Matten und die „Dopinggeschichte“

Mit Sicherheit war ein Thema Anfang Oktober Gesprächsthema Nummer 1 im Internet: Matten Kröger und die Dopinggeschichte in Marmande. Was wirklich genau zu diesem Dopingtest führte und was das Urteil für Matten bedeutet, erzählten mir Teambetreuer Josef Hukelmann und auch Matten in einem kurzen Statement während des Rennens in Vechta.

Josef: „Zu der Geschichte mit dem angeblichen Dopingfall mit Matten kann ich nur sagen, dass in Marmande bei der Fahrerbesprechung unvermittelt einfach 6 Fahrer ausgewählt

worden sind, die nach der Veranstaltung einen Dopingtest machen mussten. Dies Ganze wurde nicht von der FIM oder sonst einem offiziellen Verband angeordnet, sondern vom französischen Staat . Aufgrund der Geschehnisse, die vorher bei der Tour de France oder anderen Sportevents in Sachen Doping in Frankreich passierten, hat der französische Staat gesagt, dass diese Proben öfter und unvermittelt auch bei anderen Sportveranstaltungen ohne Anmeldung durchgeführt werden. Diese Tests wurden dann also daraufhin in Marmande absolviert und ich kann meinerseits nur sagen, dass ich für Matten sprechen kann. Matten hat von Klein auf Asthmabeschwerden und bekam deswegen ein Medikament vom Arzt verschrieben.“

Matten: „Dieses Medikament nehme ich 2 oder 3x täglich. Wenn ich Sport mache sogar 1 bis 2x öfter, damit ich besser atmen kann. Aber der getestete Bereich war ja noch so niedrig gemessen zu dem, was man einnehmen darf und wo die Grenze ist. Somit bin ich da noch im unteren Bereich gewesen. Deswegen ist das sowieso alles so undurchsichtig, warum ich so hart bestraft wurde.
Ich werde ja hauptsächlich dafür bestraft, da ich es nicht bei der FIM schriftlich angeben habe, dass ich dieses Medikament einnehmen muss. Ich habe dies versäumt und es war halt mein Fehler und deswegen ist eine Strafe auch angebracht.“

(Anm. Speedway.org: Seit diesem Jahr muss jeder Fahrer der FIM mitteilen, dass er Medikamente, die auch auf der Dopingliste stehen, nimmt.)

Speedway.org: „Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: du musst 200 SFR und die Prozesskosten zahlen.“

Matten: „Ja und mir wurden die Punkte aberkannt. Ich hoffe, dass ich über die Höhe der Prozesskosten noch einmal ein separates Schreiben erhalte. Bis jetzt habe ich nur eine Faxmitteilung bekommen, was das Urteil angeht. Das erste Schreiben hatte ich allerdings vom französischen Staat per Einschreiben mit Rückantwort erhalten. Ich denke aber doch, dass ich das dann auch noch einmal von der FIM bekomme.“

Speedway.org: “Es war ja aber auch schon etwas kurios, dass du dieses Urteil als Faxmitteilung erhalten fast, was die FIM zeitgleich als Mitteilung ins Internet gestellt hat.“

Josef: „Laut Aussage der FIM war es so, dass, wenn so ein Fall auftritt, es grundsätzlich als Pressemitteilung rausgeschickt wird und dieses für die Öffentlichkeit auch präsent ist. Nur in diesem Fall, wo es um unseren Sport und um die Veröffentlichung in Speedway.org ging, war ich persönlich doch etwas überrascht und dachte: Kann das wohl so sein oder ist das noch ein schwebendes Verfahren? Wollen wir uns da jetzt noch was mit antun, dass wir uns damit unseren eigenen Sport kaputt machen oder selber eliminieren? Doch im Nachhinein muss man ganz klar sagen, dass es eben eine offizielle Mitteilung war, genau wie jetzt die offizielle Mitteilung mit der geänderten Punktwertung herauskam und alle Veröffentlichungen völlig rechtens waren.“

(Anm. Speedway.org: Damit spricht Josef die - auf seine Bitte hin - kurzzeitige Zurücknahme der Nachricht auf Speedway.org an, die Thilo und ich nach interner Klärung und ersten recherchierten Infos wieder frei gaben.)

Josef: “Matten steht dazu und es ist insgesamt für viele jetzt wohl eine Lehre gewesen. Jeder wird jetzt mehr darüber nachdenken, wenn er irgendwelche Substanzen oder Medikamente einnehmen muss, dieses schriftlich anzumelden. Matten hat, so wie er es selber ja auch gesagt hat, einfach nicht drüber nachgedacht, das Medikament auf dieses FIM-Formular zu schreiben, damit die FIM im Vorfeld wusste: Aha, der Kröger benötigt dieses Asthmaspray (Salbothanol), was auch auf der Liste steht.“

Matten:“ Dieses Medikament ist genehmigt im Zusammenhang mit der Beantragung bei der FIM, die seit diesem Jahr erst gemacht werden muss. Das habe ich versäumt und ich nehme das auch auf meine Kappe. Das mit der Dopingsache ist schade und hat mir viele Probleme bereitet. Für mich ist es aber kein Medikament! Wenn ich es einnehme, kann ich atmen, wie ein gesunder Mensch und nicht wie ein gedopter Mensch. Da es für mich eben kein Medikament ist, habe ich es auch direkt beim Test nicht angegeben. Das war eben noch ein Fehler von mir. Ich gebe es zu und das alles ist leider schlecht gelaufen.“

Josef: „Eins sollte man vielleicht noch anfügen, dass die Höhe der Prozesskosten einzig und allein eine Sache zwischen Matten und dem französischen Verband ist. Die offizielle Sportstrafe ist ausgesprochen und das reicht - und alles andere ist dann ganz allein seine Angelegenheit.“

Speedway.org: „Matten, ich wünsche dir trotzdem alles Gute weiterhin und dass die ganze Sache schnell für die dich erledigt ist. Ich danke euch für dieses Gespräch“

Ottie