Martin Smolinski gestürzt

Mit schwerer Gehirner-schütterung ins Krankenhaus

POCKING. Das Osterrennen war noch keine zehn Sekunden alt, als den rund 3000 Zuschauern im Rottalstadion im niederbayerischen Pocking der Atem stockte: Speedwaystar Martin Smolinski, auf der Außenbahn neben fünf Fahrern gesetzt, knallte in der

Foto: Josef Westenkirchner

Fahrerlager-Kurve gleich nach Start und Ziel mit dem Kopf voraus in die Bande und blieb an der Bahnbegrenzung liegen. Es schien eine kleine Ewigkeit zu dauern, bis sich der 21-jährige England- und Polen-Legionär benommen aufrappelte und vom Publikum erleichtert beklatscht wurde.

Doch der Speedway-Sechsländerkampf war für Magic Martin bereits nach dem ersten Rennen beendet, ebenso wie für den englischen Fahrer Ollie Allen, der im Wiederholungslauf auf der Gegengerade nach einem Highssider ebenfalls schwer stürzte. Die Rennärzte gaben für beide Speedwaystars, im vergangenen Jahr die beiden punktbesten Fahrer in Pocking, das Rennen nicht mehr frei. Eine schwere Gehirnerschütterung und starke Rückenprellungen lautete die Diagnose im Krankenhaus Rottalmünster. „Die Ärzte haben alles durchgecheckt. Nichts gebrochen, keine Gehirnblutungen. Ich fühle mich schon wieder recht fit“, gab der Olchinger vom Krankenbett am Ostermontag durch.

Dabei hatte sich Smolinski vor dem Rennen mit Teamkameraden Robert Barth und Christian Hefenbrock soviel vorgenommen. Sie wollten endlich nach dem Pokal greifen. Magic Martin fühlte sich gut, hatte er doch einen Tag zuvor sein erstes Rennen für seinen polnischen Verein Rybnik in der Extraliga bestritten und es als bester Scorer mit 13 Punkten beendet.

Um die durchweichte, vom starken Regen durchnässte Bahn am Ostersonntag im niederbayerischen Rottalstadion zu schonen, mussten die Fahrer in Pocking auf das Training am Vormittag verzichten, was dem jungen Oberbayern zum Verhängnis wurde. „Die Bahnverhältnisse waren schlecht. Es hatte die Tage zuvor viel geregnet“, sagte Smolinski, der nur zwei Runden vor dem ersten Rennen drehen konnte.

Ohne ihre Stars Smolinski und Allen fuhren das deutsche und das englische Team gegen Tschechien, Polen, Italien und Ungarn nur noch mit zwei Fahrern quasi außer Konkurrenz und belegten den vorletzten beziehungsweise letzten Platz. Während sich sein junger Teamkollege Christian Hefenbrock mit 24 Punkten als zweitbester Fahrer des Tages hinter dem polnischen Siegfahrer Zbigniew Suchecki durchsetzte, war Martin Smolinski schon auf dem Weg in Krankenhaus nach Rottalmünster. So erlebte er auch nicht mehr den spannenden Zweikampf zwischen den Ungarn und den Polen um den Sieg. Das nach der Hälfte des Rennens führende Team aus Ungarn um Sandor Tihany, Attila Stefani und Nobert Magosi musste sich in der zweiten Hälfte bei starken Windböen und heftigen Regenschauern den starken Polen um Suchecki, Nobert Kosciuch und Marcin Nowaczyk geschlagen geben.
Aufs Treppchen schafften es noch die Italiener, die über das tschechische Team im Kampf um Platz drei dominierten. Erleichtert vernahmen die 3000 Zuschauer im Rottalstadion nach Ende des Rennens die Worte von Martins Vater Georg Smolinski: „Es ist nichts gebrochen. Martin muss mit einer schweren Gehirnerschütterung zur Beobachtung eine Nacht im Krankenhaus bleiben.“

Text: Carolin Kober