren nahm Gabriel Dubernard wieder an einem Rennen in Holland teil. Als Profi versucht er nun in der Britischen Premier League Fuß zu fassen – die Verhandlungen laufen dort. Im Training fuhr er schon stark und im sogenannten „English-Style“. Im besagten Heat überzog er allerdings und stürzte. Oldenziel – und auch David Speight – krachten in seine Maschine. Speight und der Franzose blieben unverletzt, doch für Randy ist der Saisonauftakt schon fast gelaufen. Dubernard, der für vom Restart ausgeschlossen wurde, fuhr danach sichtlich ruhiger und kam nur ins C-Finale, das er später gewann.

Den direkten Weg ins A-Finale sicherten sich Titelverteidiger Jannick de Jong (15), Dirk Fabriek und Jeffrey Woortman (beide 14) sowie Raymon Woortman, der nach Losentscheid gegenüber Henry van der Steen mit 12 Punkten den letzten Fixplatz erhielt. De Jong zeigte, dass er auch zurecht Grasbahn-Europameister ist: Von Platz 5 fuhr er im 1. Outing auf 1 – es kam einem vor wie ein Deja vue, wenn man an das EM-Finale denkt. Fabriek fühlt sich auf dem Aggregat seines neuen Tuners Robert Barth sichtlich wohl: „Nun können wir auch Weltmeister werden“ meinte er zuversichtlich. Die Woortman-Brüder standen mit ihrem Einsatz aber im Fokus. Ob im direkten Duell oder im Kampf mit den anderen Mitstreitern – beide fuhren mit ihren spektakulären Fahrstylen immer vorne mit ins Ziel.

Mark Stiekema und van der Steen kamen als Sieger auf 1 und 2 aus dem B-Finale und komplettierten das rein Holländische Finale. In diesem stürzte Stiekema im Kampf mit Jeffrey um Platz 2. Der Rerun zu fünft endete für Jeffrey dann mit dem Tagessieg. Einmal verfuhr er sich, da huschten ihm 2 Fahrer durch, doch konterte er prompt. Er ließ sich eine Runde später auch nicht von einer Breitseiten-Plankenberührung abschrecken und verwies die Jong und Fabriek auf die weiteren Podestplätze. Van der Steen folgte, während Raymon Woortman mit einem Getriebeschaden ausfiel. „Dieser Sieg ist für mich und mein Team höher zu bewerten als der Platz in Marienbad“, erklärte der strahlende Sieger gegen Speedway.org. Das harte und intensive „Winter“-Training der Woortman-Brüder hatte sich für diesen Renntag schon mal ausgezahlt.

Hülshorst einziger Deutscher

Nach seinem Unfall mit der Kreissäge war der Lüdinghauser Christian Hülshorst rechtzeitig wieder fit, um auf dem Bock zu sitzen. Nur mit einem einzigen Langbahntraining (am Tag zuvor in Mulmshorn) griff er wieder an. Das schnelle Tempo der Niederländer konnte er nicht ganz mithalten, erfuhr sich aber starke 8 Vorlaufpunkte, die ihm die Teilnahme am B-Finale bescherten. Dieses beendete er auf Rang 6, nachdem er sich zunächst Mitch Godden und dann auch noch Nick Lourens geschlagen geben musste. Platz 10 hieß es zum Schluss in der Ergebnisliste.

Harte Fights in der Gespannklasse

Nach dem Sturz beim EM-Finale 2013 in Loppersum war Nathalie Stellingwerf wieder mit im Boot ihres Bruders William Matthijssen. Klare 15 Punkte standen nach der Vorrunde auf ihrem Konto, doch so einfach machte es ihnen die Konkurrenz nicht. Mit 14 Punkten kamen die gut aufgelegten Josh Goodwin und Liam Brown direkt ins A-Finale. Die Youngster Dennis Noordman und Patrick Kremer erkämpften sich starke 11 Zähler und standen ebenfalls direkt im A-Finale wie Comeback-Mann Wilfried Detz. Nach 4 Jahren „Zwangspause“ wegen seiner Dopingsperre nahm er erstmals wieder an einem Rennen teil – allerdings mit dem neuen Beifahrer Steffan Werkman. Viel verlernt hat der Pilot nicht, zeigte er doch sehr viel Kämpferherz und scheute auch keine Zweikämpfe.

Wegen eines kapitalen Motorschadens musste Mark Detz – nun mit seiner Freundin Stephanie Vedder im Pantoffel – den Umweg über das B-Finale nehmen. Doch alles andere als der Laufsieg in diesem wäre eine Überraschung gewesen. Tony Cook und Paul Smith kamen mit Rang 2 auch noch ins A-Finale. Paul Moorcock und Lilian Pellizotti komplettierten das Ergebnis, nachdem Shaun Harvey und Danny Hogg nach einem großen Schaden am nagelneuen Bike vorzeitig einpacken mussten.

Sturz im Finale

Matthijssen, Noordman und M. Detz fuhren auf den Rängen 1 bis 3 – allerdings saß Goodwin Detz dicht im Nacken. Beim Einlenken in die letzte Runde kam der junge Brite allerdings zu weit nach außen und blieb mit dem Beiwagenrad an der Bande hängen. Ein furchterregender Überschlag war die Folge. W. Detz reagierte dicht dahinter einfach nur super, und auch Cook kam noch mit einem Ausweichmanöver ins Innenfeld an dem auf der Bahn liegendem Gespann sicher vorbei. Nach einigen Schreckminuten kamen beide gecrashten Piloten aber wieder auf die Beine. Von einem Wiederholungsstart sah man nun aber ab und wertete wie zum Zeitpunkt des Sturzes – ausgenommen Goodwin auf Rang 6, wie es später (gegenüber der ersten Durchsage der Platzierung) im offiziellen Ergebnis richtig gestellt wurde.

Beishuizen das Maß aller Dinge – Meijerink die Überraschung

Der erste Lauf der Klasse Special Nationaal musste 4 Mal gestartet werden. Romano Hummel stürzte in der 3. Runde alleinig – Abbruch und Neustart ohne ihn. Beim 1. Restart verhakten sich Niels Remmelts und Buddy Prijs noch vor der 1. Ecke und beide crashten. Erneuter Abbruch mit der Disqualifikation für Remmelts. Restart 2 wurde gestoppt, da Manuel W. Hamminga ins Band fuhr, aber der 3. Restart ging über die kompletten 4 Runden – allerdings mit nur noch 4 von den 7 Fahren. Hier holte der einzige Deutsche Dirk Meyer auch seine einzigen 3. Punkte. Auch er schloss wie Hülshorst am Ende auf Rang 10 ab.

In dieser Klasse dominierte Mark Beishuizen nach Belieben. Hatte er im1. Lauf noch den letzten seiner Gruppe überrundet – nahm er im 2. Lauf das Gas in der letzten Runde weg, um diesem die Punkte zu ermöglichen, der Vorsprung war ja satt. Hinter ihm kam aber Dave Meijerink ins Ziel. Kaum zu glauben, aber dieser junge Mann fuhr tatsächlich mit seiner 250ccm Maschine zu zwei 2. Plätzen in der Vorrunde. Speedway.org hat es echt begeistert.

Neben Beishuizen und Meijerink qualifizierten sich Andy ter Schuur, Prijs und Hamminga direkt fürs A-Finale. Remmelts und Hummel gesellten sich aus dem B dazu. Beishuizen fuhr der Konkurrenz erneut auf und davon, gefolgt von Remmelts, doch um Rang 3 gab es einen langen Fight, der durch ein Fotofinish entschieden werden musste. Prijs lag nur Zentimeter vor Hummel im Ziel vorne. Meijerink beendete letztendlich hinter Hamminga aber vor ter Schuur dieses Rennen auf Rang 6.

Unter den vielen Zuschauern traf man auch Jan van Es, der sich, obwohl teilweise im Rollstuhl sitzend, gut erholt zeigte und sich auf dem Rennplatz zurück meldete – wenngleich auch ohne Kamera.

Die Bildergalerie

Dutch Open Special Senioren
#
Name Nat
1
2
3
4
5
6
7
8
9
Pkt C-Fin B-Fin A-Fin Platz
7

Jeffrey Woortman

5
5
4
14
1.
1.
1

Jannick de Jong

5
5
5
15
2.
2.
94

Dirk Fabriek

5
4
5
14
3.
3.
4

Henry van der Steen

4
5
3
12
2.
4.
4.
74

Raymon Woortman

3
4
5
12
A
5.
3

Mark Stiekema

4
3
4
11
1.
S/D
6.
5

Sjoerd Rozenberg

4
4
2
10
3.
7.
9

Mitch Godden

2
3
0
5
4.
8.
86

Nick Lourens

1
1
4
6
5.
9.
41

Christan Hülshorst

3
2
3
8
6.
10.
51 Gabriel Dubernard
S/D
2
3
5
1.
11.
12 David Speight
S/3
1
1
5
2.
12.
19

Dave Mears

S/D
3
1
4
3.
13.
11

Lars Zandvliet

2
0
2
4
4.
14.
14 Jacob Nymark
0
2
0
2
5.
15.
92

Charley Powell

A
0
2
2
N
16.
83

Randy Oldenziel

S/N
N
N
0
17.

Dutch Open Zijspannen
#
Name Nat
1
2
3
4
5
Pkt B-Fin A-Fin Platz
1

William Matthijssen / Nathalie Stellingwerf

5
5
5
15
1.
1.
3

Dennis Noordman / Patrick Kremer

3
4
4
11
2.
2.
2

Mark Detz / Stephanie Vedder

4
A
3
7
1.
3.
3.
13
Wilfried Detz / Steffan Werkman
2
4
3
9
4.
4.
10
Tony Cook / Paul Smith
3
3
2
8
2.
5.
5.
31

Joshua Goodwin / Liam Brown

5
5
4
14
S
6.
21
Paul Moorcock / Lilian Pellizzotti
0
2
2
4
3.
7.
14

Tim Larsen / Lars Plesner

2
1
1
4
T
8.
12

Shaun Harvey / Danny Hogg

1
N
N
1
9.

Dutch Open Special National
#
Name Nat
1
2
3
4
Pkt B-Fin A-Fin Platz
7
Mark Beishuizen
6
6
12
1.
1.
2

Niels Remmelts

S/D
5
5
1.
2.
2.
47
Buddy Prijs
5
4
9
3.
3.
84
Romano Hummel
S/D
3
3
2.
4.
4.
9
Manuel W. Hamminga
T
6
6
5.
5.
4
Dave Meijerink (250ccm)
5
5
10
6.
6.
5
Andy ter Schuur
6
4
10
7.
7.
24
Kelly Velda
4
2
6
3.
8.
8

Hessel Auwema

4
1
5
4.
9.
16
Dirk Meyer
3
0
3
5.
10.
71
Bart Uil
3
3
6
D
11.
11
Remon Huizinger
D
2
2
12.
15
Inge Slagter
2
S/D
2
13.