Remember the timeDrehen wir die Uhren mal gut 5 Monate zurück. Im franzöischen
Morizes steht der letzte Lauf zur Langbahn-Weltmeisterschaft 2005 an.
Die Situation vor dem Rennen war so, dass es auf jedenfall einen deutschen
Weltmeister geben wird. Barth liegt mit 2 Punkten vor Riss in der Gesamtwertung.
Was denken die Matadoren vor dem Rennen. Beide wurden getrennt voneinander
befragt:
1. – Ist es für dich ein Vorteil oder ein Nachteil, dass der GP in Neuseeland abgesagt wurde.
Gerd Riss: Zu 1: Ich denke eher ein Nachteil, weil mir die Bahn in Neuseeland eigentlich sehr gut liegt. Vor 2 Jahren bin ich dort Zweiter geworden und letztes Jahr habe ich da gewonnen. Deshalb wäre es schön gewesen, da auch noch einmal zu fahren. Zu 2: Nein, ich habe mir keine Taktik überlegt. Die Bahnen hier in Frankreich sind nicht einfach, denn du kannst hier gewinnen oder auch mal Zehnter werden. Ich fahre mein Rennen heute so, wie ich es kann. Letztes Jahr bin ich ganz locker ins Rennen gegangen und habe nicht damit gerechnet, dass ich noch Weltmeister werden kann. Vielleicht habe ich heute ja auch einen guten Tag, so wie letztes Jahr. Zu 3: Nein, nervöser bin ich eigentlich nicht. So gesehen, habe ich ja nichts zu verlieren. Ich bin jetzt durch das Rennen in Parchim bis auf 2 Punkte an Robert heran gekommen. Ich kann das Rennen hier locker angehen. Ich bin jetzt 5 Mal Weltmeister gewesen. Wenn ich es jetzt das Erstemal gewesen wäre, wäre ich vielleicht noch motivierter und würde nur nach dem Titel gucken. Zu 4: (Überlegt lange) – Schwierige Frage: Es kann alles passieren. Wie ich schon gesagt hatte, auf solchen Bahnen wie hier in Frankreich kannst du gewinnen oder auch mal Zehnter werden. Hier werden eben 12 Vorläufe gefahren und es kann da wirklich schon entschieden sein. Zu 5: Von Wichtigkeit kann man nicht mehr reden. Wenn ich jetzt gewinne, würde ich mich nicht grösser fühlen. Ich weiss ja, der Simon Wigg ist 5 Mal Weltmeister gewesen und ich bin auch 5 Mal Weltmeister gewesen. Wenn ich es jetzt das 6. Mal werde, dann bin ich zwar Rekordweltmeister und stehe auf dem Papier ganz oben. Wichtiger ist aber, dass die Gesundheit noch da ist und das Leben muss auch ohne den 6. Titel weitergehen. Robert Barth: Zu 1: (Überlegt sehr lange) Das ist einer schwierige Frage. Es kommt wirklich drauf an. Das kann ich erst nach dem Rennen definitiv sagen, denn wenn ich das Rennen hier heute verlieren sollte, dann war es mit Sicherheit ein Nachteil, dass es abgesagt wurde. Zu 2: Ja! Egal wie, auf jedenfall am Ende vorm Gerd Riss zu sein. Zu 3: Nein, überhaupt nicht Zu 4: Schön wäre es mit Sicherheit, wenn es erst im Stechen entschieden werden würde. Aber ich glaube, dass es im A-Finale entschieden wird, wobei ich ein ganz kleines bisschen damit rechne, dass es in der Vorrunde entschieden wird. Zu 5: Dieser WM-Titel hat keinen höheren Stellenwert, als der Zweite. Der Erste war mit Sicherheit was besonderes, was ganz Grosses. Der Zweite war dann eine Zugabe auf den Ersten. Den 3. Titel muss ich nicht unbedingt gewinnen. Wenn ich ihn nicht gewinne, bricht die Welt für mich nicht zusammen, weil es ja so sein wird, dass es beim größten Teil der Leute, Fans und Sponsoren keine Rolle spielen wird, ob du 2x, 3x, 4x, 5x oder 6x Weltmeister bist.
![]() Das Rennen gewann Antonin Svab vor Robert Barth, der damit seinen 3. Titel eintecken konnte. Gerd Riss wurde nur 6. im A-Finale und wurde somit "nur" Vizeweltmeister - WM-Bronze sicherte sich Paul Hurry. |