Gottfried Schwarze wurde 70

Bereist am 20.07. feierte die "alte" Bahnsport-Legende Gottfried Schwarze in Theenhausen seinen 70. Geburtstag. Schwarze war in den 60er und 70er Jahren aktiv und konnte bei über 500 Rennen u.a. 140 Siege einfahren. Teilnahmen bei Welt-und Europameister-schaften zählten natürlich auch dazu.
 
Damals jubelten den Stahlschuhcowboys noch rund 40.000 Fans zu und mit einem Preisgeld von ca 30 Mark, 3 Liter Öl oder einer Flasche Martini wurde die Heimreise der allesamt Hobbiefahrer wieder angetreten. Neben Jan Käter, Engelbert Wippermann, Josef Hukelmann, Kurt Harries, Herbert Prante und vielen anderen Weggefährten sowie Bahnsport-Insider feierte Schwarze an seinem Jubiläumstag auf dem heimischen Hof in Theenhausen.

Obwohl Schwarze schon seit über 30 Jahren keine Rennen mehr bestreitet, ist er dem Sport immer treu verbunden geblieben - und seine 500ccm Jap trohnt heute in seinem Wohnzimmer. Durch seine Popularität wurde auch sein Heimatort Theenhausen bekannt. Sein bester Freund, der ihm schon zu aktiven Zeiten als Helfer und Schrauber zur Seite stand, sagt über den Jubilar: "Gottfried ist ein bodenständiger Typ geblieben. Trotz seines Erfolges ist er nie abgehoben und war bei seinen Konkurrenten als überaus fairer Sportsman beliebt."
Schielmann muss es wissen, denn ist er noch heute der beste Kumpel Schwarzes. Weitere Anekdoten weiss Schielmann ebenfalls zu berichten: "Zu den ersten Rennen im Ruhrgebiet habe ich ihn mit meinem Motorrad die 150 KM mit einem einfachen Seil ins Schlepptau genommen. Ich vorne und er hinten auf der Rennmaschine. Die war nicht für den Strassenverkehr zugelassen und ein Auto hatten wir noch nicht, geschweige denn einen Anhänger.
Auch an Sponsoren war damals noch nicht zu denken. Sind Overalls samt Rennboliden heute in allen Klassen von Aufklebern zugepflastert, mussten sich die Sportler seinerzeit mit einfachen Mitteln begnügen. Geld verdienen konnte man als Rennfahrer nicht."

Von schweren Stürzen blieb Schwarze auch nicht verschont, doch wich ihm sein Schutzengel nie von der Seite, wenn man bedenkt, dass es unter damaligen Umständen keine "Schutzmaßnahmen" gab.

Schwarze wurde 1936 als eines von 8 Geschwistern geboren. Nach einigen Radrennen folgte 1954 in Wagenfeld das erste Motorradrennen. Ein Jahr später nannte er sich "Ausweisfahrer" und konnte 1964 als Lizenzfahrer sein erstes Lizenzrennen in Hechthausen damals gleich gewinnen. Nach unzähligen nationalen Titeln und Siegen von Ehrenpreisen stand er 1976 in Pfarrkirchen ein letztes Mal am Band.

 
     
 
     
 

Fotos: Archiv Gottfried Schwarze - und Ralf Krziwanie (aktuelle)