Schützbach: Habe zwar gewonnen, aber noch nichts erreichtEs war die Sensation am vergangenen Wochenende: Mit Sirg Schützbach von der MSV Herxheim gewann einer der jungen deutschen Fahrer einen Langbahn WM Grand Prix. Schützbach besiegte in diesem Rennen den mehrfachen Weltmeister und diesjährigen Titelfavoriten Gerd Riss. Kurz nach seinem Triumph hat sich Manuel Wüst mit dem Oberschwaben über das Rennen am vergangenen Wochenende unterhalten. Sirg Schützbach, hast du mit deinem Sieg in Pfarrkirchen gerechnet oder warst du selbst am meisten überrascht? Ich war überrascht. Ich wusste aber, dass ich von diesem Startplatz im Endlauf weit nach vorne fahren kann. Neben dem Gewinn der Europameisterschaft ist der Sieg in Pfarrkirchen sicherlich der größte Erfolg in deiner bisherigen Karriere. Hast du den Triumph eigentlich schon realisiert? Die Grand-Prix-Fahrer, die an der Weltmeisterschaft teilnehmen, treffe ich fast jede Woche. Für mich war das ein Rennen wie jedes andere. Ich habe jetzt zwar einen GP gewonnen und dafür 25 WM-Punkte bekommen, erreicht habe ich aber noch nichts. Es kommen ja noch zwei Grand Prixs. Nach dem Gewinn der Europameisterschaft war es etwas anderes: Da hatte ich den Titel im Sack. Was hattest du dir vorgenommen für das Rennen in Pfarrkirchen? Mein Ziel war das Erreichen des A-Finals der besten Sechs. Und da dann das Beste daraus machen, was mir ja auch gelungen ist. Das Rennen wurde aufgrund starken Regens um eine Stunde unterbrochen. Haben die Bahnverhältnisse für dich gearbeitet? Nein. Für mich war die Bahn im Finale wieder gleich wie davor. Der Bahndienst hat nach dem Regen super gearbeitet. Sonst wäre ich im Finale auch nicht den fast gleich schnellen Schnitt wie im ersten Lauf gefahren. Dein Tuner muss ganze Arbeit geleistet haben, mit 130,2 km/h hast du gleich zu Beginn der Veranstaltung die schnellste Zeit des Tages gefahren. Zufrieden? Natürlich bin ich zufrieden. Es ist aber auch eine Grundvoraussetzung, dass der Motor gut ist für so eine Rennbahn. Das größte Problem ist, das Potenzial des Motors vom Setup und fahrerisch auszunutzen. Wie sieht die Planung für die weiteren WM Rennen aus? Du reist als WM-Spitzenreiter zum zweiten WM-Lauf Ende Juni nach St. Macaire. Ändern sich durch den Sieg deine Ziele in der Weltmeisterschaft? Meine Ziele bleiben gleich, ich will die WM in den Top-8 beenden. In den beiden französischen Grand Prisx will ich das best Mögliche herausholen und die WM soweit vorne wie möglich beenden. Als einer der jüngeren Fahrer in der Langbahn-WM konntest du deinen Clubkamerad von der MSV Herxheim Gerd Riss bezwingen, der als Titelfavorit der letzte Aktive aus dem dominierenden Trio Riss, Barth, Tatum übrig ist, das in den letzten Jahren immer den WM Titel unter sich ausgemacht hat. Ist dies der Generationenwechsel auf der Langbahn? Geschenkt bekommt Riss den Titel sicherlich nicht. Es sind so viele Fahrer da, die auch jetzt noch eine reelle Chance auf den Sieg haben. In Frankreich kommen ganz andere Fahrer gut zurecht, als in Pfarrkirchen. Einen Dominator, wie es ihn mit Riss, Barth und Tatum gegeben hat, wird es in nächster Zeit wohl eher nicht mehr geben. Die WM ist wieder sehr ausgeglichen und offen. Mit 26 Jahren bist du der zweitjüngste GP-Sieger aller Zeiten. Warum tun sich die jungen Fahrer gegen die älteren so schwer? Weil die älteren so viel Erfahrung haben. Bei uns entscheidet sich alles innerhalb von 2 Minuten. In dieser Zeit muss alles passen. Dort alles perfekt zu machen ist extrem schwer. |