Interview mit René Schäfer

René Schäfer wird 2007 nicht mit dem Start der Saison auch wieder auf dem Motorrad sitzen. Eine Verletzung, die er sich 2006 zugezogen hat, zwingt den Schwarzwälder leider dazu. Das hat auch zur Folge, dass er nicht gleich zu Saisonbeginn ins deutsche Ligageschäft einsteigen kann. Nach eigener Aussage hat er durch die Verletzung noch keinen Ligavertrag unterzeichnet, natürlich möchte er aber nach seiner Genesung unbedingt noch einige Rennen bestreiten, nur für welchen Verein steht noch nicht fest.

 

Frage: Wann und wo ist der Unfall passiert?

René: Der Unfall ist am 12.08.06 in Wolfslake beim Flutlichtrennen passiert

Frage: Wie kam es zu diesem Unfall und was hast du dir genau verletzt?

René: In meinem 4. Lauf bekam ich ausgangs der 1. Kurve zuviel Griff, kam der Bande ziemlich nahe und knallte beim Sturz mit dem Rücken voll in die Bande. Leider befand sich an dieser Stelle ein Befestigungspfosten. Ich konnte mich daraufhin nicht bewegen und wurde mit dem Krankenwagen abtransportiert. Bei der Untersuchung im Krankenhaus konnte man keine genauere Diagnose stellen, aber man vermutete, dass lediglich ein Brustwirbel angebrochen sei.
Daraufhin ging ich auf eigene Verantwortung aus dem Krankenhaus und fuhr nach Hause. Dort begab ich mich erneut in das Krankenhaus in Lahr. Hier wurde nach dem R öntgen noch ein CT durchgeführt. Nun stand der Befund fest und die Ärzte teilten mir mit, dass ich mir den 8. Brustwirbel Gott sei Dank stabil gebrochen hatte.
Durch die Diagnose musste ich für eine Woche stationär zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Da die Bruchstelle nicht verrutschte und stabil blieb, musste ich nicht operiert werden. Doch nach der Entlassung bekam ich erstmal weiterhin Bettruhe verordnet und habe langsam mit der Physiotherapie begonnen.
Nachdem die Schmerzen nicht besser wurden, schickte mich mein Sportarzt im November noch mal zu einer Kernspinntomographie, hier wurde nun auch noch festgestellt, dass ich mir den 10. und 11. Brustwirbel angebrochen hatte.

Frage: Was sagen die Ärzte, wie lange wirst du noch außer Gefecht sein?

René: Genaue Aussagen sind im Moment schwer zu treffen, jedoch wenn der Heilungsprozess gut verläuft, könnte ich vielleicht im Mai wieder zum Training auf das Motorrad steigen. Dies ist auch mein persönliches Ziel.

Frage: Hast du ein spezielles Reha-Programm?

René: Ja, ich gehe dreimal die Woche zum Physiotherapeuten, einmal schwimmen und mache spezielles Aufbautraining. Zusätzlich wurde jetzt noch eine ambulante Reha beantragt, in der ich mich dann täglich 3 – 4 Stunden in spezieller Betreuung befinden würde. Diese wurde jedoch leider bei der ersten Beantragung von der Rentenversicherung abgelehnt, allerdings hat mein Sportmediziner hiergegen direkt Einspruch eingelegt, da er der Meinung ist, dass diese unbedingt notwendig sei.

Frage: In der Zwischenzeit hast du aber mit Max Dilger und Steffen Turban ein Team gegründet. Wie kam es dazu?

René: Max und ich hatten schon vor zwei Jahren mit der Idee gespielt, jedoch kam es zu diesem Zeitpunkt noch nicht dazu. Nachdem ich im vergangenen Jahr nach Schwanau umgezogen bin, welches ja nur 10 Minuten von Max entfernt ist, haben wir uns noch mal um die Realisierung eines gemeinsamen Teams bemüht.
In meinem langjährigen Bekannten, Steffen Turban, der mir des Öfteren im Sport geholfen hat, haben wir auch einen sehr guten Manager gefunden, der sich um die Suche nach Sponsoren kümmert.

Frage: Was wollt ihr als Team erreichen?

René: Vor allem wollen wir durch das Team versuchen, an größere Partner herantreten zu können und mit der Zeit einheitlich und professioneller auftreten zu können.

Frage: Wirst du Max bis zu deiner eigenen Genesung unterstützen?

René: Das sollte eigentlich der Sinn und Zweck eines Teams sein. Solange ich noch nicht fit bin, werde ich versuchen, Max mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Frage: Du gehörst zu der Garde der sogenannten „jungen Wilden“. Hefe, Smoli, Tobi und Tommy konnten sich bereits in England und weiteren ausländischen Ligen behaupten. Ist das Thema Profifahrer auch ein Thema für dich, sobald du wieder gesund bist?

René: Momentan sehe ich eine komplette professionelle Karriere in weiter Ferne, da ich mich nach einigen Stürzen in den letzten Jahren erst einmal wieder richtig beweisen muss. Dazu kommt, dass ich durch meinen Unfall nun auch eine Umschulung zum Versicherungsfachmann (BWV) anstrebe und versuchen werde, mich in diesem Beruf selbständig zu machen, da ich meinen bereits erlernten Beruf nach dem Sturz nicht mehr ausüben kann.
Natürlich wenn meine Leistungen wieder stimmen sollten, könnte ich nebenbei immer noch viele Rennen halbprofessionell bestreiten, da der Beruf mir dies ermöglichen würde.

Frage: Wie sieht deine weitere Zukunft überhaupt aus? Welche Ziele hast du dir persönlich gesetzt?

René: Das erste Ziel wird sein, wieder fit und schmerzfrei an den Rennen teilnehmen zu können und in meinem neuen Beruf zu etablieren. Ich möchte versuchen, an alte Erfolge wieder anknüpfen zu können und mich in der Deutschen Spitze zu etablieren.
Natürlich werde ich auch wieder versuchen, zum Kader der Deutschen Nationalmannschaft zu stoßen, denn die Erfolge bei der Team – WM in 2005, mit dem jungen Team - haben viel Spaß gemacht und das ist wohl das Wichtigste, viel Spaß bei den Rennen zu haben.

Frage: Du bist aber auch in Sachen Jugendarbeit stark engagiert. Kannst du dir vorstellen, in diesem Bereich auch weiter tätig zu sein?

René: Ja, seit einigen Jahren bin ich in der Motorsport-Jugend des DMV als Bahnsport-Referent tätig. Davor war ich einige Jahre schon als Jugendvertreter im Vorstand Mitglied. Hier werde ich in der kommenden Saison zum ersten Mal nach langen Jahren wieder ein Prädikat der MSJ mit dem MSJ – Bahnsport – Masters 2007 für die Schülerklassen und einer 500 ccm Klasse U18 auf die Beine stellen.
Wie auch schon im vergangenen Jahr werde ich zwei Lehrgänge durchführen, welche in Berghaupten und Schaafheim stattfinden werden. Seit dem vergangenen Jahr bin ich auch Bahnsportbeauftragter der DMSJ, welche die Jugendorganisation des DMSB's darstellt. Hier werde ich natürlich auch versuchen, an der Förderung der Schülerklassen und des Nachwuchses mitzuwirken.
Des Weiteren plane ich auch in den Schülerklassen für die Saison 2007 einige Ländervergleichskämpfe mit anderen Nationen durchzuführen. Diese Maßnahmen müssen allerdings noch von dem Vorstand der DMSJ abgesegnet werden.

Frage: Siehst du in dem Potenzial der jetzigen Schülerklassenfahrer auch solch große Talente, die es irgendwann ins Profigeschäft schaffen könnten?

René: Auf alle Fälle gibt es auch in den jetzigen Schülerklassen große Talente, die es auch einmal ganz nach Oben schaffen können. Doch dieser Weg ist, wie ich am besten selbst weiß, noch sehr weit. Deshalb versuche ich mit der Jugendarbeit, den Schülern so viel wie möglich hierbei zu helfen.

René, vielen Dank für dieses Interview. Speedway.org wünscht dir baldige Genesung und ein schnelles Comeback mit den Erfolgen, die du dir wünschst.