Markus Eibl informiert

"Ich sehe auf eine Saison mit vielen Höhen und Tiefen zurück"

Zu Beginn des Jahres war ich hoch motiviert und habe schon eine Menge Startverträge abgeschlossen, was durch meinen Aufstieg in die Internationale Klasse als Neuling gar nicht so einfach war.

Beginnen sollte das Jahr 2005 mit einem Fahrtraining im italienischen Castelletto di Branduzzo. Dort wollte ich das Fahrgefühl nach der langen Winterpause wieder erlangen.

Es lief auch alles ganz gut, bis zu einem kleinen Ausrutscher mit großen Folgen. Mein Arm war gebrochen und das Training beendet. Meine Verträge für Unna, Roden NL, Herxheim und Dingolfing musste ich absagen.

Zum Vatertagsrennen in Herxheim wagte ich erneut einen Versuch und startete. Im Training bemerkte ich schnell, dass ich immer noch nicht genügend Kraft im Arm hatte um ein ganzes Rennen durchzustehen. Da ich aber die zweitschnellste Zeit im Training hatte, konnte ich am Bahnrekord teilnehmen, dieser wird über eine fliegende Runde ausgetragen, dafür reichte meine Kraft noch aus.

Am folgenden Wochenende war mein Ziel Harsewinkel im hohen Norden, auch da gelang es mir noch nicht das Rennen zu beenden. Jede Runde war aber wichtig da die WM-Qualifikation direkt bevorstand.

Eine Woche darauf war es schon so weit. Am 21.05.2005 startete ich in Vechta bei der WM-Qualifikation. Es passte alles und ich erreichte das A-Finale was eine sichere Teilnahme beim WM-Halbfinale bedeutete. Der erste Schritt war getan.

Am Tag darauf fuhr ich im holländischem Gorredijk einen Ländervergleichskampf und belegte den 6. Platz. Dann ging es wieder in den Süden Deutschlands. An Fronleichnam nahm ich am Traditions-Rennen in Altrip teil. Hier konnte ich Gesamt Platz 10 erreichen und bei dem Sonderlauf um die Süddeutsche Bahnmeisterschaft belegte ich den 3. Platz. Zum ersten mal stand ich in der I-Lizenz Klasse auf dem Treppchen. Ich spürte, meine Leistung steigerte sich mit der zunehmenden Kraft im Arm.

Samstags drauf stand schon das Training zum WM-Halb-Finale in Pfarrkirchen an. Die Nervosität war groß, denn es ging um den Einzug in die WM-Runde. Am Sonntag stand ich dann mit Gerd Riss und Kelvin Tatum am Startband und es gelang mir beide zu bezwingen. So erreichte ich wieder das A-Finale und sicherte die WM-Teilnahme.
Dies sehe ich persönlich als größten Saisonerfolg an, da es seit sehr langer Zeit keinem Fahrer gelungen war, im ersten Jahr I-Lizenz, direkt in die WM zu fahren.

Am 04.06.2005 startete ich in Bräunlingen auf der Grasbahn, diese erfordert noch mehr Kraft in den Armen, dennoch konnte ich den 5. Platz belegen. Tags darauf ging es wieder nach Bayern hier war Vilshofen der Austragungsort. Auf der Sandbahn gelang mir mein erster Gesamt 3. Platz. Es war ein gutes Gefühl auf dem Treppchen der Großen zu stehen.

Am 12.06.05 startete ich in Bielefeld und belegte dort Platz 6. Plattling in Bayern sollte die Generalprobe für die bevorstehende WM werden. Doch kommt es anders als man denkt. Ich kam zum Sturz und brach mir wieder den selben Arm, dazu kam noch ein Riss im Schulterblatt, Kapselriss und ein gebrochener Finger. Motorrad Totalschaden.

Aus der Traum von der WM.

Mühldorf, das erste WM Finale, konnte ich von der Tribüne aus beobachten. Jetzt galt es schnell wieder zu Kräften zu kommen.Am 15.08.05 startete ich erstmals wieder in Nandelstadt, ich belegte Platz 15.

Ich war noch nicht fit.

Das Wochenende darauf fand in Parchim das WM Finale 3 statt. Ich wollte unter allen Umständen dort ans Startband gehen. Wann hat man schon so eine Chance und die Erfahrung, die ich dabei machen konnte, kommt mir sicher später einmal zugute. Die Kraft fehlte total und die Schulter schmerzte, dennoch beendete ich das Rennen und belegte Platz 17.
Auf der Grasbahn von Wolfegg konnte ich den 13. Platz belegen. Es war sehr schwer dort zu fahren.

Anfang September machte ich mich auf den Weg nach Frankreich, um in Morizes das WM-Finale 4 zu bestreiten. Es war das Erste mal, dass ich in Frankreich fahren konnte. Am Freitag ging alles bestens ich kam gut mit der Bahn zurecht. Über Nacht arbeitete der französische Bahndienst, so dass man am Samstag auf einer völlig veränderten Bahn unterwegs war. Ich hatte große Probleme mit dem Start und belegte Platz 19.
Auch wenn die Platzierung sich nicht gerade toll anhört, war es dennoch ein großer Gewinn an Erfahrung für mich.

Die Woche darauf startete ich in Berlin auf einer 1200m Sandbahn und belegte Platz 9. es geht schon wieder aufwärts. Sonntag 11.09.05 war ich in Scheeßel und konnte trotz einem Laufausfall Gesamt Platz 4 erreichen.

Es war wichtig für mich, denn die Deutsche Meisterschaft stand direkt bevor und ich wollte unbedingt eine gute Platzierung erreichen, um mich für die kommende Saison direkt für die WM und EM zu qualifizieren.

Bad Hersfeld im Hessischen, es regnete den ganzen Tag vor dem Rennen. Die Bahn war tief und schwer zu fahren. Jeder wollte eine gute Platzierung erzielen, es wurde nichts verschenkt.

Im Training habe ich schon bemerkt, dass die Bahn sehr hart zu Mensch und Maschine war, aber es ist für alle gleich. In meinem ersten Wertungslauf lag ich gut dabei, als ich plötzlich einen starken Schmerz im Arm verspürte, ich konnte nicht mehr schnell weiterfahren. Unter großen Schmerzen fuhr ich diesen Lauf zu Ende. Danach musste ich gleich in das Krankenhaus eingeliefert werden und dort stellten die Ärzte erneut einen Bruch meines Armes fest. Ich wurde gleich in Gips gelegt.

Nach 4 Wochen Gips durfte ich langsam wieder mit Krankengymnastik und Muskelaufbau beginnen. Derzeit setzte ich alles daran um die nötige Fitness für die kommende Saison zu erlangen.

Ganz besonderen Dank gilt den Unternehmen die mich diese Saison finanziell, materiell und moralisch unterstützt haben. Ich habe immer meine Sponsoren positiv in Szene gesetzt. Erstmals wurde ich auch im Rahmen der WM im Fernsehen des bayrischer Rundfunk gezeigt.

Ich sehe der Saison 2006 mit großer Freude entgegen und würde mich sehr freuen, wenn auch Sie mich im kommenden Jahr begleiten würden.

Sportliche Grüße