
| geb.23.05.1973 | gest. 25.09.2000 |
Am 16. September rollte der 27-jährige Motorrad Pilot vor heimischer Kulisse im Cloppenburger Stadion zu seinem letzten Rennen ans Startband. In der Schlussrunde seines letzten Laufes stürzte der Lokalmatador in die Bande. Neun Tage später erlag der Clubfahrer des MSC Cloppenburg seinen schweren Verletzungen.
Der gebürtige Spenger verdiente sich seine ersten motorsportlichen Sporen im Motorcross-Pacours,
bevor er 1993 zum Bahnsport wechselte. In der B-Lizenz avancierte Maik "The Bike" Torlümke
schnell zum gefürchteten Gegner. 1995 erreichte er in der Norddeutschen Bahnmeisterschaft den dritten Platz.
Im vergangenen Jahr stand er in der NBM-Wertung als "Vize" auf dem Treppchen, das er in der
Deutschen Meisterschaft der nationalen Solisten in Bad Hersfeld als Vierter nur knapp verpasste.
Schnelle Reaktionen am Startband waren seine Stärke auf der Rennbahn, auf der er nie mit der Brechstange,
sondern besonnen und umsichtig unterwegs war. In den ersten Jahren punktete er für seinen Heimatclub Spenge.
Als dieser Verein Mitte der 90er Jahren aufgelöst wurde, wechselte er zunächst zum AC Rastede, bevor er
im Winter 1997 privaten Kontakten nach Cloppenburg folgte.
Seit er seine ersten Runden auf Gras- und Sandbahnen drehte, war Maik eng mit der Garreler Renn-Familie Conradi und
ihrem Team befreundet. Von Detlef bekam er beim Schrauben und auf gemeinsamen Trainingstouren viele Tipps mit auf den Weg
und mit Bruder Frank Conradi stand er an jedem Wochenende gemeinsam am Band. Doch auch außerhalb der Rennszene
unternahmen die drei Racer und ihre Freunde viel gemeinsam, ob auf der Zuschauertribüne beim Eisspeedway
oder auf dem Garreler Freimarkt. Aber auch bei privaten Feten war Maik bei seinen weiteren Freunden ein gern gesehender
Gast.
Detlefs Tod im April 1999 hinterließ Spuren, dennoch entschloss sich Maik , seine sportliche Laufbahn fortzusetzten.
Vor fast genau einem Jahr wagte er den sogar den Sprung in die internationale Klasse und das gleich bei einem Spitzenrennen.
Beim renomierten "Born-Fire burn up" im südenglischen Maidstone behauptete er sich im Mittelfeld eines
topbesetzten Klassements. Am Neujahrsmorgen des Milleniums flog er für vier Wochen nach Australien und erreichte
in der "Golden-Helmet"-Langbahn Serie von Ivan Mauger einige beachtliche Platzierungen.
Kaum wieder daheim standen die ersten Bundesliga-Rennen mit dem Neuenknicker Speedway-Club auf dem Plan, bevor er zu seiner ersten
deutschen A-Lizenz Saison auf der Langbahn antrat. Das Jahr 2000 sollte ein Schnupper-Sommer werden. Maik wollte
im Konzert der Grossen Fuss fassen, um sich für die Qualifikationsrunden der Welt- und Europameisterschaften
2001 zu empfehlen. Ein Newcomer, der grosse Pläne hatte und den ein tragischer Unfall aus dem Leben riss.
Maik Torlümke wurde am 29.09.2000 auf dem evangelischen Friedhof in Spenge beigesetzt. Auf seinem letzten Weg begleiteten ihn neben seiner Familie, seinen Freunden und Clubkameraden auch zahlreiche Fahrerkollegen und Fans.